Barsinghausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Barsinghausen
Barsinghausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Barsinghausen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 18′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 142 m ü. NHN
Fläche: 102,68 km2
Einwohner: 33.608 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 327 Einwohner je km2
Postleitzahl: 30890
Vorwahlen: 05105, 05035, 05108
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 002
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bergamtstraße 5
30890 Barsinghausen
Webpräsenz: www.barsinghausen.de
Bürgermeister: Marc Lahmann (CDU)
Lage der Stadt Barsinghausen in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild
Barsinghausen nach Merian-Kupferstich um 1650

Barsinghausen (niederdeutsch Basche[husen]) ist eine Stadt und selbständige Gemeinde in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barsinghausen liegt am Höhenzug Deister im Übergangsgebiet zwischen den deutschen Mittelgebirgen und dem norddeutschen Tiefland. Die Stadt gehört administrativ zur Region Hannover und befindet sich im Calenberger Land, bei dem es sich um eine historische Landschaft südwestlich von Hannover handelt. Der Deister ist ein Naherholungsgebiet, das an das Weserbergland grenzt, und ist in seinen Ausläufern vom Stadtzentrum nur ca. 200 Meter entfernt. Der Ort liegt innerhalb der Calenberger Lössbörde mit fruchtbaren Ackerböden.

Das Stadtgebiet weist zwischen Groß Munzel und dem Deisterkamm einen Höhenunterschied von mehr als 300 Metern auf. Die SGB Stadtentwicklungsgesellschaft Barsinghausen mbH greift im Logo die Zahl „142 üNN“ auf und verweist damit auf die Höhenunterschiede (Reliefenergie) im Stadtgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barsinghausen grenzt an Wunstorf, Seelze, Gehrden, Bad Nenndorf, Wennigsen (Deister), Springe, Lauenau und Bad Münder am Deister und somit auch an Teile der Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Stemmer Berg über Großgoltern nach Barsinghausen und zum Deister

Die Stadt besteht aus den folgenden Ortsteilen (Einwohnerzahlen in Klammern):

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostseite des Deisters mit Fernmeldeturm Barsinghausen
Fernmeldeturm von der B65 gesehen

Frühere Ortsnamen von Barsinghausen waren in den Jahren 1193 Berkingehusen, 1200–1204 Berzinghusen, 1203 Berchingehusen, 1213 Berscyngehusen, 1216 Berchsihusen, 1223–1225 Berkenhusen, 1228 Berkingehusen und 1229 Bercingehusen. Anscheinend besteht eine Verbindung zum Familiennamen „Berico“, der von „bero“, „bern“ abgeleitet ist und „Bär“, „Held“, „Krieger“ bedeutet. Daher bedeutet Barsinghausen sinngemäß „bei den Häusern der Sippe des Beriko“.[2]

Besiedlung der Deistermulde und Klostergründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkzeugfunde belegen den Aufenthalt von Menschen im Gebiet des späteren Barsinghausen erstmals für die Jungsteinzeit. Zur Zeit der Völkerwanderung um 400 n. Chr. sind die Cherusker im Deister-Leine-Raum nachweisbar. Nach 500 n. Chr. erschließen Sachsen die Deistermulde. Im Frühmittelalter zählte das Siedlungsgebiet zum Marstemgau. Im späten 10. und frühen 11. Jahrhundert entstand die Isenburg als Wallburg bei Landringhausen. Ihre kaum noch sichtbaren Reste wurden 1982–1983 untersucht.[3] Im 11. Jahrhundert wurde die „Kokemühle“, eine Wassermühle zwischen den späteren Barsinghäuser Stadtteilen Barrigsen und Landringhausen, erstmals erwähnt.[4]

Barsinghausen wurde erstmals urkundlich im Hochmittelalter (1193) im Zusammenhang der Gründung des Marienklosters erwähnt, damals noch unter dem Namen „Berkingehusen“. Andere Ortsteile sind urkundlich eher bezeugt wie etwa Kirchdorf, das in einer karolingischen Urkunde erstmals 892 genannt wird. Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes Goltern datiert auf das Jahr 1158 (Urkunde zur Abführung des Zehnten an Herzog Heinrich den Jüngeren von Bayern und Sachsen). 1225 wird der Ort Barrigsen erstmals urkundlich erwähnt.[4]

Im Hochmittelalter bildeten die Lössböden und zahlreichen Zuflüsse zur Südaue eine wichtige Grundlage für die Landwirtschaft und zahlreiche Mühlenbetriebe. Erstmals urkundlich erwähnt werden drei Mühlen in Egestorf im Jahr 1231. Zudem entstanden im Barsinghäuser Raum in dieser Zeit Rittergüter und Grundherrengüter als eigene Wirtschaftseinheiten.

Reformation, Bergbau und Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reformation führte 1543 zu einer kirchlichen Neuordnung im Kloster Barsinghausen. Ab dem 17. Jahrhundert erlangten neben den Bauern vor allem Steinhauer, die den Deistersandstein abbauten, an gesellschaftlicher Bedeutung. Der Barsinghäuser Bergbau erfuhr einen weiteren Aufschwung ab 1817, als zu den Abnehmern der Wealdensteinkohle die frühen Industriebetriebe um Hannover (beispielsweise in Linden) hinzukamen.

Im Jahr 1828 wurde die bisher selbstständige Gemeinde Altenhof eingemeindet. Einige Gebäude aus dieser Zeit sind in der heutigen Altenhofstraße noch erhalten. 1872 erhielt Barsinghausen durch die Strecke Haste–Weetzen (Deisterbahn) einen Eisenbahnanschluss an das Netz der Hannover-Altenbekener Eisenbahn, der hauptsächlich dem Steinkohle-Bergbau im Deister diente. Im Jahr 1910 waren bereits 50 Prozent aller Erwerbstätigen Barsinghausens in den Bergwerken beschäftigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein Bevölkerungswachstum in Barsinghausen aufgrund der Flüchtlingsströme ein. Nachdem die Preußische Bergwerks- und Hütten AG (heute: TUI) 1956/57 den Abbau der Steinkohle einstellte, siedelten sich andere Industriezweige in Barsinghausen an. Im Gespräch war 1954 auch die Ansiedlung des VW-Zweigwerks für den Bau des Transporters, der unter anderem durch den niedersächsischen Wirtschaftsminister Hermann Ahrens unterstützt wurde. Den Zuschlag erhielt allerdings Hannover-Stöcken.[5] Im Jahr 1969 erlangte Barsinghausen den Stadtstatus. Bis zu dessen Auflösung im Jahr 2004 gehörte Barsinghausen zum Regierungsbezirk Hannover.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die 1. Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen im Jahre 1968 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Barsinghausen, Kirchdorf und Egestorf, welche fortan die (vergrößerte) Gemeinde Barsinghausen bildeten. Diese erhielt am 21. August 1969 das Stadtrecht. Im Zusammenhang mit dem Hannover-Gesetz wurden am 1. März 1974 die bisher selbständigen Gemeinden Barrigsen, Göxe, Goltern, Groß Munzel, Hohenbostel am Deister, Holtensen bei Wunstorf, Landringhausen, Langreder und Ostermunzel in die Stadt Barsinghausen eingegliedert. Die Gemeinde Goltern bestand zu diesem Zeitpunkt aus den Gemeinden Großgoltern, Nordgoltern, Eckerde und Stemmen sowie die Gemeinde Hohenbostel am Deister aus den Gemeinden Hohenbostel, Bantorf, Wichtringhausen und Winninghausen.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Rat der Stadt Barsinghausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 39 Sitze des Rates der Stadt Barsinghausen verteilen sich nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 wie folgt:[7][8]

Stadtratsvorsitzende ist Claudia Schüßler (SPD)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Bürgermeister der Stadt Barsinghausen ist Marc Lahmann (CDU). Seine Stellvertreter sind Marlene Hunte-Grüne (SPD), Max Matthiesen (CDU) und Karl-Heinz Neddermeier (CDU).[8]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die ersten ernannten Bürgermeister der Gemeinde Barsinghausen:

  • Juli 1945 bis Januar 1946: Wilhelm Heß (dann bis 1956 Gemeindedirektor)
  • Januar 1946 bis September 1946: Friedrich Carl

Dann gewählt:

  • 1946–1949: August Oberheide
  • 1949–1953: Friedrich Reinecke
  • 1953–1956: August Oberheide (zum 2. Mal)
  • 1956–1961: Friedrich Reinecke (zum 2. Mal)
  • 1961–1964: Wilhelm Heß
  • 1964–1980: Walter Theil
  • 1980–1986: Karl Rothmund
  • 1986–1991: Helmut Körber
  • 1991–2006: Klaus-Detlef Richter
  • 2006–2012: Walter Zieseniß
  • seit 2013: Marc Lahmann

Seit dem Tod von Bürgermeister Zieseniß (CDU) am 24. Juli 2012 war das Amt vakant. Die Wahl des Nachfolgers erfolgte gleichzeitig mit der Landtagswahl am 20. Januar 2013. Der Erste Stadtrat Marc Lahmann (CDU) entschied den Urnengang mit 40,9 % für sich. Der Erste Stadtrat ist in Barsinghausen Wahlbeamter mit achtjähriger Amtszeit. Lahmann war zuvor für die Stadt Landau in der Pfalz und die Stadt Nettetal tätig.

Wappen der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens der Stadt Barsinghausen stammt von dem Heraldiker und Verleger Heinz Reise.

  • Die Verleihung durch den Niedersächsischen Minister des Innern war am 31. August 1950.[9]
  • Die am 1. März 1974 durch Gesetz neugebildete Stadt Barsinghausen hat das Wappen der bisherigen Stadt Barsinghausen übernommen, das vom Regierungspräsidenten in Hannover am 7. August 1974 genehmigt wurde.[9]
Wappen von Barsinghausen
Blasonierung:Geteilter Schild. Oben in Grün ein springender, goldener Hirsch; untere Hälfte gespalten, vorn in Schwarz ein goldener Schleifstein, hinten in Gold gekreuzt schwarze Schlägel und Eisen.“[9]
Wappenbegründung: Der Hirsch symbolisiert den Barsinghausen auf drei Seiten umgebenden Wald mit reichem Rotwildbestand. Bis zum Ersten Weltkrieg beruhte der Wohlstand Basinghausens zum großen Teil auf dem Sandsteinvorkommen (Herstellung von Schleifsteinen), daneben bis heute auf dem Bergbau. Daher sind Schleifstein sowie Schlägel und Eisen in das Wappen aufgenommen worden. Die schwarze Kohle, der goldene Sandstein und das Kloster im wildreichen grünen Walde begründen die alten Barsinghäuser Farben (Schwarz : Gold : Grün).
  • Das Logo der Stadt Barsinghausen greift ebenfalls den Hirsch auf, ergänzt durch den Stadtslogan „…hier geht´s bergauf!“.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Barsinghausen gab es ein Jugendparlament, das von jugendlichen Bürgern gewählt wurde und diese vertrat. Die Idee zum Barsinghäuser Jugendparlament entstand im Frühjahr 2003 auf Vorschlag der Grünen Jugend, der Jungen Union und der Jusos. Jugendbürgermeister der Stadt Barsinghausen war Frederik Engelke. Aufgrund von Bewerbermangel für die dritte Legislaturperiode wurde das Jugendparlament aufgelöst.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der allgemeinen Verwaltung gibt es einen Eigenbetrieb für Stadtentwässerung, dessen Betriebsführung durch die Stadtwerke Barsinghausen GmbH erfolgt. Wirtschaftsförderung, Grundstücksverkauf und Stadtmarketing sind bei der SGB Stadtentwicklungsgesellschaft Barsinghausen mbH angesiedelt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterkirche Sankt Marien
Petruskirche Barsinghausen

Barsinghausen gehört mit der Großzahl seiner Gemeinden zum Kirchenkreis Ronnenberg und der Hannoverschen Landeskirche. Nur die Kirchengemeinden von Groß Munzel und Landringhausen gehören zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf, der auch zur Hannoverschen Landeskirche gehört.

  • Mariengemeinde Barsinghausen, Barsinghausen Süd
  • Petrusgemeinde, Barsinghausen Nord
  • Christus-Kirchengemeinde, Egestorf
  • Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde, Kirchdorf
  • Kapellengemeinde, Langreder
  • St.-Blasius-Kirchengemeinde, Großgoltern
  • Thomaskirchengemeinde, Hohenbostel
  • Alexandri-Kirchengemeinde, Bantorf
  • St.-Michaelis-Kirchengemeinde, Groß Munzel
  • Kirchengemeinde Stemmen
  • Kapellengemeinde Göxe
  • St.-Severin-Gemeinde, Landringhausen

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Barbara-Kirche ist die einzige katholische Kirche auf Barsinghäuser Boden, zu ihr gehören rund 4400 Gemeindemitglieder aus allen Ortsteilen Barsinghausens. Seit 2014 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Bonifatius in Gehrden. Das Kirchengebäude, welches sich in Alt-Barsinghausen an der Ecke Hannoversche Straße / Kirchdorfer Straße befindet, wurde als siebeneckiger turmloser Zentralbau errichtet. Es trägt den Namen der heiligen Barbara von Nikomedien, der Schutzpatronin der Bergleute. Am 18. März 1984 wurde es von Bischof Josef Homeyer geweiht. Zuvor bestand bereits bis 1984 eine ebenfalls der heiligen Barbara geweihte Notkirche, sie wurde in einem Gebäude eingerichtet, das als Kleiderfabrik geplant war und 1949 von der Kirche im Rohbauzustand erworben wurde. Von 1951 bis 1999 existierte mit St. Matthias eine weitere katholische Kirche im Stadtteil Groß Munzel.

Freikirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ev.-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Kirchdorf
  • Neuapostolische Kirchengemeinde, Kirchdorf

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Deister Freilichtbühne, einer der größten Waldbühnen in Niedersachsen, fand erstmals am 11. August 1931 eine Aufführung statt. Seitdem präsentieren jedes Jahr Laienschauspieler Stücke für Jung und Alt, die bis heute (2012) knapp eine Million Zuschauer hatten. Die Bühne selbst befindet sich in einem alten Steinbruch, in dem früher Sandstein abgebaut wurde, der beispielsweise im Leineschloss und in der Waterloosäule in Hannover verbaut wurde.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klosterstollen Barsinghausen ist heute als Besucherbergwerk zu besichtigen. Die Einfahrt in den Stollen mittels Grubenbahn dauert etwa 15 Minuten, die ganze Führung, die einen Rundgang durch die Stollen beinhaltet, dauert 2 Stunden und ist für Gruppen ab 15 Personen möglich. Der Kohleabbau im Deister hat eine über 360 Jahre lange Geschichte. Erstmals erwähnt wurden Kohleabbauten im Jahre 1639 am Bröhn (Gemeinde Wennigsen). Im Klosterstollen Barsinghausen wurde die erste Kohle am 10. November 1869 gefördert.[10] Derzeit (2012) befindet sich in der alten Waschkaue eine Ausstellung mit dem Titel „Energiegeladen – Wege der Steinkohle“.

Kunstverein Barsinghausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunstverein Barsinghausen wurde 2006 gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, allen Bevölkerungskreisen und Altersgruppen Barsinghausens und in der Region Hannover zeitgenössische Kunst näher zu bringen. Er bietet Ort und Anlässe für den kulturellen Diskurs und gibt Impulse für die kulturpolitische Entwicklung der Stadt. Auf einer Ausstellungsfläche von 360 qm werden jährlich vier thematische Ausstellungen kuratiert von überregionalen und regionalen Künstlern. Die Ausstellungen werden von Katalogen begleitet.

Bauwerke / Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster und Klosterkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klostergebäude

Das Kloster Barsinghausen wurde im Jahre 1193 erstmals urkundlich erwähnt und ist somit das älteste der ehemals fünf Frauenklöster im Fürstentum Calenberg. Zunächst für Mönche und Nonnen des Augustinerordens gegründet, wurde das Kloster seit 1229 nur noch von Augustinerinnen bewohnt. 1543 wurde im Kloster die Reformation eingeführt, und es entwickelte sich zum evangelischen Damenstift. Nachdem es im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt worden war, konnte es erst in den Jahren 1700 bis 1704 wieder aufgebaut werden.[11] Heute wird es von der Klosterkammer Hannover verwaltet und wird seit 1996 von Schwestern der evangelischen Kommunität geführt, deren Leben sich an den drei evangelischen Räten orientiert: Gütergemeinschaft, Ehelosigkeit und Gehorsam. An das Kloster angeschlossen ist die Klosterkirche, die zusammen mit dem Kloster entstand und als eine im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik geprägte Hallenkirche errichtet wurde.

Windmühle Wichtringhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holländerwindmühle in Wichtringhausen

Bevor die jetzige Holländerwindmühle im Jahr 1819 gebaut wurde, entstand im Jahr 1752, etwa 50 Meter entfernt, die erste Holländermühle der Region. Erbaut wurde diese vom Gutsherrn Langwerth von Simmern. Nachdem die erste Mühle im Jahr 1795 abgebrannt war, wurde 1819 der Neubau veranlasst, weil dem Gutsherren mit dem Entzug seiner Mahlkonzession gedroht wurde. Der Neubau führte jedoch zu Beschwerden des Wegebaumeisters, weil die Pferde auf der Landstraße Hannover-Minden (heute B 65) scheuten. Deshalb wurde sie 1824 an den jetzigen Standort versetzt. Im Jahr 1835 wurde die Familie Weber Pächter der Mühle, welche ab 1873 auch Eigentümerin dieser ist. Der Mühlenturm, der aus sechs Stockwerken besteht, ist aus Deistersandstein gebaut worden und besitzt eine für diese Mühlenart typische Galerie. Die Mühle kann bei Veranstaltungen, wie z. B. dem Mühlentag oder dem Entdeckertag der Region, besichtigt werden.

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besucherbergwerk Klosterstollen

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Baudenkmale in Barsinghausen

Parks und Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treppe und Aussicht am Ostende der Halde im Deisterpark
Kunstobjekt "Wohnzimmer" im Deisterpark Barsinghausen

Auf der begrünten Halde des Klosterstollens ist mit Wegen und Sitzmöglichkeiten ein Park („Deisterpark“) entstanden.

Die Liste der Naturdenkmale in Barsinghausen enthält 15 Einträge, hauptsächlich Bäume oder Baumgruppen.

Darüber hinaus werden die folgenden Ausflugsziele als Naturdenkmäler in Barsinghausen beworben, die teils auch jenseits der Stadtgrenzen liegen:

  • Alte Taufe
  • Bössquelle
  • Forellenteich
  • Ziegenteich
  • Im Steinbruch Stemmen
  • Steinbrüche „Alte Schütten“
  • Kreuzbuche

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war die polnische Fußballnationalmannschaft im Barsinghäuser Sporthotel Fuchsbachtal einquartiert, wo schon des Öfteren die deutsche Fußballnationalmannschaft und andere Prominente untergebracht waren. Barsinghausen ist ebenfalls der Sitz des Niedersächsischen Fußball-Verbandes NFV. Die niedersächsischen Hallenfußballmeisterschaften der U 13-Junioren werden in der Karl-Laue-Halle ausgetragen.

  • Tennisplätze
  • Deisterbad
  • Golterner Freibad
  • Waldstadion
  • August-Wenzel-Stadion
  • Wander- und Radfahrwege im und um den Deister

Der mitgliederstärkste Sportverein ist der TSV Barsinghausen. Die erste Fußballmannschaft, die ihre Heimspiele im Waldstadion austrägt, spielt derzeit in der Bezirksliga. Der TSV bietet auch weitere Sportarten wie Schwimmen, Badminton, Tischtennis, Basketball und Handball an. Die erste Herrenmannschaft der Fußballer hatte ihren größten Erfolg Anfang der 90er Jahre mit der Niedersachsenmeisterschaft und damit verbunden den Aufstieg in die Regionalliga gefeiert.

Erfolgreichster Verein im Fußball ist der 1. FC Germania Egestorf/Langreder, welcher seit 2016 in der Regionalliga Nord spielt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtfest, jedes letzte Wochenende im August
  • B.U.S. (Barsinghäuser Unternehmens-Schau), alle zwei Jahre
  • Autoschau, verbunden mit der Aufstellung des Maibaums
  • Sommer in der Stadt, das erste lange Wochenende im Juli
  • Weihnachtsmarkt in der Innenstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1957 war das Steinkohlebergwerk der Preussag mit über 2000 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Gemeinde; bereits seit dem Mittelalter wurde Deistersandstein gebrochen, der u. a. in Hannover am Welfenschloss, dem Opernhaus und dem Neuen Rathaus Verwendung fand. Um nach Schließung des Bergwerks neue Arbeitsplätze zu schaffen, wurden Werke von Teves (ATE) (später TRW/TRW Automotive, heute Federal-Mogul Valvetrain GmbH) und Bahlsen angesiedelt. Wegen des großen Bedarfs der beiden Firmen kamen Anfang der 1960er Jahre aus Palencia (Spanien) viele Arbeitskräfte nach Barsinghausen. Weitere Arbeitgeber sind ein Werk der Mahle GmbH (Zulieferer der Automobilindustrie, wird Ende 2011 geschlossen), der Stahlgroßhändler Delta-Stahl sowie die Hauptniederlassung von Schollglas. Im Ortsteil Groß Munzel war eine Zuckerfabrik der Nordzucker AG ansässig, die nach der Rübenkampagne 2006 auf Grund der Neuordnung des Europäischen Zuckermarktordnung geschlossen und bis 2011 abgerissen wurde.

Die Marktstraße im Zentrum wurde ab 1976 zur Fußgängerzone umgebaut. Im Jahr 2011 wurde der „Thie“, der zentrale Platz der Fußgängerzone, neu gestaltet und mit einer neuen, in den Boden integrierten Brunnenanlage und modernen Unterflurverteilern versehen. Die Unterflurverteiler bieten Strom und Wasserversorgung für Veranstaltungen und den Markt in der Innenstadt. Im Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Ballin am westlichen Ende der Fußgängerzone befindet sich seit 2006 eine Filiale der Textilhauskette C&A. Weitere Filialisten haben sich neben inhabergeführten Geschäften in der Marktstraße angesiedelt und bieten zusammen mit der Gastronomie einen Branchenmix. Vom Thie ist das Kloster ca. 100 m entfernt, das Naherholungsgebiet Deister ca. 300 m.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahlsen-Werk
  • Stadtsparkasse Barsinghausen
  • Bahlsen GmbH & Co KG, Werk 3 des Nahrungsmittelherstellers
  • Deister Electronic GmbH, Security & Safety
  • Federal-Mogul Valvetrain GmbH, Automobilzulieferer (Ventilproduktion)
  • Schollglas GmbH (Schollglas Dienstleistungs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH)
  • Philipp Aug. Weinaug Verlag und Neue Medien GmbH
  • Vision GmbH Lasertechnik, Produktion und Entwicklung von Industrie- und Medizinlasern
  • Lyreco, Handel mit Bürobedarf (Firmensitz (ab August 2009) und Logistikzentrum)
  • Bergmann Automotive GmbH, Zylinderlaufbuchsenherstellung
  • Kerntech GmbH, Ingenieurbüro, Schwingungs- u. Körperschallüberwachung, Maschinendiagnose
  • Delta-Stahl GmbH
  • PRIMAGAS GmbH
  • VD2-Shops NKW GmbH & Co. KG, Verwaltung von 17 Vodafone Partneragenturen in der Region

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf-Grimme-Schule
  • Wilhelm-Stedler-Schule
  • Ernst-Reuter-Schule, Egestorf
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Grundschule Groß Munzel
  • Wilhelm-Busch-Schule Hohenbostel
  • Grundschule Bantorf

Weiterführende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannah-Arendt-Gymnasium (Ganztagsgymnasium)
  • Lisa-Tetzner-Schule (Haupt- und Realschule)
  • Goetheschule KGS Barsinghausen (Kooperative Gesamtschule)

Spezielle Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bert-Brecht-Schule, Förderzentrum und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen
  • Volkshochschule Barsinghausen

Stadtbücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barsinghausens Stadtbücherei ist mit rund 11.000 Medien (Bücher, Hörbücher, DVDs und CD-ROMs) ausgestattet. Untergebracht ist sie in einem Seitenflügel der Wilhelm-Stedler-Grundschule.
  • Im Schulzentrum Barsinghausen-Kirchdorf (Lisa-Tetzner-Schule und Hannah-Arendt-Gymnasium) befindet sich eine Schulbibliothek mit ca. 25.000 Medien, getrennt in einen SEK-I- und SEK-II-Bereich.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienen- und öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude des umgenutzten Bahnhofs Barsinghausen

Der Bahnhof Barsinghausen ist einer von insgesamt fünf Bahnhöfen, die das Stadtgebiet von Barsinghausen an das Schienennetz der Deutschen Bahn anschließen. Nach einer Umbauphase wird der Bahnhof vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betrieben und beherbergt neben Schulungsräumen eine Freiwilligenagentur sowie die Touristeninformation. Die weiteren Stationen, die sämtlich an der Deisterbahn liegen, befinden sich in Egestorf, Kirchdorf, Winninghausen und Bantorf. Von hier fährt die S-Bahn Hannover mit den Linien S1 und S2 im Halbstundentakt in Richtung Hannover und Haste.

Ebenso verfügt Barsinghausen über einen Busbahnhof (ZOB), der sich direkt neben dem Bahnhof der Deutschen Bahn (DB) befindet. Von dort aus verkehren einige Regionalbuslinien in die umliegenden Gemeinden. Darüber hinaus besteht seit 1996 in der Kernstadt Barsinghausen ein Stadtbusnetz mit zwei Linien.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der Straßenbahn Hannover AG (ab 1921: üstra) die Straßenbahnlinie 10 eröffnet, welche 1898 zunächst von Hannover über Empelde, Benthe bis Gehrden verlief. Im Jahr darauf wurde die Linie über Leveste, Langreder, Egestorf bis Barsinghausen verlängert. Bis November 1953 wurde die Straßenbahn auch zum Gütertransport (Kartoffeln/Getreide/Rüben/Steine/Kohle) eingesetzt. Die Personenbeförderung war bereits im Jahr zuvor der Buslinie O 10 übertragen worden (siehe auch: Geschichte der Straßenbahn in Hannover).

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der nordwestlichen Stadtgrenze liegt die Bundesautobahn 2 (BAB 2), die Barsinghausen von Bad Nenndorf und Wunstorf trennt. Die Bundesstraße 65 von Osnabrück über Minden und Stadthagen verläuft in west-östlicher Richtung durch das Stadtgebiet in Richtung Hannover/Peine. Die Landesstraße 401 führt in Egestorf über den Nienstedter Pass (277 m) in den Landkreis Hameln-Pyrmont.

Seit August 2006 ist die nördliche Umgehungsstraße fertiggestellt, die für eine Entlastung der zentralen Ortsteile Barsinghausen, Kirchdorf und Egestorf vom Querverkehr zwischen BAB 2 und der Bundesstraße 217 in Richtung Hameln sorgt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Heß, ehemaliger Bürgermeister[12]
  • Dieter Lohmann[13]
  • Karl Rothmund, ehemaliger Bürgermeister[12]
  • Rosemarie Struß[14]
  • Walter Theil, ehemaliger Bürgermeister[12]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Erhardt (1909–1979), Schauspieler und Komiker, besuchte von 1919 bis 1924 ein Internat in Barsinghausen
  • Herbert Gruhl (1921–1993), Politiker und Autor („Ein Planet wird geplündert“)
  • Hans-Joachim Mack, (1928–2008), General der Bundeswehr, hier verstorben
  • Georg Matern (1921–2005), Maler
  • Hannes Meinhard (1937–2016), Bildhauer und Zeichner
  • Robert Schulz (1900–1974), SS-Brigadeführer und Mitglied des Reichstages, wohnte und arbeitete nach dem Ende des NS-Regimes als Verwaltungsbeamter in Barsinghausen
  • Jon Symon (1941–2015), Rockmusiker, lebte in den 1970ern in Barsinghausen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Barsinghausen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Barsinghausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der „Ortsnamenforscher“. Auf: NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph.
  3. Hans-Wilhelm Heine: Frühe Burgen und Pfalzen in Niedersachsen. Von den Anfängen bis zum frühen Mittelalter. Hildesheim 1991. Seite 41 bis 44.
  4. a b Calenberger Zeitung vom 6. Oktober 2006 S. 4.
  5. Jan Jäckel: Wie der VW-Transporter nach Stöcken kam. Der Weg zur Entscheidung für den Standort Hannover. In: Hannoversche Geschichtsblätter NF 69 (2015), S. 73.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  7. www.barsinghausen.de: Politik in Barsinghausen; abgerufen 18. Februar 2017.
  8. a b Rat der Stadt Barsinghausen. Auf: Internetseite der Stadt Barsinghausen, abgerufen am 28. September 2017.
  9. a b c Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  10. Besucherbergwerk Klosterstollen Barsinghausen – Geschichte. Website des Besucherbergwerkes Klosterstollen Barsinghausen. Abgerufen am 26. November 2015.
  11. Inspiratio im Kloster Barsinghausen – Wo sie uns finden. Website der Einrichtung „Inspiratio“ im Kloster Barsinghausen. Abgerufen am 26. November 2015.
  12. a b c Andreas Kannegießer: Viel Lob für vierten Ehrenbürger. Auf: haz.de; 8. November 2013.
  13. Dieter Lohmann erhält Niedersächsisches Verdienstkreuz. Auf: haz.de; 10. Oktober 2014.
  14. Rosemarie Struß ist Ehrenbürgerin der Stadt. Auf: haz.de; 13. Januar 2017.