Limpopo (Fluss)

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Limpopo
Einzugsgebiet des Limpopo

Einzugsgebiet des Limpopo

Daten
Lage Südafrika, Botswana, Simbabwe, Mosambik
Flusssystem Limpopo
Quelle als Crocodile River bei Roodepoort nordwestlich Johannesburg (Südafrika)
26° 7′ 31″ S, 27° 54′ 47″ O
Quellhöhe 1800 m
Mündung in den Indischen Ozean bei Xai-Xai (Mosambik)Koordinaten: 25° 12′ 9″ S, 33° 30′ 53″ O
25° 12′ 9″ S, 33° 30′ 53″ O
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 1800 m
Länge 1750 km
Einzugsgebiet 415.000 km²
Linke Nebenflüsse Notwane, Bonwapitse, Mahalapswe, Motloutse, Shashe, Umzingwani, Bubi, Mwenezi, Changane
Rechte Nebenflüsse Matlabas, Lephalale, Mogalakwena, Sand, Luvuvhu, Lepelle
Einwohner im Einzugsgebiet 14 Millionen (2004)
Schiffbar unterhalb Lepelle-Mündung[1]
Der Limpopo während der Überschwemmungen im Jahr 2000

Der Limpopo während der Überschwemmungen im Jahr 2000

Der Fluss Limpopo bildet die Nordgrenze von Südafrika zu Botswana und Simbabwe sowie marginal im ufernahen Bereich zu Mosambik. Weiter durchquert er Mosambik auf einer Strecke von über 400 Kilometern. Er ist 1750 Kilometer lang und umfasst ein Einzugsgebiet von 415.000 km².

Ursprung und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Limpopo ist der zweitlängste Fluss Afrikas, der in den Indischen Ozean entwässert.

Die Quelle des Limpopo liegt bei Johannesburg (Südafrika) nahe dem Witwatersrand. Der Oberlauf des Limpopo wird als Crocodile River bezeichnet, der bei Oliphants Drift das Wasser des Marico River aufnimmt und ab dort Limpopo heißt.

Im Unterlauf auf mosambikanischem Gebiet befinden sich entlang seiner Uferbereiche fruchtbare Schwemmlandböden. Er mündet südwestlich von Xai-Xai (Mosambik), dem Verwaltungszentrum der Provinz Gaza, in den Indischen Ozean. In der Mündungszone zeigen die Landflächen Versalzungserscheinungen.[2]

Der mittlere jährliche Abfluss des Limpopo beträgt 7330 Millionen Kubikmeter. Dazu tragen die Niederschläge aus Südafrika 66 % bei, Simbabwe 16 %, Mosambik 12 % und Botswana 6 %. Der durchschnittliche Jahresniederschlag im Einzugsgebiet beträgt 500 mm.[3]

Die Anteile am Einzugsgebiet sind wie folgt: Südafrika 44 %, Botswana 20 %, Simbabwe 15 % und Mosambik 21 %.[4]

Wassermanagement und zwischenstaatliche Verträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser des Limpopo wird intensiv genutzt, vor allem in den südafrikanischen Provinzen Gauteng und Nordwest sowie im Ballungsraum um Gaborone, der Hauptstadt Botswanas. Im Einzugsgebiet lebten 2004 rund 14 Millionen Menschen.

2004 gab es im Flusssystem des Limpopo 44 Staudämme, davon 28 in Südafrika, deren Kapazität über zwölf Millionen Kubikmeter beträgt. Größter Staudamm ist der Loskop Dam am Lepelle (ehemals Oliphants River) mit einem Fassungsvermögen von 348 Millionen Kubikmetern.[3] Der Hartbeespoort Dam am Crocodile River fasst 195 Millionen Kubikmeter.

Es gibt zwei Zuleitungen innerhalb des Flusssystems (Intra-Basin-Transfers), den North-South Water Carrier vom Shashe zum Notwane in Botswana und vom Molatedi Dam in Südafrika ebenfalls zum Notwane in Botswana. Ferner gibt es vier Inter-Basin-Transfers, über die Wasser aus anderen Flusssystemen in den südafrikanischen Teil des Limpopo gelangt. Das Komati Scheme liefert Wasser vom Komati, das Usutu Scheme vom Usutu. Aus Lesotho, wo im Rahmen des Lesotho Highland Water Project große Stauseen entstanden, gelangt Wasser über das Grootdraai Emergency Augmentation Scheme aus dem Flusssystem des Oranje in den Limpopo, während eine vierte Anlage Wasser vom Vaal in den Crocodile River führt.[5][6]

1986 wurde in Harare das Limpopo Basin Permanent Technical Committee (LBPTC) gegründet, das die beteiligten Staaten bei der Wassernutzung beraten sollte. Es wurde aber erst 1995, nach dem Ende der Apartheid in Südafrika, aktiv. In der Folge fürchtete Mosambik eine Übernutzung durch die oberen Anrainerstaaten. Die geplante Gründung der Limpopo River Commission kam nicht zustande. Erst 2003 wurde ein Abkommen über díe Bildung der Limpopo Watercourse Commission zustande, das die Nachfolge des LBPTC antreten sollte.[5] Die Hauptaufgabe der Kommission ist die Schlichtung möglicher Streitfälle. Neben diesem Abkommen gab und gibt es zahlreiche bilaterale Verträge zur Nutzung des Limpopo-Wassers.[7]

Im Jahre 2000 überschwemmte der Limpopo große Gebiete in Mosambik, siehe Hochwasser in Mosambik 2000.

Am Limpopo liegt auf mosambikanischem Gebiet der Nationalpark Limpopo, der Teil des grenzüberschreitenden Great Limpopo Transfrontier Park werden soll.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Limpopo River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Balek: Hydrology and water resources in tropical Africa. Elsevier, Amsterdam 2011, ISBN, S. 91. Auszüge bei books.google.de
  2. Manfred Kuder: Moçambique. Eine geographische, soziale und wirtschaftliche Landeskunde. Wissenschaftliche Länderkunden Band 10, Darmstadt 1975, S. 276.
  3. a b Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Afrikas große internationale Flüsse und Seen – Stand und Erfahrungen in grenzüberschreitendem Wassermanagement in Afrika an ausgewählten Beispielen (PDF-Seite 25) (PDF; 1,4 MB)
  4. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Afrikas große internationale Flüsse und Seen – Stand und Erfahrungen in grenzüberschreitendem Wassermanagement in Afrika an ausgewählten Beispielen (PDF-Seite 24) (PDF; 1,4 MB)
  5. a b Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Afrikas große internationale Flüsse und Seen – Stand und Erfahrungen in grenzüberschreitendem Wassermanagement in Afrika an ausgewählten Beispielen (PDF-Seite 26) (PDF; 1,4 MB)
  6. Wassermanagement im Flussgebiet des Limpopo auf der Website der Food and Agricultural Organisation (englisch), abgerufen am 21. Juni 2016
  7. Deutsches Institut für Entwicklungspolitik: Afrikas große internationale Flüsse und Seen – Stand und Erfahrungen in grenzüberschreitendem Wassermanagement in Afrika an ausgewählten Beispielen (PDF-Seite 28) (PDF; 1,4 MB)