Lipiany

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Lipiany
POL Lipiany COA alt 1.svg
Lipiany (Polen)
Lipiany
Lipiany
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Pyrzyce
Fläche: 5,54 km²
Geographische Lage: 53° 0′ N, 14° 58′ O53.00305555555614.969444444444Koordinaten: 53° 0′ 11″ N, 14° 58′ 10″ O
Einwohner: 4056
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 74-240
Kfz-Kennzeichen: ZPY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK3: Stargard SzczecińskiGorzów Wielkopolski
Woiwodschaftsstraße 156: Barlinek → Lipiany
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 26 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 94,62 km²
Einwohner: 6074
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3212033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Krzysztof Ireneusz Boguszewski
Adresse: pl. Wolności 1
74-240 Lipiany
Webpräsenz: www.lipiany.pl



Lipiany (deutsch Lippehne) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Lippehne nordwestlich der Stadt Landsberg an der Warthe auf einer Landkarte von 1905

Lippehne wird erstmals im Jahre 1269 als Hauptort des pommerschen Landes Lippehne („terra Lipene“) genannt.[2] Bereits 1276 verkaufte der pommersche Bischof Hermann von Gleichen in Cammin das Land Lippehne für 3000 Mark Silber an die Markgrafen von Brandenburg Otto IV., Johann II. und Konrad I. aus dem Geschlecht der Askanier. Eine pommersche Burg als Zentrum des Landes Lippehne ist archäologisch nicht nachgewiesen; es spricht aber einiges dafür, dass in Lippehne eine voraskanische Burg gestanden hat.[3] 1276 wurde der Ort als Lyppen bezeichnet. 1302 bekam Lippehne das Stadtrecht. Eine Burg ist in Lippehne mit Sicherheit erst für 1373 bezeugt.[4] 1402 bis 1455 war Lippehne im Eigentum des Deutschen Ordens, der die Neumark erwarb. Ab 1455 war die Neumark, wie auch Lippehne wieder zurück in brandenburgischer Herrschaft. Verwüstungen in Stadt und Land richteten 1433 die Hussiten und 1467 pommerschen Herzögen Erich II. und Wartislaw X. an. Am 24. April 1616 brannte die Stadt völlig nieder und 1623 wurde die Stadt wiederholt ein Opfer des Feuers.

Im Jahre 1881/82 erhielt Lippehne einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke von Stargard in Pommern nach Küstrin. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde am 3. April 2000 aus Rentabilitätsgründen geschlossen, später auch der Güterverkehr. Dieser jedoch konnte am 1. Juni 2005 wieder eröffnet werden, wurde aber mittlerweile wieder eingestellt.

Ab dem Jahre 1900 wurden Wasserleitung und Kanalisation verlegt. Ab 1920 gab es auch Elektrizität in der Stadt.[5] 1939 lebten 4.374 Einwohner in Lippehne.

Bis 1945 gehörte die Stadt zum Landkreis Soldin in der preußischen Provinz Brandenburg.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte im Frühjahr 1945 die Besetzung der Stadt durch die Rote Armee. Lippehne war während der Kriegsereignisse nur geringfügig zerstört worden.[6]

Nach Kriegsende wurde die Region mit Lippehne gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Die Stadt wurde anschließend in Lipiany umbenannt, und die gesamte Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1750 1801 1846 1919 1925 1939
Einwohnerzahl[7] 1263 1617 2849 4160 4313 4531


Gmina[Bearbeiten]

Neben Lipiany gehören folgende Ortschaften zur Gmina miejsko-wiejska (Stadt- und Landgemeinde) (deutsche Namen[8] bis 1945) mit Schulzenamt (solectwo):

  • Derczewko (Karolinsburg)
  • Dębiec (Eichhorst)
  • Jedlice (Augusthof)
  • Krasne (Krasenfier)
  • Miedzyn (Meinhof)
  • Mielęcinek (Neu Mellentin)
  • Nowice (Neukrügerskampe)
  • Osetna (Johannisberg)
  • Skrzynka (Grüneberg)
  • Wołczyn (Kinderfreude)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Batowo (Batow)
  • Będzin (Louisenhöhe)
  • Brzostowo (Freiheitsfelde)
  • Czajczyn
  • Dołżyn
  • Dzieżno (Emmashof)
  • Głębokie (Ferdinandsthal)
  • Jarzębnik (Tanger)
  • Józefin
  • Łasiczyn (Splinter Krug)
  • Łosiniec (Karlsruhe)
  • Małcz (Malzmühle)
  • Mielnik (Sieferts Mühle)
  • Mierzawy (Karlsfelde)
  • Mironów (Wilhelmshöhe)
  • Mokronos (Justinenwalde)
  • Piaśnik
  • Połczyno (Gustava)
  • Przywodzie (Brügge)
  • Sokolniki (Friedberg)
  • Sulino (Ebenau)
  • Świerszczyki
  • Wądół (Wilhelmsfreude)
  • Wielice (Ferdinandshof)
  • Wojnowice (Ohnewitz)
  • Żarnowo (Altsarnow)

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 430–431.
  • Paul Biens, Heimatkreis Soldin (Hrsg.): Lippehne - Heimatkreis Soldin/Nm., Soltau, 1981.
  • Paul Biens: Chronik der Stadt Lippehne und der umliegenden Dörfer, 1908.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lipiany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  2. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 326, 354.
  3. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 354.
  4. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 327, Fn. 280.
  5. GenWiki: Lippehne
  6. Der Brandenburger Landstreicher: Der Landkreis Soldin - Lippehne
  7. GenWiki: Lippehne
  8. Das Genealogische Orts-Verzeichnis