Lipiany

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Lipiany
POL Lipiany COA alt 1.svg
Lipiany (Polen)
Lipiany
Lipiany
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Pyrzyce
Fläche: 5,54 km²
Geographische Lage: 53° 0′ N, 14° 58′ OKoordinaten: 53° 0′ 11″ N, 14° 58′ 10″ O
Einwohner: 4043
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 74-240
Kfz-Kennzeichen: ZPY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK3: StargardGorzów Wielkopolski
Woiwodschaftsstraße 156: Barlinek → Lipiany
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 26 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 94,62 km²
Einwohner: 6035
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3212033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Krzysztof Ireneusz Boguszewski
Adresse: pl. Wolności 1
74-240 Lipiany
Webpräsenz: www.lipiany.pl



Lipiany (deutsch Lippehne) ist eine Kleinstadt im Powiat Pyrzycki (Pyritzer Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Westpommern und Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Neumark, etwa 52 Kilometer südsüdöstlich von Stettin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lippehne nordwestlich der Stadt Landsberg an der Warthe auf einer Landkarte von 1905
Rathaus
Stadtkirche (bis 1945 evangelisch)

Lippehne wird erstmals im Jahre 1269 als Hauptort des pommerschen Landes Lippehne („terra Lipene“) genannt.[2] Ein ‚Land Lippehne‘ wird 1233 urkundlich erwähnt, als Bischof Konrad II. von Cammin dem neu errichteten Kloster Chorin 100 Hufen in terra, quae slavice Lipana nuncupatur, schenkt.[3] Damit könnte jedoch auch das westlich der Oder gelegene Dorf Liepe gemeint gewesen sein.[4]

Bereits 1276 verkaufte der pommersche Bischof Hermann von Gleichen in Cammin das Land Lippehne für 3000 Mark Silber an die Markgrafen von Brandenburg Otto IV., Johann II. und Konrad I. aus dem Geschlecht der Askanier. Eine pommersche Burg als Zentrum des Landes Lippehne ist archäologisch nicht nachgewiesen; es spricht aber einiges dafür, dass in Lippehne eine voraskanische Burg gestanden hat.[5] 1276 wurde der Ort als Lyppen bezeichnet. 1302 bekam Lippehne das Stadtrecht. Eine Burg ist in Lippehne mit Sicherheit erst für 1373 bezeugt.[6] 1402 bis 1455 war Lippehne im Eigentum des Deutschen Ordens, der die Neumark erwarb. Ab 1455 war die Neumark, wie auch Lippehne wieder zurück in brandenburgischer Herrschaft. Verwüstungen in Stadt und Land richteten 1433 die Hussiten und 1467 pommerschen Herzögen Erich II. und Wartislaw X. an. Am 24. April 1616 brannte die Stadt völlig nieder und 1623 wurde die Stadt wiederholt ein Opfer des Feuers.

Im Jahr 1791 erbaute sich die jüdische Gemeinde eine Synagoge. Das Rathaus von Lippehne entstand zwischen 1828 und 1829.[7]

Im Jahre 1881/82 erhielt Lippehne einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke von Stargard in Pommern nach Küstrin. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde am 3. April 2000 aus Rentabilitätsgründen geschlossen, später auch der Güterverkehr. Dieser jedoch konnte am 1. Juni 2005 wieder eröffnet werden, wurde aber mittlerweile wieder eingestellt.

Ab dem Jahre 1900 wurden Wasserleitung und Kanalisation verlegt. Ab 1920 gab es auch Elektrizität in der Stadt.[8] 1939 lebten 4.374 Einwohner in Lippehne.

Bis 1945 gehörte die Stadt zum Landkreis Soldin in der preußischen Provinz Brandenburg.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte im Frühjahr 1945 die Besetzung der Stadt durch die Rote Armee. Lippehne war während der Kriegsereignisse nur geringfügig zerstört worden.[9]

Nach Kriegsende wurde die Region mit Lippehne gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Die Stadt wurde anschließend in Lipiany umbenannt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Stadtbevölkerung bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. In der Folgezeit wurde die gesamte einheimische Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1750 1.263 [10]
1801 1.617 darunter 78 Juden (sieben Familien)[11]
1842 2.525 [10]
1850 2.921 darunter 78 Juden[7]
1855 2.901 darunter fünf Katholiken und 71 Juden[10]
1858 3.038 [10]
1875 3.563 [12]
1880 3.813 [12]
1890 3.911 darunter zwölf Katholiken und 45 Juden[12]
1919 4.160 [13]
1925 4.313 [13]
1833 4.531 [12]
1939 4.380 [12]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Lipiany gehören folgende Ortschaften zur Gmina miejsko-wiejska (Stadt- und Landgemeinde) (deutsche Namen[14] bis 1945) mit Schulzenamt (solectwo):

  • Derczewko (Karolinsburg)
  • Dębiec (Eichhorst)
  • Jedlice (Augusthof)
  • Krasne (Krasenfier)
  • Miedzyn (Meinhof)
  • Mielęcinek (Neu Mellentin)
  • Nowice (Neukrügerskampe)
  • Osetna (Johannisberg)
  • Skrzynka (Grüneberg)
  • Wołczyn (Kinderfreude)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Batowo (Batow)
  • Będzin (Louisenhöhe)
  • Brzostowo (Freiheitsfelde)
  • Czajczyn
  • Dołżyn
  • Dzieżno (Emmashof)
  • Głębokie (Ferdinandsthal)
  • Jarzębnik (Tanger)
  • Józefin
  • Łasiczyn (Splinter Krug)
  • Łosiniec (Karlsruhe)
  • Małcz (Malzmühle)
  • Mielnik (Sieferts Mühle)
  • Mierzawy (Karlsfelde)
  • Mironów (Wilhelmshöhe)
  • Mokronos (Justinenwalde)
  • Piaśnik
  • Połczyno (Gustava)
  • Przywodzie (Brügge)
  • Sokolniki (Friedberg)
  • Sulino (Ebenau)
  • Świerszczyki
  • Wądół (Wilhelmsfreude)
  • Wielice (Ferdinandshof)
  • Wojnowice (Ohnewitz)
  • Żarnowo (Altsarnow)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3, Berlin 1809, S. 132–133.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Brandenburg 1864, S. 435–437.
  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 430–431.
  • Paul Biens, Heimatkreis Soldin (Hrsg.): Lippehne – Heimatkreis Soldin/Nm., Soltau, 1981.
  • Paul Biens: Chronik der Stadt Lippehne und der umliegenden Dörfer, 1908.
  • Jörg Lüderitz: Neumark – Durch die alte Kulturlandschaft östlich der Oder. 4. Auflage, Trescher Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-89794-122-9, S. 92–98 (eingeschränkte Vorschau)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lipiany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 326, 354.
  3. Georg Wilhelm von Raumer: Die Neumark Brandenburg im Jahr 1337 oder Markgraf Ludwig's des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Berlin 1837, S. 22–24, Nr. 5).
  4. W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 287, unten.
  5. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 354.
  6. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 327, Fn. 280.
  7. a b Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Brandenburg 1864, S. 435–437.
  8. GenWiki: Lippehne
  9. Der Brandenburger Landstreicher: Der Landkreis Soldin - Lippehne
  10. a b c d W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 430–431.
  11. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3, Berlin 1809, S. 132–133.
  12. a b c d e http://www.verwaltungsgeschichte.de/soldin.html#ew39sldlippeh
  13. a b GenWiki: Lippehne
  14. Das Genealogische Orts-Verzeichnis