Liste der Erinnerungssteine in Wien-Liesing

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Stein der Erinnerung in Liesing

Die Liste der Erinnerungssteine in Wien-Liesing enthält die Erinnerungssteine im 23. Wiener Gemeindebezirk, Liesing, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Verlegung erfolgt durch den Verein Steine der Erinnerung in Liesing.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept der Wiener Erinnerungs- und Gedenksteine beruht auf dem der Stolpersteine von Gunter Demnig und wird von diesem als Plagiat bezeichnet[1]. Die Liesinger Erinnerungssteine unterscheiden sich von Demnigs Stolpersteinen (a) durch ihre Größe, (b) dadurch, dass sie auch zwei oder mehr Personen auf einem Erinnerungsstein würdigen, (c) dass sie maschinell gefertigt wurden und nicht von Hand. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Erinnerungssteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Arnstein, Martha Martha Arnstein Kirchenplatz 1
(an der Fassade der Atzgersdorfer Kirche)
Erioll world.svg 17. Mai 2015 Martha Arnstein (geb. 22. Jänner 1910) wohnte in der Breitenfurter Straße 38 (heute 282), wurde am 28.10.1941 mit dem Transport 9 von Wien nach Lodz deportiert.
Gedenkstein für Karl und Riza Beran.JPG Beran, Karl Karl Beran Maurer Lange Gasse 85 Erioll world.svg 10. Sep. 2014 Karl Beran (geb. am 4. März 1872 in Wien) arbeitete bei der Österreichischen Kreditanstalt Wiener Bankverein. Mit seiner Frau Risa hatte er eine Tochter, Gertrude Ilka Beran, die am 1. November 1908 geboren wurde und bereits 1924 verstarb. Karl Beran ging 1938 in Pension und erhielt eine Alterspension von 247,35 RM pro Monat, des Weiteren besaß die Familie in- und ausländische österreichische Bundesanleihen im Wert von ca. 8.000 RM. Am 30. September 1938 musste die Familie Beran die Wohnung verlassen. Zuerst zogen Karl und Risa Beran in den 2. Wiener Gemeindebezirk, 1940 in den 4. Bezirk und im Dezember 1941 wieder in den 2. Bezirk. Am 22. Juli 1942 erfolgte die Deportation des Ehepaares nach Theresienstadt (Transport Nr. 33) und von hier wurden sie am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo beide, wahrscheinlich am Tag ihrer Ankunft, ermordet wurden.
Beran, Risa Risa Beran
(geb. Müller)
Risa Beran (geb. am 18. Oktober 1888) lebte zusammen mit ihrem Mann Karl Beran in einer Mietwohnung in Mauer (Langegasse 85), diese Wohnung mussten sie am 30. September 1938 verlassen und sie zogen zunächst in den 2. Wiener Gemeindebezirk (Obere Donaustraße 49/26), am 24. Juli 1940 erfolgte eine weitere Übersiedelung in den 4. Wiener Gemeindebezirk (Brahmsplatz 8/1/111/6), nur wenige Monate später, am 2. Dezember 1941, erfolgte ein weiterer Umzug, wieder in den 2. Wiener Gemeindebezirk (Czerninplatz 2/11/11/36). Am 22. Juli 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Mann Karl mit dem Transport Nr. 33 von Wien nach Theresienstadt deportiert und von dort am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Von den 18.402 Menschen, die zwischen dem 28. September und dem 28. Oktober 1944 in elf Transporten nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, überlebten nur 1.574 Menschen. Risa Beran überlebte die Deportation nicht und wurde wahrscheinlich am Tag ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.
Erinnerungsstein für Sidonie und Hedy Blum.JPG Blum, Hedy Hedy Blum Breitenfurter Straße 316 Erioll world.svg 09. Nov. 2013 Hedy Blum (geb. am 23. August 1931) wurde als noch nicht 11-Jährige am 17. August 1942 ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert, wo sie am 21. August 1942, am Tag ihrer Ankunft im Lager, ermordet wurde.
Blum, Sidonie Sidonie Blum
(geb. Kornitzer)
Sidonie Blum (geb. am 6. Januar 1898) lebte mit ihrer Tochter Hedy Blum in der Breitenfurterstraße 76 (heute Nr. 320). Im Jahr 1939 wurden sie gezwungen ihre Wohnung zu verlassen und wurden in eine Sammelwohnung in den 2. Wiener Gemeindebezirk (Czerningasse 15) verbracht, dort lebten sie zusammen mit 3 weiteren Familien für 3 Jahre. Am 17. August 1942 wurden sie ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert, wo sie bei ihrer Ankunft am 21. August 1942 ermordet wurden. Sie war die Schwester von Mathilde Frischwasser. Ihrem Ehemann Heinrich Blum und ihrem Sohn Nathan Hans Blum gelang die Flucht, beide starben in Israel.
Gedenkstein für Eduard und Gisela Czerner.JPG Czerner, Eduard Eduard Czerner Breitenfurter Straße 350 Erioll world.svg 13. Jun. 2015 Eduard Czerner (geb. am 22. März 1883 in Brody, Ukraine) war zuletzt in Wien 2, Czerningasse 8 wohnhaft. Er wurde zusammen mit seiner Frau Gisela mit dem Transport Nr. 2 am 19. Februar 1941 ins Ghetto Kielce deportiert und ermordet.
Czerner, Gisela Gisela Czerner
(geb. Klein)
Gisela Czerner (geb. am 15. Juni 1885 in Kis Szilva, Ungarn) wurde als Gisela Klein geboren; ihre Eltern sind Berta und Eduard Klein. Sie war mit Eduard Czerner verheiratet und lebte mit ihm in Liesing (Wien). Zusammen mit ihm wurde sie mit dem Transport Nr. 2 am 19. Februar 1941 ins Ghetto Kielce deportiert und ermordet. Die biografischen Informationen über Gisela Czerner nach dem Zeugnis ihrer Tochter, Julie Cohen, eine Fotografie von ihr und das Zeugenprotoll aus dem Jahr 1978 sind in der digitalen Datenbank von Yad Vashem archiviert und online zugänglich.[2]
Gedenkstein für Adolf Denkscherz.JPG Denkscherz, Adolf Adolf Denkscherz Endresstraße 16 Erioll world.svg 08. Nov. 2014 Adolf Denkscherz (geb. am 21. Dezember 1899) war Mechaniker. Er war mit Hilda Geiger (geboren am 14. September 1894) verheiratet, die Ehe wurde 1927 geschieden. Denkscherz wurde am 28. Oktober 1941 mit Transport 9 von Wien ins Ghetto Łódź deportiert, wo er ums Leben gebracht wurde. Seine Nummer während des Transportes war die 941.
Gedenkstein für Auguste und Wilhelm Drill.JPG Drill, Auguste Auguste Drill
(geb. Taussig)
Maurer Lange Gasse 62 Erioll world.svg 10. Sep. 2014 Auguste Drill (geb. am 18. März 1887 in Wien) musste gemeinsam mit ihrem Mann, Wilhelm Drill, am 17. August 1941 Mauer verlassen. Das Ehepaar zog in die Rotenturmstraße 21 im 1. Bezirk und wurde von dort am 27. April 1942 mit dem Transport Nr. 18 nach Włodawa in Polen deportiert.
Drill, Wilhelm Wilhelm Drill Wilhelm Drill (geb. am 31. August 1873 in Paasdorf) promovierte an der Universität Wien zum Doktor der Medizin und arbeitete danach fünf Jahre lang als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus Wien. 1903/1904 eröffnete er eine Praxis in Mauer. Er war hier sehr angesehen und galt als Menschenfreund. Von August 1914 bis November 1918 leitete er als Spitalskommandant das Reservelazarett in Uscca bzw. Deroleta in Bosnien, dafür erhielt er mehrere hohe Auszeichnungen. Am 6. April 1925 heiratete er Auguste Taussig. Der Gemeindetag von Mauer beschloss 1936 einstimmig für Wilhelm Drill den Titel des Medizinalrates zu erwirken. Nach dem Anschluss durften in seiner Praxis nur noch jüdische Bürger behandelt werden. Aufgrund der Nürnberger Gesetze musste diese aber am 30. September 1938 geschlossen werden. Wilhelm Drill wurde genötigt, den zweiten Vornamen Israel anzunehmen. Am 17. August 1941 mussten er und seine Frau Mauer verlassen, das Ehepaar zog in den 1. Wiener Gemeindebezirk (Rotenturmstraße 21). Im Februar 1942 wurden sie in ein Lager im 2. Bezirk, in die Sperlgasse, verbracht. Von dort erfolgte die Deportation mit dem Transport Nr. 18 am 27. April 1942 nach Włodawa in Polen. Wilhelm Drill wurde am 8. Mai 1945 für tot erklärt.
Gedenkstein für Mathilde und Erich Frischwasser 2.JPG Frischwasser, Erich Erich Frischwasser Breitenfurter Straße 389 Erioll world.svg 13. Jun. 2015 Erich Frischwasser (geb. am 27. Februar 1932[3]) war der Sohn von Sam Shalo (auch: Schulem) und Mathilde Frischwasser. Während sein Vater (1900–1989) und sein Bruder Alexander (1927–2006) in den USA überlebte, wurden Erich und seine Mutter nach Polen verschleppt und am 4. April 1943 im Rahmen der Räumung des Ghettos Zloczów gemeinsam mit mehreren Hundert anderen Opfern des Holocaust von SS-Truppen durch bei einer Massenerschießung ermordet.
Frischwasser, Mathilde Mathilde Frischwasser
(geb. Kornitzer)
Mathilde Frischwasser (geb. am 21. Jänner 1899) betrieb eine Textil­handlung. Sie wurde aufgrund des Rassenwahns des NS-Regimes gemeinsam mit ihrem elfjährigen Sohn Erich nach Polen verschleppt und beide wurden am 4. April 1943 in Zloczów im Rahmen von Massenerschießungen ermordet. Sie war die Schwester von Sidonie Blum.
Erinnerungsstein für Helene und Ruth Fuchs.jpg Fuchs, Helene Helene Fuchs
(geb. Grüner)
Paul-Katzberger-Gasse 9 Erioll world.svg 09. Sep. 2016 Helene Fuchs (geb. 5.6.1897) war verheiratet mit Aaron Fuchs, hatte 2 Kinder Ruth und Karl. Sie wurde am 31.8.1942 mit dem Transport 39 Da 225 nach Maly Trostinec deportiert und am 4.9.1942 getötet.
Fuchs, Ruth Ruth Fuchs Ruth Fuchs (geb. am 22. Jänner 1931) wurde am 31.8.1942 mit dem Transport 39 Da 225 nach Maly Trostinec deportiert und am 4.9.1942 getötet.
Erinnerungsstein für Rudolf Fuchs.JPG Fuchs, Rudolf Rudolf Fuchs Breitenfurter Straße 278 Erioll world.svg 07. Nov. 2015 Rudolf Fuchs (geb. am 23. Juli 1892 in Jihlava) lebte unter anderem in der Breitenfurter Straße 34 (heute Nr. 278), während des Krieges aber in Prag (Vezenska 9). Am 18. August 1944 wurde er mit dem Transport Ef (Seine Nummer auf dem transport lautete 11) von Prag ins Ghetto Theresienstadt deportiert, am 29. September 1944 wird er mit dem transport El (Seine Nummer auf dem transport lautete 291) nach Auschwitz überstellt, wo er ermordet wurde.
Erinnerungsstein für Wilhelm Fuchs.JPG Fuchs, Wilhelm Wilhelm Fuchs Breitenfurter Straße 292 Erioll world.svg 07. Nov. 2015 Wilhelm Fuchs (geg. am 11. November 1871 in Holíč) wohnte in der Breitenfurter Straße 48 (heute Nr. 292) in Wien. Am 23. Oktober 1941 wurde er von der Sammelstelle Kleine Sperlgasse 2A (eine Schule im 2. Wiener Gemeindebezirk) zum Aspangbahnhof gebracht und von dort mit dem Transport 8, Zug Da 9 (seine Nummer auf dem Transport lautete 72) von Wien nach Łódź deportiert, wo er am 24. Oktober 1941 ankam. Am 20. April 1942 ermordet wurde er in Łódź ermordet.
Erinnerungsstein für Rosa und Arnold Gerstl.jpg Gerstl, Rosa Rosa Gerstl
(geb. Neumann)
Karl-Heinz-Straße 28 Erioll world.svg 11. Jun. 2016 Rosa Gerstl (geb. am 4. Jänner 1889) wurde am 19.4.1943 nach Malines/Auschwitz-Birkenau deportiert.
Gerstl, Arnold Arnold Gerstl Arnold Gerstl (geb. am 13. Mai 1886) wurde am 12.8.1942 nach Drancy/Auschwitz-Birkenau deportiert.
Gedenkstein für Karl Griesbach.JPG Griesbach, Karl Karl Griesbach Taglieberstraße 11 Erioll world.svg 08. Nov. 2014 Karl Griesbach (geb. am 25. Juli 1904 in Wien) war ein österreichischer Kommunist und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ von der Gestapo Wien verhaftet, verhört und ins Konzentrationslager Börgermoor deportiert. Dort ist er 1944 oder 1945 zu Tode gekommen, er wurde 1950 für tot erklärt.
Gedenkstein für Helene Wilhelm Hatschek.JPG Hatschek, Helene Helene Hatschek
(geb. Porkorny)
Endresstraße 16 Erioll world.svg 08. Nov. 2014 Helene Hatschek (geb. am 25. Februar 1880) war die Witwe des angesehenen Atzgersdorfer Arztes Rudolf Hatschek, der 1939 verstarb. Sie und ihr Sohn mussten aus der Bahnstraße 18 (heute Endresstraße 16) wegziehen und kamen in den 9. Wiener Gemeindebezirk (Rossauer Gasse 3). Sie wurde gemeinsam mit ihrem Sohn Wilhelm am 2. Juni 1942 mit dem Transport 24 Zug Da 205 von Wien nach Minsk ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert und dort ermordet.
Hatschek, Wilhelm Wilhelm Hatschek Wilhelm Hatschek (geb. am 23. April 1916) wurde gemeinsam mit seiner Mutter am 2. Juni 1942 mit dem Transport 24 Zug Da 205 von Wien nach Minsk verbracht, wo beide im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet wurden.
Erinnerungsstein für Franz Heindl.jpg Heindl, Franz Franz Heindl Siebenhirtenstraße 4 Erioll world.svg 09. Sep. 2016 Franz Heindl (geb. am 26. Juni 1906 in Wien) wurde wegen Betätigung für die KPÖ am 27.11.1943 vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt. Im gleichen Prozess wurde auch sein Bruder Michael Heindl und 4 weitere Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt. Beide wurden am 13.3.1944 im Landesgericht Wien hingerichtet.
Erinnerungsstein für Michael Heindl.jpg Heindl, Michael Michael Heindl Josef-Kutscha-Gasse 18 Erioll world.svg 09. Sep. 2016 Michael Heindl (geb. am 29. September 1901 in Wien) wurde wegen Betätigung für die KPÖ am 27.11.1943 vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt. Im gleichen Prozess wurde auch sein Bruder Franz Heindl und 4 weitere Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt. Beide wurden am 13.3.1944 im Landesgericht Wien hingerichtet.
Gedenkstein für Leopold Hofmann.JPG Hofmann, Leopold Leopold Hofmann Taglieberstraße 1 Erioll world.svg 08. Nov. 2014 Leopold Hofmann (geb. am 8. September 1900) war Chauffeur und wohnte im Liesinger Stadtteil Atzgersdorf. Er wurde im Jänner 1944 wegen Betätigung für die KPÖ verhaftet und am 14. August 1944 in das KZ Flossenbürg deportiert. Er kam am 19. März 1945 im KZ-Außenlager Hersbruck ums Leben.
Erinnerungsstein für Alfred Kleppner.jpg Kleppner, Alfred Alfred Kleppner Auer-Welsbach-Straße 53 Erioll world.svg 11. Jun. 2016 Alfred Kleppner (geb. am 9. Dezember 1903) war Schauspieler (Alfred Alfner), am 11.11.1943 mit dem Transport 461 nach Theresienstadt (Nr. 1041) und am 19.10.1944 mit Transport Es nach Auschwitz (Nr. 92) deportiert.
Gedenkstein für Therese Klostermann.JPG Klostermann, Therese Therese Klostermann
(geb. Lhotzky)
Carlbergergasse 39 Erioll world.svg 09. Nov. 2013 Therese Klostermann (geb. am 11. Juli 1913 in Wien) war eine österreichische Arbeiterin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime. Sie sammelte Spenden für die Angehörigen politisch Inhaftierter, wurde am 27. November 1943 gemeinsam mit weiteren fünf Widerstandskämpfern von der NS-Justiz zum Tode verurteilt und am 13. März 1944 im Wiener Landesgericht mit dem Fallbeil hingerichtet.
Gedenksteine für Familie Kunke.JPG Kunke, Cäcilie Cäcilie Kunke
(geb. Schiffer)
Kroissberggasse 8 Erioll world.svg 17. Mai 2014 Cäcilie Kunke (geb. am 24. Mai 1880 in Hindenburg), oft Cilli oder Cilla genannt, war die Ehefrau von Norbert Kunke (1871–1938), zuletzt Direktor des Versicherungsschutzes für österreichische Konsumvereine in Wien. Ihr Mann wurde 1934 pensioniert und starb 1938. Das Paar hatte drei Kinder: Alice (Lebensdaten und Schicksal unbekannt), die eine Theaterschule absolvierte und nach ihrer Heirat Kordaszewska hieß, Herta Gertrude (1901–1942), eine Französisch-Lehrerin, und Hans Kunke (1906–1940), ein Versicherungsbeamter. Soweit ersichtlich wurde die gesamte Familie vom NS-Regime ermordet. Am 20. Oktober 1938 musste sie zusammen mit ihrer Tochter Herta Gertrude ihre Villa verlassen und sie kamen in den 4. Wiener Gemeindebezirk (Wiedner Hauptstraße 15/7). Beide bemühten sich das deutsche Reich verlassen zu können, dies gelang nicht. Im Jahr 1942 erfolgte eine erneute Umsiedelung in den 20. Bezirk (Treustraße 2/5) und schließlich in den 2. Bezirk (Sperlgasse 2A). Die Villa in der Kroißberggasse wurde von den Kunkes zunächst an das Deutsche Reich verkauft, im November 1942 erfolgte die Einziehung der Villa und des angrenzenden Grundstückes (auch Eigentum der Familie Kunke) als volks- und staatsfeindliches Vermögen zu Gunsten des Deutschen Reiches. Mit Beschluss des Bezirksgericht Liesing vom 24. Februar 1977 wurden die Anteile von Cäcilia Kunke an der Villa und dem Weingarten-Grundstück als Heimfallsmasse für die Republik Österreich im Grundbuch einverleibt. Cäcilie Kunke wurde gemeinsam mit ihrer Tochter am 17. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Kunke, Hans Hans Kunke Hans Kunke (geb. am 12. Dezember 1906 in Biała) war ein Versicherungsbeamter und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er war Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. Wie seine Geschwister, war auch Hans musikalisch sehr begabt (er spielte Klavier und war ein sehr guter Bariton-Sänger), von 1930 bis 1934 schrieb er politische Revuen (bekannte Melodien erhielten einen politischen Text oder politische Gedichte wurden vertont). In der Sozialistischen Arbeiterjugend lernte er seine spätere Ehefrau, Stefanie Kunke, kennen, die er am 28. September 1934 heiratete. Das Paar zog in den 7. Wiener Gemeindebezirk (Zieglergasse 46). Am 28. September 1936 erfolgte die erste Verhaftung durch die Staatspolizei, sie wurden verurteilt, kamen aber durch das Amnestiegesetz wieder frei. Am 15. Mai 1938 erfolgte die weitere Verhaftung des Paares. Hans Kunke kam zunächst in das Konzentrationslager Dachau und von dort ins KZ Buchenwald, hier musste er Steine schleppen, obwohl er laut Augenzeugenberichten dazu physisch nicht mehr in der Lage war. Hans Kunke wurde erschossen, als er (im Alter von 33 Jahren) am 30. Oktober 1940 in Richtung Stacheldraht lief.[4]
Kunke, Herta Gertrude Herta Gertrude Kunke Herta Gertrude Kunke (geb. am 17. April 1901) war Französisch-Lehrerin. Sie lebte gemeinsam mit ihrer Mutter in Mauer bei Wien, wurde gemeinsam mit ihr am 17. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert. 1955 wurde sie mit 8. Mai 1945 für tot erklärt.
Gedenkstein für Steffi Kunke.JPG Kunke, Stefanie Stefanie Kunke
(geb. Jelinek)
Maurer Lange Gasse 47 Erioll world.svg 17. Mai 2014 Stefanie Kunke (geb. am 26. Dezember 1908 in Wien) war eine österreichische Lehrerin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime. Sie wurde – ebenso wie ihr Ehemann Hans Kunke – verhaftet, deportiert und im Alter von 34 Jahren am 14. Februar 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet.
Erinnerungsstein für Käthe Leichter.jpg Leichter, Dr. Käthe Dr. Käthe Leichter
(geb. Pick)
Rosenhügelstraße 245 Erioll world.svg 15. Sep. 2015 Käthe Leichter (geb. 20. August 1895 in Wien) war eine der führenden Sozialdemokratinnen der Zwischenkriegszeit. Sie lebte von September 1934 bis zu ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 30.5.1938 in Mauer und leitete die Schulungsarbeit der Revolutionären Sozialisten, ihr Heim war ein Zentrum der illegalen Arbeit. Trotz zahlreicher ausländischer Interventionen deportierte das NS-Regime Käthe Leichter im Jänner 1940 ins Frauen-KZ Ravensbrück. Am 17.3.1942 wurde sie in der NS-Tötungsanstalt Bernburg im Zuge der sogenannten Aktion 14f13 mit Giftgas ermordet.
Gedenkstein für Ignaz und Kurt Machauf 2.JPG Machauf, Ignaz Ignaz Machauf Breitenfurter Straße 383 Erioll world.svg 13. Jun. 2015 Ignaz Machauf (geb. am 18. Mai 1881) war Kaufmann und betrieb eine Gemischtwarenhandlung. Er wurde gemeinsam mit seinem Sohn am 23. Oktober 1941 mit dem Transport 8 Zug Da 9 von Wien ins Ghetto Łódź deportiert, Ignaz Machauf wurde am 13. April 1942 ermordet.
Machauf, Kurt Kurt Machauf Kurt Machauf (geb. am 19. August 1926) war Schüler. Er wurde gemeinsam mit seinem Vater am 23. Oktober 1941 mit dem Transport 8 Zug Da 9 von Wien ins Ghetto Łódź deportiert, von hier erfolgte die Deportation ins Vernichtungslager Kulmhof, wo er ermordet wurde.
Gedenksteine für Familie Neumann 01.JPG Neumann, Bertha Bertha Neumann
(geb. Kunreuther)
Dirmhirngasse 25 Erioll world.svg 13. Jun. 2015 Bertha Neumann (geb. am 22. Februar 1893) war eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin. Sie war mit dem Liesinger Gemeindearzt Karl Neumann verheiratet und wurde gemeinsam mit ihm und dem jüngsten Sohn Klaus am 24. Juni 1943 mit Transport 46i ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Ihre älteren Nachkommen, Anna Rosa (1924–2006) und Peter Franz (1927–1986), wurden 1938 bzw. 1939 mit Kindertransporten nach England verschickt und emigrierten schließlich nach Brasilien. Sie hatten fünf Kinder und sieben Enkelkinder. Bertha Neumann, ihr Mann und ihr jüngster Sohn, gerade 12 Jahre alt, wurden am 28. Oktober 1944 mit Transport Ev nach Auschwitz deportiert und dort vom NS-Regime ermordet.
Neumann, Karl Karl Neumann Karl Neumann (geb. am 22. März 1890) war ein hoch angesehener Arzt in Liesing, nahm sich besonders der Hauskrankenpflege und Jugendfürsorge in Liesing an und kaufte mit persönlichen Mitteln den ersten Krankentransportwagen für Liesing. Seine beiden ältesten Nachkommen überlebten, er jedoch würde gemeinsam mit seiner Gattin und seinem jüngsten Sohn Klaus, der gerade 12 Jahre alt war, ins Gas geschickt.
Neumann, Klaus Klaus Neumann Klaus Neumann (geb. am 26. Jänner 1932) war ein 12-jähriger Schüler, der vom NS-Regime gemeinsam mit seinen Eltern durch Vergasung ermordet wurde.
Gedenkstein Ludwig Ordower.jpg Ordower, Ludwig Ludwig Ordower Kaserngasse 22 Erioll world.svg 10. Sep. 2014 Ludwig Ordower (geb. am 15. Oktober 1880 in Radziwiłłów) stammte aus Polen. Er wohnte in der Kasernenstraße 22 im Liesinger Stadtteil Mauer und wurde am 12. September 1939 ins KZ Buchenwald gebracht. Er wurde am 26. März 1942 ermordet.
Gedenkstein für Erwin und Fanny Schleifer 01.JPG Schleifer, Erwin Erwin Schleifer Endresstraße 97 Erioll world.svg 10. Sep. 2014 Familie Schleifer kam vor dem Ersten Weltkrieg nach Mauer bei Wien und wohnte zuerst in der Hauptstraße 42, später in der Hauptstraße 31 (heute Endresstraße). Erwin Schleifer (geb. am 5. Oktober 1911 in Wien) war der Sohn des Oberkantors Jakob Schleifer (1873–1930) und dessen Frau Fanny. Die Familie hatte zwei Söhne und eine Tochter: Hermann (geb. am 9. September 1909) und Erwin besuchten beide in Mauer die Volksschule und danach das Gymnasium in Mödling. Das Schicksal ihrer Schwester Elsa (geb. 1902) ist unbekannt. Hermann Schleifer war noch bis 30. April 1938 als Manipulant angestellt, danach war er arbeitslos und ohne jedes Einkommen. Erwin arbeitete noch bis 15. Juli 1938 als Buchhalter, danach war auch er arbeitslos und ohne Einkommen. Die Familie musste am 24. September 1938 Mauer verlassen und zog von Unterkunft zu Unterkunft. Hermann Schleifer konnte am 25. April 1939 nach England auswandern und lebte als Harry T. Sanders nach dem Krieg in Irland. Auch Erwin Schleifer wollte auswandern und versuchte Ende 1939, gemeinsam mit mehr als 1.200 Juden auf Donauschiffen nach Palästina zu gelangen. Die Reise endete im serbischen Kladovo, 1941 kamen die Flüchtlinge ins Konzentrationslager Šabac. Am 12. Oktober 1941 wurden – als "Sühne" für einen Partisanenüberfall − alle jüdischen Männer des Lagers erschossen. Erwin Schleifer war einer von ihnen.[5]
Schleifer, Fanny Fanny Schleifer
(geb. Reis)
Fanny Schleifer (geb. am 29. Juni 1881 in Wien) war die Witwe des Oberkantors Jakob Schleifer (1873–1930) und erhielt von der Israelitischen Kultusgemeinde eine monatliche Pension von 203 RM. Am 1. Juli 1938 wurde diese um 12 % reduziert. 1939 wurde sie aus Liesing vertrieben und fand Unterschlupf im 2. Wiener Gemeinde­bezirk (von August bis Oktober), danach im 6. (von Oktober 1939 bis Jänner 1941) und danach erneut im 2. (ab Jänner 1941). Von dort wurde sie am 10. September 1942 mit Transport lV/10 von Wien ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 16. Mai 1944 wurde Fanny Schleifer mit Transport »Ea« nach Auschwitz überstellt, wo sie vom NS-Regime ermordet wurde.
Erinnerungsstein für Isidor und Ernestine Schnee.JPG Schnee, Ernestine Ernestine Schnee
(geb. Adler)
Breitenfurter Straße 282 Erioll world.svg 07. Nov. 2015 Ernestine Schnee (geb. am 6. Dezember 1878 in Hartmanitz), geborene Adler, verwitwete Arnstein war in erster Ehe mit Herman Arnstein verheiratet, das Paar hatte zwei Kinder – den Sohn Emmerich (geboren am 4. Dezember 1905) und die Tochter Martha (geboren am 22. Januar 1910). Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratet sie in zweiter Ehe 1917 Isidor Schnee. Am 28. Oktober 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter Martha von der Sammelstelle Kleine Sperlgasse 2A, einer Schule im 2. Wiener Gemeindebezirk, zum Aspangbahnhof gebracht und die Familie wurde mit dem Transport 9 (Ernestine Schnees Nummer auf dem Transport lautete 640, die ihrer Tochter Martha 641) ins Ghetto Łódź deportiert. Am 1. Februar 1942 wurde ihr Ehemann Isidor vom NS-Regime ermordet. Am 15. Mai 1942 wurden auch sie und ihre Tochter Martha Arnstein im Vernichtungslager Chełmno ermordet. Ihr Sohn Emmerich konnte rechtzeitig flüchten, im Februar 1940 wurde er in Tel Aviv Vater einer Tochter.
Schnee, Isidor Isidor Schnee Isidor Schnee (geb. am 30. Juni 1876) heiratete 1917 die Witwe Ernestine Arnstein, geb. Adler und wurde am 28. Oktober 1941 mit Transport 9 gemeinsam mit Ehefrau und Stieftochter Martha von Wien ins Ghetto Łódź verschleppt. Seine Häftlingsnummer während des Transports war 649. In Łódź ist er am 1. Februar 1942 vom NS-Regime ermordet worden.[6]
Erinnerungsstein für Siegfried Singer.JPG Singer, Siegfried Siegfried Singer Breitenfurter Straße 383 Erioll world.svg 13. Jun. 2015 Siegfried Singer (geb. am 7. August 1892) führte ein Delikatessengeschäft in der Wiener Straße 14 (heute: Breitenfurter Straße 383) und wohnte im 3. Wiener Gemeindebezirk. Er wurde 7. September 1942 deportiert und im KZ Auschwitz-Birkenau umgebracht.
Gedenkstein für Johann Teufel.JPG Teufel, Johann Johann Teufel Anton-Krieger-Gasse 28 Erioll world.svg 10. Sep. 2014 Johann Teufel (geb. am 12. Dezember 1896) war Tischlergehilfe bei Steyr-Daimler-Puch und wohnte im Liesinger Stadtteil Mauer. Er wurde im September 1941 wegen Betätigung für die KPÖ verhaftet, am 21. November 1942 vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 16. Juni 1943 im Wiener Landesgericht mittels Fallbeil hingerichtet.
Tichler, Ludwig Ludwig Tichler Kirchenplatz 1
(an der Fassade der Atzgersdorfer Kirche)
Erioll world.svg 17. Mai 2015 Ludwig Tichler (geb. am 2. Dezember 1914) wohnte in der Speisinger Straße 2 (heute Scherbangasse 2), wurde am 14.9.1942 mit dem Transport 41 Zug Da 227 nach Maly Trostinec deportiert, wo er am 18.9.1942 ermordet wurde.
Erinnerungsstein für Eugenie und Bela Ungar.jpg Ungar, Eugenie Eugenie Ungar
(geb. Schild)
Auer-Welsbach-Straße 45 Erioll world.svg 11. Jun. 2016 Eugenie Ungar (geb. am 3. Juni 1899) wohnte in der ehem. Auer Welsbach Villa (Auer-Welsbach-Straße 239, heute: Auer-Welsbach-Straße 45), am 16.1.1945 in Gmunden ermordet.
Ungar, Bela Bela Ungar Bela Ungar (geb. am 30. Mai 1896 in Torokkanizsa) wohnte in der ehem. Auer Welsbach Villa (Auer-Welsbach-Straße 239, heute: Auer-Welsbach-Straße 45), auf dem Todesmarsch von Budapest nach Österreich bei Hegyeshalom am 17.11.1944 erschossen.
Erinnerungsstein für Alfred Weisel.jpg Weisel, Alfred Alfred Weisel Charausgasse 48 Erioll world.svg 11. Jun. 2016 Alfred Weisel (geb. am 24. April 1884 in Teltsch) war Versicherungsangestellter, wohnte in Atzgersdorf, Ziehrergasse 32 (heute Charausgasse 48), konfessionslos, rassisch und politisch verfolgt, ab 09/38 in der Tschechoslowakei, deportiert nach Iglau/Auschwitz-Birkenau, wo er am 24.4.1941 starb.
Erinnerungsstein für Elsa Weiss.jpg Weiss, Elsa Elsa Weiss Auer-Welsbach-Straße 24 Erioll world.svg 11. Jun. 2016 Elsa Weiss (geb. am 6. April 1878) wurde am 19.10.1941 nach Lodz deportiert.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steine der Erinnerung in Wien-Liesing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katrin Seedig: Das Problem mit dem Symbolischen, Die Tageszeitung, 4. Februar 2015
  2. Gisela Czerner. In: The Central Database of Shoah Victims' Names, Yad Vashem, abgerufen am 19. September 2015
  3. Es gibt verschiedene Angaben über sein Geburtsdatum, sie reichen von 1929 bis 17. Jänner 1933. Angegeben ist die wahrscheinlichste Version.
  4. Sowohl für das Geburtsdatum (6. oder 12. Dezember 1906), als auch für das Sterbedatum (30. oder 31. Oktober 1940) gibt es divergierende Angaben. Verwendet wurden die glaubwürdigsten bzw. häufigsten Angaben.
  5. Maurer Kalendarium, Anschluss und Veränderungen 1938- 39, 127
  6. Letter To The Stars: Lieber Isidor, abgerufen am 18. Dezember 2015