Liste der Kalendersysteme

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Die folgende Liste der Kalendersysteme ist danach sortiert, was die Grundlage für die Bestimmung der Länge eines Kalenderjahres darstellt. So gibt es:

Je nachdem, welche astronomischen Beobachtungen der Jahreslänge zugrunde liegen, unterscheidet man:

  • Solarkalender – nach der Sonne, genauer dem Sonnenstand (und damit den Jahreszeiten, Mondphasen bleiben unberücksichtigt). Jahreslänge ist der angenommene mittlere Abstand der Zeitpunkte mit gleichem Sonnenstand. Jahresbeginn ist entweder ein bestimmter Sonnenstand, zumeist das Frühlings-Äquinoktium, oder ein willkürlicher, durch arithmetische Algorithmen bestimmter Tag.
  • Lunarkalender – nach den Mond, genauer den Mondphasen. Das Jahr ist definiert mit zwölf Monaten, deren Beginn jeweils identischen Mondphasen, zumeist dem Neulicht entspricht. Weil ein so bestimmtes Jahr kürzer als das tropische Jahr ist, wird in einem
    • Lunisolarkalender, einem Unterfall lunarer Kalender, die Synchronisation mit dem tropischen Jahr durch Einfügung eines Schaltmonats nach festen Regeln wieder hergestellt.
  • lunistellare Kalender – nach Mond und Sternen[1]

Ist einer der obigen Kalender in noch keiner Gesellschaft oder Religion umgesetzt, so spricht man von Kalenderentwürfen.

Siehe auch: List of calendars (engl. Wikipedia)

Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage des Kalendersystems: Berechnung oder Beobachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage aller astronomischen Kalendern ist die Beobachtung der Himmelskörper. Arithmetische Kalender beruhen hingegen rein auf Berechnungen. Der bekannteste ist der Gregorianische Kalender mit seinen arithmetischen, zyklischen Schalttagsanordnungen.

Innerhalb eines Kalendersystems kann die Grundlage des Systems von Beobachtung zu Berechnung wechseln. Beispiele dafür sind der jüdische Kalender und zoroastrische Formen des iranischen Kalenders. Hintergrund eines solchen Wechsels war der Wegfall der Autoritäten, die die astronomischen Beobachtungen für verbindlich zu erklären hatten (im Falle der Zoroastrier der Untergang des Sasaniden-Reiches), bzw. im Falle der Juden war die Funktionsfähigkeit dieser Autoritäten gefährdet.

Sofern Schalttagsregelungen in Umrechnungsformeln der Daten unterschiedlicher Kalendersysteme enthalten sind (etwa bei einer Umrechnung zwischen Daten des islamischen Kalenders und des gregorianischen Kalenders), handelt es sich um Näherungsformeln, deren Ergebnis gelegentlich einen Tag neben dem „wirklichen“ (historischen) Datum liegt.

Verknüpfung mit einer bestimmten Ära[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kalendersystem ist meist mit einer bestimmten Ära verbunden (→Epoche), nach der die Jahreszählung oder -benennung erfolgt. Beides, Kalender und Ära, ist aber zu trennen. Einige asiatische Kalendersysteme, wie z. B. der japanische Kalender, haben ihre traditionelle Kalenderberechnung im 19./20. Jahrhundert zwar aufgegeben und – was Jahresbeginn, Monatseinteilung und Schaltjahresberechnung betrifft – den gregorianischen Kalender übernommen, ihre überkommene Jahreszählung (nach Herrschaftsjahren des Tenno in Japan, „seit Gründung der Republik China 1912“ in Taiwan etc.) aber beibehalten. Umgekehrt wurde der julianische Kalender neben der christlichen Ära auch mit der Byzantinischen Ära (Zählung der Jahre seit Erschaffung der Welt), der Diokletianischen Ära, der Varronischen Ära (seit Gründung der Stadt Rom), der Jahresbezeichnung nach den römischen Konsuln, der Seleukidischen Ära und im Rumi-Kalender mit der Islamischen Ära verwendet.

Die proleptische Verwendung von Epochen und Kalendern, das heißt ihre Anwendung auf Daten vor ihrem Referenzdatum (Ursprungsdatum), ist mit Ausnahme der christlichen Zeitrechnung ungebräuchlich. Datumsangaben vor Christi Geburt erfolgen nach dem gregorianischen oder julianischen Kalender, Daten zwischen der julianischen Kalenderreform 45 v. Chr. und der gregorianischen Reform, die am 15. Oktober 1582 in Rom und etlichen katholischen Territorien in Kraft trat, sind nach dem julianischen Kalender bestimmt.

Gebräuchliche und historische Kalendersysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine sichere Einteilung in gebräuchliche und historische Kalendersysteme ist schwierig, da manche seit Jahrhunderten kaum noch verwendeten Kalender von kleinen Gruppen weiterhin benutzt werden (z. B. der julianische Kalender) und ursprünglich bereits vergessene Kalender nach ihrer Wiederentdeckung neue Anhänger gefunden haben (z. B. Maya-Kalender und Irischer Kalender).

Weitere Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Belege für die Existenz von „Naturkalendern“ fehlen bisher. Sie richten sich nach regelmäßig auftretenden Naturereignissen. Bei jährlich auftretende Ereignissen wie etwa der Nilschwemme wären „Naturkalender“ genaugenommen Solarkalender, da jährlich auftretende Naturereignisse mit den Jahreszeiten gleichlaufen und sich damit ebenfalls nach der Sonne richten.

Lunarkalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solarkalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandeljahrkalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Kalender haben eine festgelegte konstante Jahreslänge von meist 365 Tagen. Sie orientieren sich damit zwar am Sonnenjahr mit 36514 Tagen, sind aber keine Solarkalender, da ihnen die Einschaltung (Interkalation, Schaltjahrregelung) fehlt. Über die Jahre kommt es so zu einer Verschiebung des Kalenderjahres zum Sonnenjahr. Das Ergebnis sind sogenannte Wandeljahre.

Lunisolarkalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Lunisolarkalender ist die Kombination eines Lunar- mit einem Solarkalender.

Lunistellare und sonstige kombinierte Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalender ohne astronomischen Bezug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalendersysteme, die bisher nicht zugeordnet werden konnten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuzeitliche Kalenderentwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalenderwiki, das auch moderne Entwürfe von Hobbyisten enthält

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Friedrich Quack: Zwischen Sonne und Mond - Zeitrechnung im Alten Ägypten, Originalveröffentlichung in: H. Falk (Hrsg.), Vom Herrscher zur Dynastie. Zum Wesen kontinuierlicher Zeitrechnung in Antike und Gegenwart, Bremen 2002, S. 38, pdf.