Ljuboml

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Ljuboml
Любомль
Wappen von Ljuboml
Ljuboml (Ukraine)
Ljuboml
Ljuboml
Basisdaten
Oblast: Oblast Wolhynien
Rajon: Rajon Ljuboml
Höhe: keine Angabe
Fläche: 7,03 km²
Einwohner: 10.270 (2004)
Bevölkerungsdichte: 1.461 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 44305
Vorwahl: +380 277
Geographische Lage: 51° 14′ N, 24° 2′ OKoordinaten: 51° 14′ 0″ N, 24° 2′ 0″ O
KOATUU: 723310100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Anatolyj Hirykowytsch
Adresse: вул. Червоної Армії 2
44305 м. Любомль
Statistische Informationen
Ljuboml (Oblast Wolhynien)
Ljuboml
Ljuboml
i1

Ljuboml (ukrainisch und russisch Лю́бомль; polnisch Luboml; jiddisch Libiwne (ליבעוונע )) ist eine kleine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Wolhynien, nahe dem Grenzübergang Jahodyn beim Dorf Starowojtowe nach Polen. Die nächstgrößeren Städte sind Kowel, Wolodymyr-Wolynskyj und Nowowolynsk.

Panoramablick auf den Ort

Der Ort wurde 1287 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, erhielt 1541 das Magdeburger Stadtrecht und lag bis 1795 in der Woiwodschaft Ruthenien/Chełmer Land[1] in der Polnischen Adelsrepublik. Danach kam sie zum Russischen Reich und 1921 zu Polen. Infolge des Hitler-Stalin-Pakts besetzte die Sowjetunion das Gebiet. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 war der Ort bis 1944 unter deutscher Herrschaft und gehörte zum Generalgouvernement, wurde dann durch die Rote Armee zurückerobert und in die Ukrainische SSR eingegliedert. Seit 1991 ist sie ein Teil der heutigen Ukraine.

Jüdisches Leben in Ljuboml[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdische Gemeinschaft in Ljuboml bestand schon im 14. Jahrhundert und war eine der ältesten im polnisch-litauischen Reich. Bereits 1510 (oder 1521) wurde die große, eindrucksvolle Wehrsynagoge erbaut.[2]

1847 lebten 2130 Juden in der Stadt, 50 Jahre später 3300; dies waren 72 % der Einwohner. Im 1. Weltkrieg nahm die Gesamtbevölkerung ab, der Anteil der Juden wuchs aber auf 91 % im Jahr 1931.

Vom Herbst 1939 bis Sommer 1941 gehörte Ljuboml zur Sowjetunion. Da ein paar jüdische Bewohner ein Willkommensschild für die einrückende Rote Armee errichtet hatte, richtete die abziehende polnische Division einige Bürger hin.

Unter der Sowjetherrschaft wurden die Juden nicht eigens verfolgt, jedoch waren alle unabhängigen Organisationen und Aktivitäten verboten und es wurde keine Rücksicht auf jüdische Bräuche und Gewohnheiten genommen.[3][4]

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion gelangte Ljuboml wieder unter deutsche Herrschaft. Die Juden wurden in ein Getto auf engstem Raum zusammengepfercht. Sie wurden gezwungen, die alten Thorarollen und Bücher aus der Synagoge zu holen und zu verbrennen. Am 1. Oktober 1942 wurden die Juden in einer Massenaktion in einem nahegelegenen Wald erschossen.

Von den Juden Ljubomls haben nur 51 den Holocaust überlebt.[5] Die Synagoge war während der deutschen Besatzung zwar beschädigt, aber noch erhalten. Sie wurde von den sowjetischen Behörden kurz nach dem Krieg vollständig abgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt kam 1898 die ukrainische Schauspielerin Natalija Uschwij zur Welt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Gold zwei pfahlgestellte silberne bewehrte gegengekehrte graue rotgezungte Wisente.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1918 gab der Magistrat von Ljuboml eine Briefmarkenserie mit Ansichten der Stadt heraus. Die Beschriftung war in den 4 Sprachen polnisch, ukrainisch, deutsch und hebräisch. Es war das erste Mal, dass hebräische Buchstaben auf Briefmarken erschienen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ljuboml – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rizzi Zannoni, Woiewództwa Lubelskie y Rawskie. Mazowsze y Podlasie Południowe. Część Pułnocna Woiewództw Bełzkiego, Ruskiego y Sendomirskiego, część zachodnia Województwo (!) Wolyńskiego y Brzeskiego — Litewskiego.; 1772
  2. http://shtetlroutes.eu/en/lyuboml-putvnik/ Jüdische Geschichte in Ljuboml. Abgerufen am 17. Februar 2018.
  3. Luboml: The Memorial Book of a Vanished Shtetl. ISBN 978-0881255805
  4. https://books.google.ie/books?id=gHT8t4XdHQcC&pg=PA244&lpg=PA244&dq=luboml+synagogue+ghetto&source=bl&ots=iZ30lgdfFw&sig=dMV2bXRYoyAkkAJVP80SMGIPEYc&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjEn_q77arZAhVnI8AKHXw5DOsQ6AEILzAB#v=onepage&q=luboml%20synagogue%20ghetto&f=false Abgerufen am 17. Februar 2018
  5. http://www.jewishvirtuallibrary.org/luboml-ukraine-jewish-history-tour Überlebende Juden. Abgerufen am 17. Februar 2018
  6. http://shtetlroutes.eu/en/lyuboml-putvnik/ Briefmarken in hebräisch. Abgerufen am 17. Februar 2018