Luca Antonio Predieri

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Luca Antonio Predieri (auch: Luc’Antonio Predieri, * 13. September 1688 in Bologna; † 3. Januar 1767 ebenda) war ein italienischer Komponist und Violinist.

Leben[Bearbeiten]

Luca Antonio Predieri stammte aus einer Musikerfamilie, seine Eltern waren Vitale Predieri und Maria Menzani. Luca Antonio machte wie die meisten Bologneser Musiker seine Ausbildung an der „Capella musicale“ von S. Petronio. Violinunterricht erhielt er von Abondio Bini und Tommaso Vitali, Lehrer für Kontrapunkt und Komposition waren Giacomo Antonio Perti und die mit ihm verwandten Musiker Giacomo Cesare Predieri (1671–1753), Angelo Predieri. 1705 wurde Luca Antonio Predieri an S. Petronio als Violaspieler erwähnt und von 1706 bis 1711 als Violinist. Predieri wurde Kapellmeister an mehreren Bologneser Kirchen, darunter auch von 1728 bis 1731 bei der „Capella musicale“ an der Kathedrale S. Petronio (1728–31). 1716 wurde er als Komponist in die Accademia Filarmonica aufgenommen, deren Principe er 1723 war.

Nach einem Umzug nach Wien wurde er 1739 als Nachfolger von Antonio Caldara Vizekapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle, die Johann Joseph Fux leitete. Nach dessen Tod 1741 übernahm Predieri bis 1751 die alleinige Leitung der Hofkapelle. Predieri komponierte sieben Oratorien, sakrale Musik und etwa 30 Opern, die vor allem in Florenz und Wien aufgeführt wurden. Zu Lebzeiten wurde er neben Nicola Porpora und Leonardo Vinci zu den bekanntesten Opernkomponisten seiner Generation gerechnet.

Von seinen Instrumentalkompositionen blieben nur wenige erhalten, dazu zählen eine Sinfonia in B und ein Violinkonzert mit einem virtuosen Schlusssatz, welches in einem Sammelband mit 12 weiteren Konzerten verschiedener italienischer Komponisten, der 1716 unter dem Titel bei „Concerti a cinque“ bei Jeanne Roger in Amsterdam veröffentlicht wurde.

Weitere Familienmitglieder[Bearbeiten]

Zahlreiche weitere Mitglieder der Familie Predieri waren Musiker, hauptsächlich in Bologna aktiv. Darunter war Giacomo (Maria) Predieri (1611–95), von 1679 bis 1693 Organist an der Kathedrale in Bologna, außerdem Kornettist und Trompeter sowie einer der Gründer der Accademia Filarmonica. Sein Neffe Antonio Predieri (um 1650–1710) wird als Opernsänger (Tenor) erwähnt. Angelo Predieri (Tommaso)(1655–1731) war ein Sänger, Komponist und Kapellmeister und einer der Lehrer von Padre Martini. Giacomo Cesare Predieri (1671–1753), ein weiterer Neffe von Giacomo und ein Onkel von Luca Antonio Predieri, war ein Komponist (insbesondere von Oratorien), Sänger und Kapellmeister an sechs Institutionen in Bologna. Giovanni Battista Predieri (um 1730–55) war Komponist und Kapellmeister [1] [2] [3].

Literatur[Bearbeiten]

  •  Roman Ortner: Luca Antonio Predieri und sein Wiener Opernschaffen. Notring, Wien 1971. (phil. Diss. Wien 1966)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luca Antonio Predieri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MGG, 2. Auflage Bd. 13, S. 904–905 Die verschiedenen Mitglieder der Predieri Familie
  2. Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten...... (1903)
  3. Lebenslauf bei answers.com.