Hofheim in Unterfranken

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hofheim i.UFr.
Hofheim in Unterfranken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hofheim i.UFr. hervorgehoben

Koordinaten: 50° 8′ N, 10° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Verwaltungs­gemeinschaft: Hofheim in Unterfranken
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 56,36 km2
Einwohner: 5109 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97461
Vorwahl: 09523
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 149
Stadtgliederung: 21 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obere Sennigstr. 4
97461 Hofheim i.UFr.
Website: www.stadt-hofheim.de
Bürgermeister: Wolfgang Borst (CSU)
Lage der Stadt Hofheim i.UFr. im Landkreis Haßberge
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Über dieses Bild
Hofheim von oben (2019)
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Hofheim in Unterfranken (amtlich Hofheim i.UFr., vor 1945 Hofheim in Mainfranken, amtlich Hofheim i. Mainfr.) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim in Unterfranken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim ist der Mittelpunkt der westlichen Haßberge. Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich von Schweinfurt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim gliedert sich in 21 Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahlen)[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Bundorf, Maroldsweisach, Burgpreppach, Königsberg in Bayern, Riedbach und Aidhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 780 bis 800 war der Ort eine karolingisches Vogtei (erstmals belegt als hoveheimono, evtl. jedoch schon früher unter dem Namen Hofingen gegründet, das ist im Dialekt bis heute der Name der Stadt). Ab 1500 lag Hofheim im Fränkischen Reichskreis. Im Jahr 1576 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Im 18. Jahrhundert wurden das Lendershäuser Tor und das Goßmannsdorfer Tor gebaut. Im Jahr 1803 kam Hofheim unter bayerische Verwaltung, 1806 bis 1814 unterstand es dem Großherzogtum Würzburg, danach kam es wieder zu Bayern. Zwischen 1862 und 1900 erfolgte die Zuweisung zum königlichen Bezirksamt Königshofen, 1892 der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde gab es in Hofheim seit 1597 ein Leprosorium, das 1664 erneuert wurde.[3]

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Kirchgasse 11 von SA-Männern geplündert, woran eine Gedenktafel hinter dem Rathaus erinnert. Die Synagoge blieb als Gebäude erhalten und wird heute als Wohnhaus genutzt.[4]

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde der 1900 entstandene Landkreis Hofheim in Unterfranken am 1. Juli 1972 aufgelöst. Damit verlor Hofheim an Bedeutung, da Haßfurt Kreisstadt des neuen Landkreises Haßberge wurde.

1976 wurde das 400-jährige Stadtjubiläum gefeiert.

Die Eisenbahnverbindung nach Haßfurt wurde 1995 stillgelegt; die Gleisanlagen wurden 1996/97 rückgebaut und in einen 15 Kilometer langen Fahrradweg umgewandelt.

In den 1990er und 2000er Jahren nahm der Leerstand von Gebäuden im Hofheimer Stadtkern zu. Um den damit einhergehenden Verfall dörflicher Strukturen zu stoppen, wies die Gemeinde seit 2006 keine Neubaugebiete mehr aus. Zudem setzt sie sich aktiv für den Altgebäudebestand ein: Die Gemeinde erfasst alle unbewohnten Gebäude, vermarktet sie über eine Internetseite und gibt Orientierungshilfe bei der Beantragung von Fördermitteln.[5] 2008 gründeten die Stadt Hofheim und sechs Nachbargemeinden die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land, die ebenfalls das Ziel hat, junge Familien für ein Leben in Hofheim oder in den umgebenden Dörfern zu gewinnen und um so den Bevölkerungsrückgang zu verringern.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Erlsdorf und Manau eingegliedert.[7] Sulzbach kam am 1. Januar 1974 hinzu. Der Markt Ostheim folgte am 1. Januar 1975. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Eichelsdorf und Lendershausen am 1. Januar 1978 sowie von Goßmannsdorf, Reckertshausen und Rügheim am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Hofheim hat 20 Mitglieder. Bei den Kommunalwahlen 2008 und 2014 ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung

Partei / Liste 2008 2014
CSU 6 Sitze 5 Sitze
SPD 2 Sitze 2 Sitze
FDP/Freie Bürger 1 Sitz0 1 Sitz0
WG Goßmannsdorf 3 Sitze 3 Sitze
WG Rügheim 3 Sitze 3 Sitze
WG Ostheim 1 Sitz0 1 Sitz0
Reckertshäuser BL 1 Sitz0 1 Sitz0
Junge Liste 1 Sitz0 2 Sitze
WG Lendershausen 2 Sitze 2 Sitze
Gesamt 20 Sitze 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich gehört der Bürgermeister dem Stadtrat an. Seit 2005 ist Wolfgang Borst (CSU) Bürgermeister. Bei der Wahl im Jahr 2010 wurde er bei einer Wahlbeteiligung von 36,6 % mit 96,0 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.[9] Vorgänger war seit 1993 Hubert Eiring (FDP).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit Brunnen
Bahnhof

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bücherei (in Hofheim und auch im Gemeindeteil Goßmannsdorf)
  • Haus des Gastes
  • Schüttbau in Rügheim

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Notarzt
  • Caritas-Altenservicezentrum mit Tagespflege
  • Diverse Fach- und Allgemeinärzte

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkischer Hof
Bettenburg

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeitangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad
  • Hallenbad
  • Tennisplätze
  • Kegelbahn im 1976 eröffneten Kulturzentrums Haus des Gastes
  • Sportverein SV Hofheim 1919 e. V.
  • Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ackerbau, Garten- und Obstbau
  • Kleinindustrie, Metallverarbeitung und Textilindustrie
  • Lebensmittelindustrie: Brauerei und Milchwerke

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Curio (1497–1572), Arzt und Mathematiker
  • Gottfried Schmitt (1827–1908), Jurist, Redaktor des Erbrechts zur Ausarbeitung des BGB, Präsident des Bayerischen Obersten Landesgerichts
  • Josef von Schmitt (1838–1907), 1884–1905 Landgerichtspräsident, Ehrenbürger der Stadt Bamberg
  • Carl Alfred Osann (1859–1923), Mineraloge
  • Wilhelm Hoffmann (1876–1942), in Eichelsdorf geborener Politiker, Mitglied des Reichstages
  • Julius Koch (1881–1951), Jurist, Münchner Polizeipräsident
  • Artur Heinrich (1904–1975), in Rügheim geborener Politiker, MdL Bayerns
  • Josef Dünninger (1905–1994), Volkskundler, Germanist und Hochschullehrer
  • Selina Bayer (2002) Youtuberin
  • Helmuth Egelkraut (1938–2018), evangelischer Theologe und Professor für Theologie und Missiologie

Mit Hofheim verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Borst (* 10. Oktober 1812 in Escherndorf; † nach 1858), Politiker, Borst war von 1850 bis 1858 für den Wahlbezirk Hofheim/Ufr als Abgeordneter im Bayerischen Landtag

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111024/202551&attr=OBJ&val=1632
  3. Tabelle Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern, Gesellschaft für Leprakunde, Münster 1995, abgerufen 7. März 2017 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 148
  5. Alexander Haneke , Der Dorfkern soll leben, Was kann ein Bürgermeister tun, wenn Leerstand um sich greift, die Straßen veröden und nur noch die Supermarktketten an der Ausfallstraße florieren? Wolfgang Borst hatte eine Idee. FAZ vom 29. Dezember 2018, Seite 5
  6. Anna Reuß: Schöne Öde. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Juli 2016, S. 4.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 486.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759.
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik
  10. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Von der Gründerära bis zum Suchdienst im Zweiten Weltkrieg. (Das Rotkreuzmuseum Hofheim) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-7776-2511-9, S. 105–106.
  11. Archivlink (Memento des Originals vom 14. Dezember 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-hofheim.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hofheim in Unterfranken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien