Maria Janion

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Zbigniew Kresowaty: Maria Janion (ohne Jahr)

Maria Janion (* 24. Dezember 1926 in Mońki, Podlachien; † 23. August 2020 in Warschau) war eine polnische Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Hochschullehrerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs lebte sie mit Eltern in Wilna, kam im Frühjahr 1945 als Repatriantin nach Bydgoszcz, legte die Externistenmatura in Toruń ab, immatrikulierte sich im Herbst 1945 und studierte dann Polonistik an der Universität Łódź. Im Jahr 1949 zog sie nach Warschau um, schloss das Studium als Magistra an der Universität Warschau ab und war 1951–1952 dort als Assistentin tätig. 1949 trat sie der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) bei und blieb ihr Mitglied bis zum Ausschluss im Jahr 1979. Mit der Dissertation über Lucjan Siemieński wurde sie 1955 zur Aspirantin der polnischen Philologie.

Beruf und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1957 lehrte sie als Dozentin an der Pädagogischen Hochschule in Danzig und im Jahr 1963 habilitierte sie zur außerordentlichen Professorin. Im Jahr 1970 wurde sie am Institut Polnischer Philologie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Instytut Filologii Polskiej, PAN) der neu gegründeten Universität Danzig angestellt, habilitierte 1973 zur ordentlichen Professorin und wirkte dort bis 1990. In den Jahren 1979–1983 war sie ein Mitglied des Polnischen Schriftstellerverbands (Związek Literatów Polskich), ab 1980 war sie Mitglied des Verbandes der Polnischen Schriftstellers (Stowarzyszenie Pisarzy Polskich), ab 1990 wirkendes Mitglied der Polska Akademia Umiejętności, ab 1991 Mitglied des Polnischen P.E.N.-Clubs und der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN).

In ihren Schriften, Rezensionen und Publikationen setzte sie sich mit der Kulturellen Rezeption der polnischen und deutschen Romantikepoche und derer literarischen Figuren auseinander. Ferner beschäftigte sie sich mit der literarischen Darstellung und Überlieferung des polnischen Heroismus, Messianismus, der Stellung des Judentums und den feministischen Strömungen in der polnischen Literatur.

In den Jahren 1997–2004 gehörte sie der Jury für den Nike-Literaturpreis an. Als Anerkennung ihrer Verdienste erhielt sie im Jahr 1980 den Preis der Alfred-Jurzykowski-Foundation, am 11. Dezember 2012 überreichte ihr der französische Botschafter in Warschau Pierre Buhlow den Ordre national du Mérite[1] und am 13. Juni 2013 ist sie zur Ehrenbürgerin Warschaus gewählt worden.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Nowy kontakt wyobraźni. Dokumentarfilm. Regie Agnieszka Zawadowska.
  • 2002: Nowe HoryzontyFilmfestival; Meine Filme, Maria Janion.
  • 2005: Bunt Janion. Dokumentarfilm. Regie Agnieszka Arnold.
  • 2005: Obłoki Marii Janion. Dokumentarfilm. Regie Krzysztof Bukowski.
  • 2009: Kongres niedokończony. Dokumentarfilm. Regie Agnieszka Arnold

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Narodowy Order Zasługi dla Pani Marii Janion, wielkiej damy europejskiej kultury. In: ambafrance.org. 11. Dezember 2012, abgerufen am 24. August 2020 (polnisch, französisch).
    L’Ordre National du Mérite pour une grande dame de la culture européenne, Mme Maria Janion. In: ambafrance.org. 11. Dezember 2012, abgerufen am 24. August 2020 (französisch).
  2. Andrzej Franaszek: Drzewo Marii Janion. In: Onet.pl. 5. März 2008, archiviert vom Original am 2. Juli 2013; abgerufen am 24. August 2020 (polnisch).
  3. Prof. Maria Janion receives Irena Sendler Award. In: Virtual Shtetl. 6. Juli 2012, archiviert vom Original am 25. Juni 2013; abgerufen am 24. August 2020 (englisch).
  4. 11 – 17 czerwca. In: Onet.pl. 18. Juni 2013, archiviert vom Original am 16. Juli 2013; abgerufen am 24. August 2020 (polnisch).