Brigitta Helbig-Mischewski

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Brigitta Helbig-Mischewski, Geburtsname Brygida Helbig (* 12. November 1963 in Stettin) ist eine deutsche Slawistin, Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin, Hochschullehrerin und polnische Schriftstellerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorfahren väterlicherseits waren Galiziendeutsche und lebten bis 1940 in Steinfels und Bandrow.[1] Brygida Helbig schloss das II. Liceum in Stettin mit der Matura ab, immatrikulierte sich an der Universität Stettin und studierte Polonistik. Am 1. November 1983 reiste sie aus der Volksrepublik Polen über die DDR nach Wanne-Eickel aus und besuchte 1984 die Sprachschulen für Spätaussiedler der Otto Benecke Stiftung in Krefeld und Anrath. Von 1984 bis 1985 belegte sie das Eichendorffkolleg in Geilenkirchen und setzte ihr Studium an der Ruhr-Universität Bochum fort. Sie studierte Slawistik und Germanistik an der Fakultät für Philologie. Das Studium schloss sie im Jahr 1990, betreut von Christian Sappok, mit der Magisterarbeit über den Roman Pałuba des polnischen Schriftstellers Karol Irzykowski als Magistra ab. Anschließend war sie von 1991 bis 1994 Stipendiatin der Cusanuswerkstiftung.

Anfang Dezember 1994 promovierte sie mit der Doktorarbeit über die polnische Literaturhistorikerin Maria Janion New-Age-Diskurs in der polnischen Literaturwissenschaft, Literaturkritik und Lyrik der 70er und 80er Jahre. Rekonstruktion eines Weltbildes an der Ruhr-Universität Bochum zur Doktorin. Am 7. Juli 2004 habilitierte (Dr hab.) sie sich an der Humboldt-Universität zu Berlin (Slawische Literatur und Kultur) mit der Monografie über die polnische Dichterin Maria Jakubina Komornicka Ein Mantel aus Sternenstaub. Geschlechtstransregress und Wahnsinn bei Maria Komornicka.

Beruf und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1994 zog sie nach Berlin um, und wurde als wissenschaftliche Mitarbeiterin, später Assistentin, am Lehrstuhl für Westslawistische Literatur und Polonistik, dessen Lehrstuhlinhaber Heinrich Olschowsky bis 2005 war, an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Anschließend lehrte sie dort ab 2005 als Privatdozentin. Sie debütierte mit ihrem ersten Gedichtsband Jasmins Verse (Wiersze Jaśminy)[2], der 1997 in Berlin erschien. Im Wintersemester 2006/07 und Sommersemester 2007 lehrte sie als Gastdozentin an der Karls-Universität Prag. Ab dem Wintersemester 2008/09 bis 2013 war als Gastprofessorin an der Universität Stettin tätig. Seit 2013 hat sie eine Lehrtätigkeit am Deutsch-Polnischen Forschungsinstitut des Collegium Polonicums in Słubice.[3]

Brigitta Helbig-Mischewski veröffentlichte Rezensionen und Schriften über die polnische Lyrikerin Wisława Szymborska (1923–2012), die polnische Literaturhistorikerin Maria Janion, den deutschen Übersetzer Henryk Bereska sowie die weniger bekannte polnische Dichterin Maria Komornicka (1876–1949). Einige ihrer Erlebnisse aus der Kindheit, Jugend und der kulturellen Assimilierung in Deutschland beschrieb sie unter der literarischen Figur Anna Maria Birkenwald-Brzezina in dem Buch Knüppelprügel (Pałówa), das im Jahr 2000 in Gdańsk veröffentlicht wurde.

Mit dem Buch Ossis und andere Leute (Enerdowce i inne ludzie, czyli jak nie zostałem bohaterem) wurde sie im Jahr 2012 für den Nike-Literaturpreis nominiert[4] und kam in die Endrunde für den Literaturpreis Gryfia[5]. Ihr Buch Himmelchen (Niebko) wurde im Jahr 2013 für den Nike-Literaturpreis nominiert und kam 2014 in die Endrunde.[6] Am 2. April 2016 erhielt sie in Wien den Goldene-Eule-Preis (Złota Sowa Polonii) in der Kategorie „Literatur“.[7] Sie lebt seit Dezember 1994 in Berlin, zuletzt in Berlin-Schmargendorf.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Pałuba“ Karola Irzykowskiego. Konstrukcja i psychologiczna koncepcja powieści. Magisterarbeit, Ruhr-Universität Bochum 1990.
  • mit Judith Arlt, Krzysztof Maria Załuski: Neue Geschichten aus der Pollakey. In: Anthologie zeitgenössischer polnischer Prosa. B1 Verlag, Jestetten 2000, ISBN 3-00-006717-5.
  • Lieber Rainer. In: Piastów 75. Wydawnictwo Forma, Szczecin 2005, S. 29–36.
  • Sozrealistische Lyrik von Wisława Szymborska. In: Alfrun Kliems, Ute Raßloff, Peter Zajac (Hrsg.): Lyrik des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa. Band 2: Sozialistischer Realismus. Frank & Timme, Berlin 2006, ISBN 3-86596-021-9, S. 191–203 (PDF; 142 kB).
  • Die Worte treiben Unzucht im Himmel. Bolesław Leśmian und die Subjektauffassungen der Spätmoderne. In: Alfrun Kliems, Ute Raßloff, Peter Zajac (Hrsg.): Spätmoderne. Lyrik des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa 1. Frank & Timme, Berlin 2006, ISBN 978-3-86596-020-7, S. 225–234.
  • Kallemalle. In: Antologia współczesnych polskich opowiadań. Wydawnictwo Forma, Szczecin 2008.
  • Polak, Turek, Niemiec. Szczecin-Angermünde-Berlin. In: Antologia współczesnych polskich opowiadań. Wydawnictwo Forma, Szczecin 2011.
  • Kleine Prinzessin (Mała księżniczka). In: Heinrich von der Haar (Hrsg.): Dzieciństwo w Polsce, Dzieciństwo w Niemczech. Proza i Poezja = Kindheit in Polen, Kindheit in Deutschland. Prosa und Gedichte. (Anthologie). Heidi Ramlow Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-939385-08-0, S. 148–156.

Theaterstück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Janina Szarek (Regie): Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine. ‚Teatr Studio am Salzufer‘ in Berlin 2014 / Teatr Współczesny in Stettin 2014.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: Rektorpreis der Universität Stettin für die Habilitationsschrift Strącona bogini
  • 2012: Nominierung für Nike-Literaturpreis mit Enerdowce i inne ludzie
  • 2012: Finalistin für Gryfia-Literaturpreis mit Enerdowce i inne ludzie
  • 2013: Nominierung für Śląski Wawrzyn Literacki in Katowice mit Niebko[11]
  • 2014: Finalistin für Nike-Literaturpreis mit Niebko
  • 2016: Goldene Eule (Złota Sowa Polonii) in Wien für Niebko
  • 2017: Nominierung für Literaturpreis der Hauptstadt Warschau mit Inna od siebie

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helbig-Mischewski, Brigitta in: Daniel Henseler, Renata Makarska (Hrsg.): Polnische Literatur in Bewegung. Die Exilwelle der 1980er Jahre. Transcript Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2032-0, S. 355.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brygida Helbig: Steinfels – teren prywatny. Tygiel Kultury 1-6 (2015), 2015, S. 170–175, abgerufen am 26. August 2016 (polnisch).
  2. http://www.helbig-mischewski.de/lyrik-wiersze.pdf
  3. http://www.cp.edu.pl/pl/o_nas/projekty/instytut_pnb/struktura-instytutu/nauczyciele-akademiccy/helbig/index.html
  4. http://www.culture.pl/kalendarz-pelna-tresc/-/eo_event_asset_publisher/L6vx/content/nagroda-literacka-nike-2012-nominacje
  5. http://www.nagrodagryfia.pl/Artykul.aspx?a=140
  6. Nike - Nagroda Literacka 2014
  7. Złote Sowy Polonii rozdane już po raz jedenasty
  8. http://www.helbig-mischewski.de/prosa-palowa-pl.pdf
  9. http://www.helbig-mischewski.eu/habil-1.pdf
  10. http://www.helbig-mischewski.de/lyrik-hilfe-10-13.pdf
  11. Śląski Wawrzyn Literacki 2013