Marie Gamillscheg

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Marie Gamillscheg (2018)

Marie Gamillscheg (* 11. März 1992 in Graz)[1] ist eine österreichische Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamillscheg begann schon früh zu schreiben. Schon im Volksschulalter wurde sie Mitglied bei der Jugend-Literaturwerkstatt-Graz und übte so schon früh ihren kritischen Blick für Literatur und Texte.[2] Nach der Matura studierte sie Germanistik und Transkulturelle Kommunikation mit Französisch und Russisch an der Karl-Franzens-Universität Graz, später ging sie für ein Masterstudium Osteuropastudien an der Freien Universität nach Berlin.[3] Während ihres Studiums absolvierte sie einige Praktika im Bereich des Journalismus und begann selbst als freie Journalistin zu arbeiten.[4] 2016 nahm sie am 20. Klagenfurter Literaturkurs im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises teil. Literarische Arbeiten veröffentlichte sie unter anderem in den Zeitschriften manuskripte, Lichtungen und Edit, außerdem ist sie als freie Journalistin für Die Zeit und Zeit Campus tätig.[1] Heute lebt die Schriftstellerin und Journalistin hauptsächlich in Berlin.[5]

Nach einem Besuch der steirischen Stadt Eisenerz und einer Silbermine in Potosí (Bolivien) begann sie 2014 mit der Arbeit an ihrem Debütroman Alles was glänzt, der dann 2018 veröffentlicht wurde. Er gelangte im Juni 2018 auf Platz fünf der ORF-Bestenliste,[6] wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten Debütpreis des Österreichischen Buchpreises 2018 ausgezeichnet[7] und für den aspekte-Literaturpreis nominiert.[8]

Der Roman „Alles was glänzt“ gilt als ein multiperspektivisches Porträt eines Ortes.[9] Das Buch handelt von einem Bergbaudorf, das im Schatten eines gigantischen Bergs liegt. Einst lebten hier reiche Leute und aus den umliegenden Städten kamen die Touristen, aber nun weht der Wind durch die leeren Straßen und die alten leerstehenden Häuser wirken wie der Abglanz vergangener Zeit. Der Erzabbau hatte die Region reich gemacht, doch nunmehr ist davon nicht mehr viel sichtbar. Nur noch ein paar Einwohner halten die Gemeinde am Laufen und versuchen sich gegen das Vergessenwerden zu wehren. Gleichzeitig droht der Berg zusammenzubrechen und das Dorf mit sich zu reißen. An einen Neuanfang glauben hier die wenigsten, doch gerade dann kommt der junge Merih in die Gemeinde, um den Ort als neuer „Regionalmanager“ wieder attraktiver zu machen.[10]

Steirische Leserinnen und Leser dürften aufgrund der Beschreibungen des Bergdorfes im Roman den Ort Eisenerz und den dazugehörigen Erzberg erkennen, welcher für Marie Gamillscheg als Inspirationsquelle diente.[11]

Marie Gamillscheg eröffnet den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit zur Schaffung einer eigenen Welt und ermöglicht das Eintauchen in einen Glanz des Vergänglichen und des Neubeginns. Charakteristisch für den Roman ist die Erzählweise durch die unterschiedlichen Perspektiven der Protagonistinnen und Protagonisten. Die auktoriale Erzählperspektive wird dadurch deutlich, dass die Kapitel mit den Namen der Protagonistinnen und Protagonisten überschrieben werden.[12]

Der Roman überzeugt durch seine Vielschichtigkeit. Sowohl die Natur und deren Unberechenbarkeit und Entstehung als auch die Menschen spielen eine wichtige Rolle.[13] Gleichzeitig findet man zwischen den Metaphern und Sinnbildern Zahlen und Fakten, welche etwas Messbares und den Bezug zum realen Leben darstellen.[14] In der durchwegs positiven Rezeption wird der Roman immer wieder als abwechslungs- und facettenreich beschreiben.

Im April 2021 soll Alles was glänzt außerdem erstmals als Theaterproduktion aufgeführt werden, wofür die Autorin selbst ihren Text in eine Dramafassung umgearbeitet hat.[15]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marie Gamillscheg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c orf.at: Marie Gamillscheg – Graz/Berlin – Bachmannpreis. Abgerufen am 7. September 2018.
  2. Vgl. Kleine Zeitung: Steirerin des Tages: Subtiles Debüt im Schatten des Berg-Thrills. Artikel vom 4. Juli 2018, abgerufen am 7. September 2018.
  3. a b Literaturhaus Wien: Marie Gamillscheg. Abgerufen am 7. September 2018.
  4. Vgl. Hartner, Christoph: Glänzendes Debüt für steirische Autorin. Erstellt am 3. August 2018 URL: https://www.krone.at/1749403 [6.3.2021]
  5. Vgl. Hartner, Christoph: Das ist hoffentlich erst der Beginn. In: Kronenzeitung Steiermark vom 3. August 2018. S. 39
  6. Vgl. orf.at: Die besten 10 im Juni 2018. Abgerufen am 7. September 2018.
  7. a b Kleine Zeitung: Österreichischer Buchpreis geht an Daniel Wisser, Debütpreis für Marie Gamillscheg. Artikel vom 5. November 2018, abgerufen am 5. November 2018.
  8. a b Marie Gamillscheg nominiert für aspekte-Literaturpreis. Abgerufen am 7. September 2018.
  9. Vgl. Antolin, Elsa: Marie Gamillscheg im Interview. URL: https://www.penguinrandomhouse.de/Marie-Gamillscheg-im-Interview-zu-ihrem-neuen-Roman-Alles-was-glaenzt/aid79201.rhd [7.3.2021]
  10. Vgl. Mürzl, Heimo: Schauen, wo man bleibt. In: Wiener Zeitung Online vom 3. September 2018.
  11. Vgl. Hartner, Christoph: „Das ist hoffentlich erst der Beginn“. In: Kronen Zeitung vom 3. August 2018, S. 39
  12. Vgl. Schmeis, Britta: Bergroman „Alles was glänzt“. Erzschmerz. In: Spiegel Online vom 29. März 2018
  13. Vgl. Gstettner-Brugger, Andreas: Risse in der Erde und der Seele. Erstellt am 23. März 2018. URL: https://fm4.orf.at/stories/2902454/ [7.3.2021]
  14. Vgl. Hesse, Bettina: Marie Gamillscheg: „Alles, was glänzt“. Die Dorfgemeinschaft am Abgrund. Erstellt am 24. Juli 2018. URL: https://www.deutschlandfunk.de/marie-gamillscheg-alles-was-glaenzt-die-dorfgemeinschaft-am.700.de.html?dram:article_id=423707 [5.3.2021]
  15. Vgl. https://www.theatertexte.de/nav/2/werk?verlag_id=rowohlt_theaterverlag&wid=o_1992779757
  16. Vgl. Kultur-Land Steiermark, Petra Sieder-Grabner: Mit großer Lust in die Literatur. Abgerufen am 15. März 2019.
  17. Vgl. Rotahorn-Preisträger stehen fest. Artikel vom 19. September 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  18. Vgl. Anerkennung für wahr gewordene Träume. Artikel vom 26. November 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  19. Vgl. „Shortlist" für den Rauriser Literaturpreis fix. Salzburger Landeskorrespondenz vom 17. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  20. Vgl. Das waren die Steirerin Awards 2019. Artikel vom 17. Mai 2019, abgerufen am 17. Mai 2019.
  21. Neun Berliner Autorinnen und Autoren erhalten Alfred-Döblin-Stipendien. 30. Januar 2020, abgerufen am 31. Januar 2020.