Martin Holzfuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Martin Holzfuß (* 24. Dezember 1925 in Beelkow, Kreis Schlawe; † 7. Mai 2012) war ein deutscher Politiker (FDP) und Generalmajor der Bundeswehr. Von 1989 bis 1994 war er Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wuchs in Hinterpommern auf, machte sein Abitur an einem Internat[1] und nahm als Absolvent des letzten Offizierslehrgangs der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg zog er nach Maibach-Butzbach, arbeitete in der Zivilverwaltung der US-Army und begann 1956 eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr. In dessen Rahmen wurde er an Militärschulen in Europa und den USA ausgebildet, unter anderem am NATO Defense College. Holzfuß stieg in den Rang eines Generalmajors auf, leitete von 1978 bis 1983 das Logistikzentrum des Heeres und war anschließend Befehlshaber im Wehrbereich IV für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.[2][3]

Er war verheiratet und starb 2012 im Alter von 86 Jahren.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzfuß trat 1947 der Liberal Demokratischen Partei (LDP) bei und war 1948 Gründungsmitglied der FDP Hessen.[4] Er engagierte sich in der Kommunalpolitik und wurde 1954 als jüngster Abgeordneter in den Friedberger Kreistag gewählt, dem er bis 1977 angehörte.[5] Von 2009[1] bis zu seinem Tod war er Kreistagsmitglied im 1972 gebildeten Wetteraukreis und zuletzt dessen Alterspräsident.[6] Darüber hinaus war er Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Ortsverbandsvorsitzender der FDP Butzbach.[1]

Bei der Europawahl 1989 kandidierte Holzfuß auf Platz 3 der FDP-Bundesliste und wurde ins Europäische Parlament gewählt.[7] Dort war er Mitglied der LDR-Fraktion, deren sicherheitspolitischer Sprecher[8] und ab 1992 stellvertretender Vorsitzender des Haushaltskontrollausschuss. Außerdem arbeitete er im Haushaltsausschuss (bis 1992) sowie im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Sicherheit (ab 1992) und war Mitglied der Delegation für die Beziehungen zur Tschechoslowakei. Nach der Europawahl 1994, bei der die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, schied er aus dem Parlament aus.

Bei den Bundestagswahlen 1980 und 1987 kandidierte er jeweils im Wahlkreis Wetterau I als Direktkandidat und erhielt 6,3 % (1980) bzw. 4,3 % (1987) der Stimmen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Martin Holzfuß: "85 Jahre wandelnde deutsche Geschichte". In: Wetterauer Zeitung. 13. Januar 2011, abgerufen am 1. August 2020.
  2. Bundeswehr-Dienststellen unter neuem Befehl. Kreis Ahrweiler, abgerufen am 1. August 2020.
  3. a b Publications Office of the European Union (Hrsg.): The Members of the European Parliament: Third electoral period 1989-1994. Luxemburg 1990, ISBN 92-823-0197-4, S. 118 (englisch, europa.eu [abgerufen am 1. August 2020]).
  4. Mitbegründer der hessischen FDP gestorben. In: Die Welt. 8. Mai 2012 (welt.de [abgerufen am 1. August 2020]).
  5. Wetteraukreis trauert um Martin Holzfuß. 9. Mai 2012, abgerufen am 1. August 2020.
  6. Martin Holzfuß ist tot. In: Frankfurter Rundschau. 9. Mai 2012, abgerufen am 1. August 2020.
  7. Die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Hessen am 18. Juni 1989. In: Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Hessen. Nr. 231, 1990, ISSN 0440-7482, S. 9 (hessen.de [PDF; abgerufen am 1. August 2020]).
  8. Vortragsabend zur Sicherheitspolitik am 10. 04.1992: »Der Beginn eines neuen Zeitalters«. In: Europa-Union Unterfranken (Hrsg.): Europa-Spiegel. Nr. 42. Hammelburg Mai 1992, S. 4 (eu-bayern.de [PDF; abgerufen am 1. August 2020]).