Meuterei auf der Bounty

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Meuterei auf der Bounty ist der Titel zahlreicher Romane, Sachbücher, Filme, Theaterstücke und Hörspiele über die historische Meuterei auf der HMS Bounty, die sich im Jahr 1789 auf einem Dreimaster der britischen Admiralität ereignete. Die Bounty war 1787 unter Führung von Lieutenant William Bligh zu einer Reise in die Südsee aufgebrochen, um Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Antillen zu bringen.

Dass gerade diese Meuterei anhaltendes Interesse weckte und weckt, liegt an ihren außergewöhnlichen Begleitumständen. Dazu gehört vor allem die seemännische Leistung Lt. Blighs, der zusammen mit 18 weiteren Männern von den Meuterern ausgesetzt worden war und 3.600 Seemeilen im offenen Boot von Tonga bis Timor zurücklegte. Dazu kommt das Schicksal der Meuterer, von denen einige gefasst und nach England zurückgebracht wurden, andere – was erst Jahrzehnte später bekannt wurde – die entlegene Südseeinsel Pitcairn besiedelten, wo einige ihrer Nachfahren bis heute leben.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten romanhaften und dramatischen Bearbeitungen des Stoffs entstanden bereits kurz nach der Rückkehr Blighs nach England. Den Drehbüchern und Verfilmungen des 20. Jahrhunderts lag, mit einer Ausnahme, die Roman-Trilogie von Charles Bernard Nordhoff und James Norman Hall aus den 1930er Jahren zugrunde. Darin wird William Bligh als brutaler, mitunter sogar sadistischer Kapitän dargestellt, was den Geschmack des Publikums traf, nach der historischen Forschung aber nicht den Tatsachen entspricht.

Die Ausnahme davon bildet der 1984 entstandene Film von Roger Donaldson und Dino De Laurentiis, der auf dem Roman Captain Bligh and Mr Christian von Richard Hough basiert. Der Film bemühte sich um mehr Genauigkeit, zum einen durch Vermittlung der Emotionen an Bord, die eskalierten und zur Meuterei führten, zum anderen durch den erstmaligen Nachbau des Schiffes nach Originalplänen und in Originalgröße – allerdings in Stahl, um aktuellen Sicherheitsvorschriften und dem Bedarf der Filmcrew zu genügen.

Fünf Spielfilme befassen sich mit der Thematik:

Daneben wurde 1989 ein mehrteiliger Fernsehfilm mit dem Titel Insel der Meuterer unter der Regie von Francois Leterrier produziert. Bei dem Werk handelt es sich um eine Verfilmung des Romans Die Insel von Robert Merle. Auch wenn die Handlung und die Namen der Protagonisten abgewandelt wurden, sind die Parallelen zum Bounty-Geschehen deutlich erkennbar. Der Film versucht eine Antwort darauf zu geben, wie es den Meuterern auf Pitcairn unmittelbar nach der Meuterei ergangen ist und welche sozialen Probleme dabei auftraten.

Außerdem wurde 1988/89 der deutsche Dokumentarfilm Pitcairn – Endstation der Bounty für den WDR mit Mitteln der Bayerischen Filmförderung produziert. Die FSK stufte den Film als „wertvoll“ ein. Es kam zu Aufführungen beim Filmfestival Max Ophüls Preis 1990, im BR 1990, 1998 und 2009.[1]

2007 hat das ZDF den Dokumentarfilm Logbuch Bounty. Das Rätsel der Meuterei von colourFIELD produzieren lassen (Buch und Regie: Petra Höfer und Freddie Röckenhaus). Darin kommt der Restaurator Antony Zammit von der Mitchell Library im australischen Sydney, wo Blighs Logbücher aufbewahrt werden, zu Wort. Bei der Restaurierung des zweiten Bandes ist ihm aufgefallen, dass der Kapitän nachträglich Seiten ausgewechselt hat, darunter die vom Tag der Meuterei. Welche Gründe er dafür gehabt hat und wann er das getan hat, ist unklar. Der Film versucht in nachgestellten Szenen die tatsächlichen Geschehnisse, die zu der Meuterei geführt haben, zu rekonstruieren.

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstanden auch Hörspiele über die Meuterei:

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Meuterer von der Bounty (1879, original in Französisch Les Révoltés de la Bounty); Kurzgeschichte des französischen Autors Jules Verne.[5]
  • Die Bounty-Trilogie der Autoren Charles Nordhoff und James Norman Hall:
    • Meuterei auf der Bounty, 1932; Insel-TB 3208, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-458-34908-2.
    • Männer gegen das Meer, 1933
    • Pitcairns Insel, 1934
  • Der Schiffsjunge (2012; englische Originalausgabe: Mutiny on the Bounty, 2008); Jugendbuch des irischen Autors John Boyne; erzählt die Geschichte aus der Sicht John Jacob Turnstiles, eines Schiffsjungen auf der Bounty.
  • Die Meuterei auf der Bounty (Erstausgabe Göttingen 1959, mehrere Neuauflagen verschiedener Verlage); Jugendbuch des Autors Günter Sachse; Darstellung der Geschichte um die Meuterei in Form eines Abenteuerromans. Sachse bleibt in seiner Schilderung nah an den damals bekannten Einzelheiten um die Geschehnisse.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pitcairn – Endstation der Bounty (Memento vom 9. Mai 2010 im Internet Archive)
  2. Hörspiel: Die Meuterei auf der Bounty (1973), auf hoerspielwelten.de
  3. Hörspiel: Meuterei auf der Bounty (1977), auf europa-vinyl.de
  4. Hörspiel: Meuterei auf der Bounty (2006), auf dg-literatur.de
  5. Die Meuterer von der Bounty. In: www.j-verne.de. Abgerufen am 26. Juni 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]