Migrol

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Migrol AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1954
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Daniel Hofer
(CEO)
Beat Zahnd
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 186 (31. Dezember 2016)
Umsatz 1,3 Mrd. CHF (2016)[1]
Branche Mineralölhandel
Website www.migrol-heizoel.ch

Die Migrol AG ist eine Schweizer Mineralölgesellschaft und eine Tochtergesellschaft des Migros-Konzerns. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von knapp CHF 1,290 Milliarden und beschäftigte 186 Mitarbeiter.

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsfeld der Migrol umfasst hauptsächlich den Betrieb von Tankstellen, von Tankstellenshops und den Heizölverkauf sowie damit verbundene Dienstleistungen. Schweizweit verwaltet Migrol 313 Tankstellen. Zusätzlich führt Migrol Tankrevisionen durch und vertreibt Holzpellets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemalige Tankanlage der Migrol von 1959 in Tössriedern, Eglisau

Migrol wurde 1954 als Tochtergesellschaft der Migros gegründet. Das Unternehmen war anfänglich nur im Tankstellengeschäft tätig und verfolgte eine aggressive Preispolitik. Ihre Tiefpreispolitik führte zu einem eigentlichen Benzinkrieg, da die Ölkonzerne ihre Preise ebenfalls senkten. 1957 wurde mit den Erdölwerken Frisia eine eigene Raffinerie in Emden gegründet, um eine eigene Rohstoffquelle unter Kontrolle zu haben. Es war weltweit die erste Raffinerie, die nicht Grosskonzernen gehörte. Das Rohöl wurde mit eigenen Tankschiffen aus dem Iran geholt. 1965 wurde die defizitäre Raffinerie verkauft.

Im Hinblick auf das Projekt 1961 der Schweizerisch-Deutschen Technischen Kommission für die Schiffbarmachung des Hochrheins baute die Migrol 1959 am Rheinufer bei Tössriederen, Eglisau, ein Tanklager für Heizöl. Die Pläne für die Verladeanlage wurden nicht umgesetzt, da nie grosse Frachtschiffe bis Eglisau fuhren. Der Rohstofftransport fand nun mit Tanklastwagen statt. Die Anlage wurde 1978 geschlossen und das total 40 000 Quadratmeter grosse Grundstück (mitsamt Lager) 1986 an den Architekten Marcel Quiliber verkauft, der darauf eine grosse Wohnsiedlung bauen wollte. Die folgenden Jahre zeigten dann, dass diese Projekte gar nie bewilligungsfähig waren. Die gesamte Tankanlage liegt, teilweise überwachsen, noch immer unter der Erde. Erst 2017 wurde damit begonnen die Anlage umfassend zu Sanieren. Für 5 Millionen Franken holt die Firma Eberhard 200 Tanks aus der Erde. Der Abriss des alten Tanklagers, das einst auf 40 Millionen Liter Öl ausgelegt war, wird noch bis Sommer 2019 dauern. Von den 5 Millionen Franken, die der Rückbau kosten soll, wird Migrol 90 Prozent tragen. Würde man nichts unternehmen, so fiele das Land mitsamt den Lasten an den Kanton. Sprich: Der Steuerzahler müsste den Rückbau begleichen.[2]

1971 führte Migrol als erste Mineralölgesellschaft in der Schweiz bleiarmes Benzin ein.

Ab den 1980er Jahren erweiterte Migrol ihr Tätigkeitsgebiet und baute zuerst ein Netz markenunabhängiger Auto-Service-Center auf. Später folgte der Aufbau eines landesweiten Tankstellenshop-Netzes und der Heizölverkauf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unternehmensbroschüre. Abgerufen am 13. September 2017.
  2. Ende für die Migros-Benzinbunker. In: zuonline.ch am 15. November 2017, abgerufen am 16. November 2017.