Mikołów

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Mikołów
Wappen von Mikołów
Mikołów (Polen)
Mikołów
Mikołów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Mikołów
Fläche: 18,07 km²
Geographische Lage: 50° 10′ N, 18° 54′ OKoordinaten: 50° 10′ 6″ N, 18° 54′ 11″ O
Einwohner: 40.898
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 43-190 bis 43-197
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SMI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 81
DK 44
Schienenweg: Katowice - Racibórz
Nächster int. Flughafen: Flughafen Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 79,21 km²
Einwohner: 40.898
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 516 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2408021
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Stanisław Piechula
Adresse: ul. Rynek 16
43-190 Mikołów
Webpräsenz: www.mikolow.eu



Mikołów [mʲi'kɔu̯uf] (deutsch: Nikolai; bis 1911 Nicolai, oberschlesisch: Mikołůw) ist die Kreisstadt des Powiat Mikołowski in der polnischen Woiwodschaft Schlesien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Oberschlesien an der Jamna auf 308 m ü NHN, 10 km südwestlich von Kattowitz.
Die Gemeinde hat eine Flächenausdehnung von 78,89 km², wovon 56 % landwirtschaftlich genutzt werden; 28 % der Fläche sind mit Wald bedeckt.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtteile Borowa Wieś, Bujaków, Mokre, Paniowy und Śmiłowice haben separate Schulzenämter, Kamionka dagegen nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz und Rathaus von Mikołów
Pfarrkirche St. Adalbert
Evangelische Kirche
Häuser im Stadtzentrum
Synagoge (Aufnahme ca. 1920)

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt als Miculow stammt aus dem Jahre 1222. Der Ort liegt am westlichen Rand des Teilgebiets Oberschlesiens, das bis 1177/1178 zu Kleinpolen bzw. zum Herzogtum Krakau gehörte und dann zum Herzogtum Ratibor kam, das von den Schlesischen Piasten regiert wurde. Aus dieser Zeit rührte die bis 1821 bestehende Zugehörigkeit zum Bistum Krakau (danach im Bistum Breslau, ab 1925 im Bistum Katowice). 1336 fiel Mikołów als Teil des Herzogtums Ratibor an das Königreich Böhmen. Im Jahre 1545 erhielt die Stadt das Marktrecht. Im Jahre 1645 wütete in Mikołów ein verheerender Stadtbrand, ein weiterer folgte am 20. Mai 1794. 1742 kam die Stadt von der Habsburgermonarchie zu Preußen.

Im Jahr 1856 wurde in der Stadt ein Bahnhof gebaut. Die Umgangssprache der Stadtbevölkerung war Wasserpolnisch und gebrochenes Deutsch; nur ein geringfügiger Teil der Bevölkerung beherrschte die deutsche Sprache vollständig.[3] Im Jahr 1874 eröffnete der polnische Herausgeber Karol Miarka in der Stadt eine Druckerei.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt eine evangelische Kirche, zwei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Amtsgericht, Schwerindustrie und gehörte zum Kreis Pleß im Regierungsbezirk Oppeln in der preußischen Provinz Schlesien des Deutschen Reichs.[4]

Zum 22. Juli 1911 wurde die Schreibweise des Ortsnamens Nicolai in Nikolai geändert.[5] Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 wurden in Nikolai 3.059 Stimmen, bzw. 55,7 % der gültigen Stimmen für den Verbleib bei Deutschland und 2.434 für den Anschluss an Polen abgegeben.[6] Da der Stimmkreis Pless, dem die Stadt angehörte, jedoch mit großer Mehrheit für Polen gestimmt hatte, wurde die Stadt Nikolai zum 28. Juni 1922 als Mikołów an Polen abgetreten.

Zwischen 1922 und 1939 gehörte die Stadt zu der autonomen Woiwodschaft Schlesien. Beim Überfall auf Polen im September 1939 wurde Mikołów von der deutschen Wehrmacht besetzt, im Januar 1945 dann durch die Rote Armee. Im Sommer 1945 wurde die Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben.

Von 1975 bis 1998 gehörte Mikołów zur Woiwodschaft Kattowitz[7].

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1922
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1816 1819 [8]
1825 2167 darunter 65 Evangelische, 1830 Katholiken, 272 Juden[9]
1834 2725 [3]
1837 2680 [3]
1840 3059 davon 114 Evangelische, 2556 Katholiken, 389 Juden[10]
1849 3744 [3]
1855 3734 [11]
1861 4479 davon 344 Evangelische, 3631 Katholiken, 504 Juden[11] (2971 polnisch sprechend[12])
1867 4674 am 3. Dezember[13]
1871 5004 darunter 400 Evangelische, 450 Juden (1300 Polen);[8] nach anderen Angaben 5001 Einwohner (am 1. Dezember), davon 405 Evangelische, 4156 Katholiken, 440 Juden[13]
1890 5633 davon 440 Evangelische und 278 Juden[14]
1905 7728 meist Katholiken[4]
1910 8377 [14]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mikołów verfügt über 12 Kindergärten (Przedszkole), 9 Grundschulen (Szkoła podstawowa), drei Mittelschulen (gimnazjum) sowie zwei Gymnasien (liceum ogólnokształcące) und ein Schulzentrum mit einem Berufsgymnasium (liceum profilowane), Berufsoberschule (technikum) und Grundberufsschule (zasadnicza szkoła zawodowa).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt verlaufen die Droga krajowa 44 und Droga krajowa 81 sowie die Droga wojewódzka DW 927 und DW 928. Ebenfalls verläuft die Eisenbahnstrecke 140 von Nędza nach Kattowitz durch die Stadt.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 602–605.
  • Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 886-887.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mikołów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. regioset.pl (polnisch)
  3. a b c d Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 604.
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 693.
  5. Vgl. territorial.de; abger. am 6. April 2009
  6. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung (Memento des Originals vom 8. November 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oberschlesien-ka.de abger. am 6. April 2009
  7. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (Memento vom 8. April 2009 auf WebCite) (polnisch)
  8. a b Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 180.
  9. Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 983-953.
  10. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 886-887.
  11. a b Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 568, Ziffer 67.
  12. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 564.
  13. a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 342–343, Ziffer 3.
  14. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. sch_pless.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).