Momajny

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Momajny
Momajny führt kein Wappen
Momajny (Polen)
Momajny
Momajny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Kętrzyn
Gmina: Barciany
Geographische Lage: 54° 19′ N, 21° 15′ OKoordinaten: 54° 18′ 45″ N, 21° 15′ 12″ O
Einwohner: 150
Postleitzahl: 11-410
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: RutkaSkandawa
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad
Verwaltung (Stand: 2008)
Dorfschulze: Elżbieta Samsel[1]



Momajny (2015)

Momajny (deutsch Momehnen) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Das Dorf bildet ein Schulzenamt (sołectwo) in der Landgemeinde (gmina wiejska) Barciany (Barten), Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg). Zum Schulzenamt gehören die Ortschaften Maciejki (Blumenthal), Michałkowo (Langmichels), Piskorze (Ludwigshöhe) und Rutka (Rauttersfelde).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Momajny liegt im Nordosten Polens. Die polnische Staatsgrenze zur russischen Oblast Kaliningrad liegt etwa zwei Kilometer nördlich von Momajny. Benachbarte Dörfer sind im Norden Rutka, im Osten Maciejki und im Süden Skandawa (Skandau).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann das heutige Momajny angelegt wurde ist nicht sicher. Bereits 1373 wird hier eine Kirche erwähnt. Zwischen 1374 und 1379 wurde das Dorf neu lokalisiert. Zur Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert wurde eine neue Kirche errichtet. Am 8. Dezember 1811 brannte die Kirche ab. Ihr Wiederaufbau erfolgte zwischen 1818 und 1820. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier ein Außenlager des Stalag I-A für sowjetische Kriegsgefangene. Im Januar 1945 nahm die Rote Armee die Gegend ein und als Folge des Krieges wurde die Gegend Teil Polens. 1970 gab es hier eine achtklassige Grundschule, eine Bibliothek sowie ein Kino mit 30 Sitzplätzen. Nach der Auflösung der Gromadas wurde das Schulzenamt (sołectwo) Momajny Teil der Gmina Skandawa, nach deren Auflösung ab 1977 Teil der Gmina Barciany.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert gab es 30 Wohngebäude in Momehnen. Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.[2]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Momajny

Bis zum 14. Jahrhundert gab es keinen Choraufbau. Im Jahre 1811 brannte das Gotteshaus bis auf die Zwei-Meter-Ringmauer nieder und wurde erst 1818 wieder aufgebaut.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Momehnener Kirche[3] erhielt 1373 die Handfeste, und der erste Pfarrer wurde 1383 ernannt. Das schon in vorreformatorischer Zeit bestehende Kirchspiel erstreckte sich südwestlich der einstigen und heute auf russischem Staatsgebiet gelegenen Kreisstadt Gerdauen (russisch: Schelesnodoroschny). Es gehörte damals zum Archipresbyterat Schippenbeil (heute polnisch: Sępopol).

Die Reformation erhielt relativ früh Einzug. Über vier Jahrhunderte war Mohmenen ein evangelisches Pfarrdorf. Mit seinen zuletzt 1320 Gemeindegliedern gehörte es bis 1945 zum Kirchenkreis Gerdauen innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute lebt in Momajny eine überwiegend römisch-katholische Bevölkerung. Hier hat sich nach 1945 die Pfarrei Świętego Piotra Apostola (Heiliger Apostel Petrus) eingerichtet, die zum Dekanat Kętrzyn II - Północy Wschód (Rastenburg II Nordost) im Erzbistum Ermland der Katholischen Kirche in Polen gehört. Filialgemeinden bestehen in Frączkowo (Fritzendorf) und Skandawa (Skandau).

Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Pfarrgemeinde in Kętrzyn innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspielorte (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Pfarrdorf Momehnen gehörten 14 weitere Ortschaften zum Kirchspiel. Heute liegen die nördlichen Orte auf russischem (RUS) Staatsgebiet, die in der Mitte und im Süden des Kirchspielbereiches auf polnischem (PL) Gebiet, wobei einige heute nicht mehr existieren:

Name (bis 1945) Heutiger Name/Staatsgebiet
Arnsdorf Smeloje/RUS
Bawien
1938–1946: Bauden
Nikitino/RUS
Blumenthal Maciejeki/PL
Friedrichshöh Bieskowo/PL
Gerkiehnen Gierkiny/PL
Groß Schellenberg Ogarewo/RUS
Klein Schellenberg Stanislawskoje/RUS
Korblack --/RUS
Looskeim Łoskajmy/PL
Ludwigsburg --/PL
Ludwigshöhe Piskorze/PL
Neuhof-Momehnen Nowy Dwór Momajński/PL
Rauttersfelde Rutka/PL
Spierau Bestuschewo/RUS

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Robatzek

Von der Reformation bis 1945 amtierten in Momehnen 28 evangelische Geistliche:[4]

  • Matthias Schubart, 1573
  • Caspar Böttcher, 1602
  • Daniel Grube, bis 1633
  • Andreas Trosien, 1633
  • Adam Frölian, 1633–1668
  • Arnold Prange, 1670–1676
  • Andreas Strauß, ?
  • Johann Korsch, 1679–1694
  • Christoph Hörn, 1694
  • Johann Balthasar Conradi, 1695–1725
  • Johann Friedrich Kahnert, 1725–1728
  • Hohann Tobias Henne, 1729–1744
  • Samuel Jacob Keber, 1744–1751
  • Georg Heinrich Meyer, 1751–1800
  • Johann Thomas Kopp, 1795–1802
  • Ernst Friedrich Görcke, 1802–1806
  • Samuel Friedrich Schepke, 1806–1812
  • Carl Friedrich Zimmermann, 1824–1825
  • Friedrich Ferdinand Hecht, 1827–1841
  • Robert Carl Wischhusen, 1841–1868
  • Johann Otto Adalbert Müller, 1869–1890
  • (Albert Julius) Otto Robatzek, 1890–1925[5]
  • Georg Schwandt, 1925–1928
  • Werner Karnath, 1930–1931
  • Erwin Schmerling, 1933–1940
  • Gerhard Plunder, 1943–1945
Hilfsprediger
Besch, Siegfried C. C., 1929
Erwin Schmerling, 1932–1933
Gerhard Plunder, bis 1943

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richtung Norden führt von Momajny eine Straße nach Rutka und endet dort an der Staatsgrenze zum russischen Oblast Kaliningrad (bis 1945 verlief sie weiter bis zur Reichsstraße 131 - heute russische Fernstraße A196 - nahe Gerdauen (Schelesnodoroschny)). Ein Grenzübergang besteht nicht. In südlicher Richtung führt eine Straße nach Skandawa und östlicher Richtung durch Maciejki und nach drei Kilometer zur Wojewodschaftsstraße 591 (droga wojewódzka 591)

Das Dorf verfügt über keinen eigenen Bahnanschluss. Die nächste Bahnstation befindet sich im etwa 20 Kilometer südwestlich gelegenen Korsze. Von dort bietet die PKP Direktverbindungen nach Olsztyn und Posen an.

Der geographisch nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, der sich etwa 75 Kilometer nordwestlich, auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 180 Kilometer westlich gelegene Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 209 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Momajny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Gmina Barciany, Sołectwo Momajny, abgerufen am 7. Aug. 2008
  2. Für 1933: Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gerdauen (russ. Schelesnodoroschnyj). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
    Für Mai 1939: Das Kirchspiel Momehnen, abgerufen am 7. Aug. 2008
    Für 1970: Swat 1978, S. 209
  3. Kirchspiel Momehnen
  4. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 97
  5. Robatzek (1862–1944) war Angehöriger des Corps Masovia.