Mora (Toledo)

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Gemeinde Mora
Mora – Landschaft mit Olivenbäumen
Mora – Landschaft mit Olivenbäumen
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Mora
Mora (Toledo) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-La Mancha
Provinz: Toledo
Comarca: Mancha Alta de Toledo
Koordinaten 39° 41′ N, 3° 47′ WKoordinaten: 39° 41′ N, 3° 47′ W
Höhe: 715 msnm
Fläche: 168,57 km²
Einwohner: 9.737 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57,76 Einw./km²
Postleitzahl: 45400
Gemeindenummer (INE): 45106 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Mora

Mora ist eine Kleinstadt und eine zentralspanische Gemeinde (municipio) mit 9.737 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der Provinz Toledo in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt Mora liegt gut 36 km (Fahrtstrecke) südöstlich von Toledo in der historischen Provinz La Mancha in einer Höhe von ca. 715 m; bis nach Madrid sind es knapp 100 km in nördlicher Richtung. Die nächstgrößeren Orte sind Orgaz (ca. 14 km südwestlich) und Sonseca (ca. 22 km westlich). Das Klima im Winter ist rau, im Sommer dagegen trocken und warm; der spärliche Regen (ca. 430 mm/Jahr) fällt überwiegend in den Wintermonaten.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 6.459 7.795 10.844 9.371 9.853[3]

Die Bevölkerung der Kleinstadt lag trotz der Landflucht im 20. Jahrhundert stets zwischen 9.300 und 10.800 Einwohnern.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umland von Mora war und ist im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt, wobei der Weinbau (La Mancha D. O.) und größere Olivenbaumplantagen wichtige Rollen spielen; die Kleinstadt selbst diente als handwerkliches und merkantiles Zentrum für die umliegenden Dörfer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl keine prähistorischen, römischen und westgotischen Funde gemacht wurden, ist die Anwesenheit von Siedlern und Soldaten in der Region wahrscheinlich. Die Burg (Castillo de Mora) bestand schon in der Zeit Abd ar-Rahmans III. im 10. Jahrhundert. Im Jahr 1085 wurde die Gegend von Alfons VI. zurückerobert (reconquista), jedoch kurz darauf von den berberischen Almoraviden erneut besetzt. Erst unter Alfons VII. (reg. 1126–1157) wurde die Region La Mancha um das Jahr 1130 endgültig christlich. Im Jahr 1172 wurden Ort und Burg dem Santiago-Ritterorden überantwortet. Trotz Zerstörungen während des Comuneros-Aufstands (1520–1522) erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert eine Blütezeit bis sie schließlich – wie viele Orte in der Region La Mancha – in der Bedeutungslosigkeit versank.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mora – Convento de San Eugenio
  • Die Iglesia Santa María de Altagracia wurde nach den Zerstörungen während des Comuneros-Aufstands (1521) mit starken Bezügen zum Mudéjar-Stil neu erbaut. Das Kirchenschiff besteht aus vier rippengewölbten Jochen. Blickpunkt im Inneren der Kirche ist der mit zahlreichen Tafelbildern im spanisch-flämischen Stil bestückte Altarretabel (retablo).[5]
  • Der Convento de San Eugenio, ein ehemaliges Franziskanerkloster im Mudéjar-Stil aus dem 16. Jahrhundert, bestand bis zur Desamortisation im Jahr 1835.
  • Das Rathaus (ayuntamiento) ist ein neomaurischer Bau aus den Jahren 1927–1930.
Umgebung
  • Auf einem Felsen ca. 3 km östlich der Stadt befinden sich die Ruinen des Castillo de Mora (auch Castillo de Peñas Negras).[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mora (Toledo) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Mora – Klimatabellen
  3. Mora – Bevölkerungsentwicklung
  4. Mora – Geschichte
  5. Mora – Altarretabel
  6. Mora – Castillo