Seseña

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Gemeinde Seseña
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Seseña
Seseña (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-La Mancha
Provinz: Toledo
Comarca: La Sagra
Koordinaten 40° 6′ N, 3° 42′ WKoordinaten: 40° 6′ N, 3° 42′ W
Höhe: 598 msnm
Fläche: 72,68 km²
Einwohner: 22.992 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 316,35 Einw./km²
Gründung: 12. Jahrhundert
Postleitzahl: 45223
Gemeindenummer (INE): 45161 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Carlos Velázquez Romo, PP (seit 2011)[2]
Website: www.ayto-sesena.org
Lage der Gemeinde
Übersichtskarte mit der Lage der Stadt Seseña in der Provinz Toledo, Spanien

Seseña ist eine Stadt in der Provinz Toledo, Kastilien-La Mancha, Spanien. Sie hatte am 1. Januar 2017 eine Bevölkerung von 22.992 Einwohnern. Die Entfernung nach Toledo beträgt etwa 51 km, nach Madrid knapp 48 km. Sie ist fast eine Enklave, die von Madrid umgeben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ayto Seseña

Aufgrund seiner Nähe zu bewässerten Gebieten fand hier eine Besiedlung statt. Durch Schenkungen kam im 12. Jahrhundert das Gebiet an die Kirche. Die Stadt wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts bevölkert.

Bürgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Schlacht von Seseña wurden 1936 während des Spanischen Bürgerkriegs, nach monatelanger Kämpfe, die meisten Gebäude teilweise oder vollständig zerstört und das Gebiet von den rechtsgerichteten Putschisten des Franquismus erobert. Es wurde deshalb der Bau von Seseña Nuevo (4 km von Seseña) beschlossen.

Verschiedene Quellen sagen aus, dass die Kompanie von Capitán Paul Arman in Seseña während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) den Kampf zweier Brigaden republikanischer Infanteristen in der Schlacht von Brunete durch den Einsatz von Brandflaschen, heute unter dem Begriff Molotowcocktails geläufig, gegen die russischen Panzer vom Typ T-26 der Italiener und spanischen Nationalisten unterstützte.[3] Zuvor wurde dieses Kampfmittel mit Quellen belegbar nur in den Bürger- und Interventionskriegen in Russland (1918–1922) eingesetzt.

Residencial Francisco Hernando[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Residencial Francisco Hernando
Residencial Francisco Hernando

Während der Zeit des Immobilienbooms bis 2007 wurde die Residencial Francisco Hernando auf dem El-Quiñón-Gelände mit 13.500 Wohnungen und kompletter Infrastruktur vor allem als Spekulationsobjekt geplant, von dem nur 5.122 Wohnungen fertiggestellt wurden. Namensgeber ist der Unternehmer Francisco Hernando, auch bekannt unter dem Spitznamen Paco el Pocero, der sich 2009 nach Äquatorialguinea absetzte und dort erfolglos ein Wohnbauprojekt mit 36.000 Wohnungen plante.[4]

Unter anderem wegen der hohen Arbeitslosenrate blieb die erwartete Nachfrage aus und der nahezu unbewohnte Stadtteil glich einer Geistersiedlung. 2008 wurde die Bewohnerzahl des Stadtteils mit nur rund 750 angegeben. Der Ausbau der Satellitensiedlung wurde eingestellt, ebenso der Ausbau der notwendigen Verkehrsanbindung.
Heute werden die Wohnungen von den Eigentümern weit unter dem Spekulationspreis angeboten.[5][6] 2017 wohnten circa 12.900 Einwohner in dem Satelitenstadtteil.

Großbrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2016 wurde wegen eines Brandes in der naheliegenden, rund 110.000 m² großen Autoreifen-Deponie ein Stadtteil mit rund 1000 Bewohnern evakuiert. Hubschrauber unterstützten die Löscharbeiten auf der illegalen Deponie, die rund fünf Millionen Altreifen umfasste.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seseña – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. http://www.ayto-sesena.org/corporacion.htm
  3. Steven Zaloga, Tony Bryan: Spanish Civil War Tanks: The Proving Ground for Blitzkrieg, S. 16.
  4. Aude de Tocqueville: Atlas der verlorenen Städte. Frederking & Thaler, München 2015, ISBN 978-3-95416-179-9.
  5. Konrad Fischer: : Einstürzende Rohbauten. In: sueddeutsche.de. 21. Mai 2008, archiviert vom Original am 11. Mai 2009; abgerufen am 13. Oktober 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sueddeutsche.de
  6. dapd: Madrider Vorort Sesena: Bombastisches Bauprojekt verkommt zur Geisterstadt. In: welt.de. 5. März 2012, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  7. http://orf.at/#/stories/2339372/ Giftiger Rauch von Reifendeponie vertreibt Anrainer, 14. Mai 2016, abgerufen am 16. Mai 2016.