Mos Def

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Mos Def (2008)
Mos Def beim Out4Fame-Festival 2015
NYC Bowery Ballroom 1999

Mos Def (* 11. Dezember 1973 in Brooklyn, New York; eigentlich Dante Terrell Smith), auch bekannt als Mighty Mos Def, The Freaky Night Watchman, Boogie Man, Black Dante, Dante Beze, Pretty Flaco, Flaco Bey und seit 2012 als Yasiin Bey, ist ein US-amerikanischer Hip-Hop-Musiker und Schauspieler.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine erste Solo-Single The Universal Magnetic erschien 1997 auf Rawkus Records. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte er zusammen mit Talib Kweli als Gruppe Black Star das gleichnamige Album. Durch das große Talent der beiden wurden sie von einigen Kritikern als Nachfolger von A Tribe Called Quest gehandelt. 1999 veröffentlichte Mos Def dann nach einigen Beiträgen auf der Soundbombing 2 Compilation sein Debütalbum Black on Both Sides. Dabei arbeitete er mit Größen wie DJ Premier, Diamond D und Busta Rhymes zusammen.

Ab 2001 begann Mos Def sich vor allem seiner Schauspielkarriere zu widmen. So war er in Monster’s Ball zusammen mit Halle Berry, Billy Bob Thornton und Heath Ledger zu sehen, sowie in augenzwinkernd biografischer Weise in Brown Sugar. 2005 war er als „Ford Prefect“ in der Verfilmung von Per Anhalter durch die Galaxis zu sehen. 2006 erschien er in 16 Blocks an der Seite von Bruce Willis. Mos Def war 2008 neben Jack Black in der Komödie Abgedreht zu sehen und im Film Cadillac Records spielte er Chuck Berry. Seine Rolle des Vivien Thomas in dem Film Ein Werk Gottes brachte ihm eine Emmy-Nominierung ein.

2004 erschien sein zweites Album The New Danger. Auf diesem Album verarbeitete Mos Def verschiedenste Einflüsse wie Rock und Soul und entfernte sich etwas von seinen Hip-Hop-Wurzeln.

Mos Def bei einem Auftritt in Melbourne

Mos Def fiel überdies durch seine Bush-kritischen Texte auf. Er wurde auf den VMA in New York verhaftet, weil er ohne Erlaubnis auf der Straße vor der Radio City Music Hall mit dem Lied Katrina Clap aufgetreten war, in dem er Präsident Bushs langsames Handeln während der Katrina-Katastrophe kritisiert. Mos Defs Publizist Carleen Donovan schildert: „Mos Def wollte keine Gesetze brechen. Sein einziges Ziel war es die Leute darauf hinzuweisen, dass die Opfer von Katrina immer noch auf die Hilfe der amerikanischen Bürger angewiesen sind. Obwohl das Ganze bereits mehrere Jahre zurück liegt.“

Im Oktober 2006 besuchte Mos Def im Rahmen einer Fernsehdokumentation das Armutsghetto Cidade de Deus im Westen Rio de Janeiros. Diese Favela wurde weltweit durch den Roman von Paulo Lins Die Stadt Gottes und die brasilianische Kinoverfilmung City of God bekannt.[1] Er besuchte dort den brasilianischen Rapper MV Bill und schilderte das Leben, das durch Gewalt und sozioökonomische Problem geprägt ist.[2]

Im Oktober 2007 wechselte Mos Def zum Label Downtown Recordings.

Im September 2011 verkündete Mos Def, dass er ab 2012 seinen Namen in Yasiin Bey ändern werde.[3]

Juli 2013 stellte er in einem drastischen Video für die Londoner Menschenrechtsorganisation „Reprieve“ (Begnadigung) des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs Asif Kapadia die Zwangsernährung eines Guantanamo-Häftlings dar und wollte damit auf die Schicksale der Männer aufmerksam machen, die auf der US-amerikanischen Militärbasis Guantanamo Bay Naval Base an der Guantánamo-Bucht in Kuba seit über zehn Jahren ohne Anklage gefangen gehalten werden, und sich solidarisch mit ihnen zeigen. Das Video wurde über die Webseite des Guardian publiziert und verbreitete sich über die sozialen Netzwerke millionenfach.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mos Def konvertierte im Alter von 19 Jahren zum Islam. Bereits sein Vater war Mitglied der Nation of Islam, da er jedoch bei seiner Mutter aufwuchs, kam er erst im Alter von 13 Jahren mit dieser Religion in Kontakt. Mos Def ist mit den ebenfalls muslimischen Rappern Ali Shaheed Muhammad und Q-Tip befreundet.[5] 1996 heiratete er Maria Yepes. Nach der Geburt von zwei Töchtern, Chandani und Jauhara Smith, trennte sich das Paar 2005. Im Januar 2008 wurde die Ehe endgültig geschieden.[6]

Am 15. Mai 2014 sollte Mos Def als Auftakt einer Tournee durch die USA auf dem „Together Boston Music Festival“ auftreten. Aufgrund von nicht näher erläuterten „Immigrations- und Rechts-Problemen“ sagte der seit Mai 2013 in Kapstadt lebende Künstler die Auftritte in den USA ab.[7][8][9]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urban Thermo Dynamics (mit DCQ & Ces)

  • 1994: Manifest Destiny (Promo)

Black Star (mit Talib Kweli)

Jahr Titel Charts[10] Anmerkungen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1998 Black Star 53
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. September 1998

Mos Def

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11] Anmerkungen
SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1999 Black on Both Sides 25 Gold
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Oktober 1999
2004 The New Danger 50
(5 Wo.)
56
(2 Wo.)
5 Gold
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Oktober 2004
2006 Tru3 Magic 77
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Dezember 2006
2009 The Ecstatic 90
(1 Wo.)
9
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2009

Kompilationen

  • 2002: We Are Hip-Hop: Me, You, Everybody
  • 2007: Mos Definite
  • 2008: We Are Hip-Hop: Me, You, Everybody, Pt. 2
  • 2008: Audio 3

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Black Star (mit Talib Kweli)

Jahr Titel
Album
Charts[10] Anmerkungen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2001 Definition
Black Star
60
(10 Wo.)

weitere Singles

  • 1998: Respiration (mit Common)
  • 1999: Another World

Mos Def

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1999 Ms. Fat Booty
Black on Both Sides
85
(3 Wo.)
2000 Umi Says
Black on Both Sides
60
(2 Wo.)
Ms. Fat Booty II
Lyricist Lounge 2
64
(1 Wo.)
feat. Ghostface Killah
2001 Oh No
Lyricist Lounge 2
24
(4 Wo.)
83
(12 Wo.)
feat. Pharoahe Monch und Nate Dogg
2010 Stylo
Plastic Beach
63
(8 Wo.)
40
(8 Wo.)
56
(7 Wo.)
mit Gorillaz feat. Bobby Womack

weitere Singles

  • 1997: The Universal Magnetic
  • 1997: The Universal Magnetic Remix
  • 1998: Body Rock (mit Q-Tip & Tash)
  • 1999: Next Universe
  • 1999: Mtuiz7
  • 2000: Oh No (DJ Hype Remix)
  • 2000: Oh No (John B Remix)
  • 2001: Jam On It
  • 2002: Brown Sugar
  • 2002: Brown Sugar (Fine)
  • 2002: Workin' It Out
  • 2002: Wylin' Out (mit Diverse & Prefuse 73)
  • 2003: Wylin' Out Remix (mit Diverse & Kutmasta Kurt)
  • 2004: Sex, Love & Money
  • 2004: Ghetto Rock
  • 2005: Excellence / Slow & Tender (mit Medina Green)
  • 2007: Drunk and Hot Girls (mit Kanye West)
  • 2009: Quiet Dog

Soundtracks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mos Def – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Mos Def – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mos Def. 4REAL. Abgerufen am 20. Februar 2011.
  2. 4REAL Mos Def in Cidade de Deuas. 4real.com. Abgerufen am 20. Februar 2011.
  3. https://www.theguardian.com/music/2011/sep/08/mos-def-name-change (englisch)
  4. Yasiin Bey (aka Mos Def) force fed under standard Guantánamo Bay procedure, The Guardian-Youtubekanal, 8. Juli 2013
  5. beliefnet: You're Gonna Serve Somebody (englisch)
  6. Rapper Yasiin Bey (Mos Def) is denied entry to the United States, 22. Mai 2014
  7. Mos Def Cancels Upcoming US Tour, togetherboston.com, 13. Mai 2014
  8. From Brooklyn to Bo-Kaap Mos Def Moves to Cape Town, South Africa, rollingstone.co.za, 10. März 2014
  9. Yasiin Bey, aka Mos Def, cancels US tour amid 'legal' wrangles, theguardian.com, 22. Mai 2014
  10. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US
  11. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US
  12. http://blog.zap2it.com/frominsidethebox/2011/05/dexter-season-6-adds-mos-def-as-religious-brother-sam.html (englisch)