Motorfahrrad

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Motorfahrrad NSU Quick (1936)

Als Motorfahrrad wurden ursprünglich die ersten Motorräder bezeichnet.[1] Emil Capitaine erhielt 1896 ein Patent auf ein Motor-Fahrrad.[2] Als erstes Motorfahrrad gilt die Werner von 1897. In den 1930er Jahren wurde der Begriff für kleine Motorräder etabliert. 1968 wurden durch Art. 44 des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr Motorfahrräder und Motorräder (Deutschland: Kraftrad) gleichgestellt.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurden kleine Motorräder, die aus der Not der Weltwirtschaftskrise entwickelt wurden, als Motorfahrrad bezeichnet.[3] 1930 entwickelten ILO sowie Fichtel und Sachs Ein- und Anbaumotoren zunächst mit 60 dann 74 und 98 cm³ Hubraum, die 2,25 PS leisteten. Die Nasenkolben-Zweitakter erreichten bis Mitte der 1930er Jahre 30 Prozent, in den Jahren 1948 und 1949 45 Prozent der gesamten Kraftradfertigung in Deutschland.[4] 1953, mit der neuen gesetzlichen Definition von Fahrrad mit Hilfsmotor und Moped, verschwand der Begriff Motorfahrrad in Deutschland.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Motorfahrrad nach österreichischem Recht ist ein Kleinkraftrad im Sinne der Richtlinie 2002/24/EG (§ 2 Abs. 1 Z. 14 KFG). Für das Lenken eines Motorfahrrads ist in Österreich ein Mindestalter von 15 Jahren und ein Mopedausweis Voraussetzung. Wer im Besitz einer Lenkberechtigung ist, unabhängig der Klasse, benötigt keine Mopederlaubnis. Da es sich bei dem Fahrzeug rechtlich um ein Kraftrad handelt, ist eine Typen- oder Einzelgenehmigung, amtliche Anmeldung mit Kennzeichen und Haftpflichtversicherung zwingend erforderlich. Nach § 106 Abs. 7 Z. 1 KFG besteht Helmpflicht.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Motorfahrrad ist in der Schweiz heute noch ein rechtlicher Begriff und in Art. 175 VTS geregelt. Das Mindestalter zum Fahren eines Motorfahrrads beträgt nach Art. 6 VRV 14 Jahre. Zum Fahren benötigt man nach Art. 3 VRV einen Führerausweis für Motorfahrräder, den man nach bestandener Theorieprüfung und einem absolvierten Sehtest erhält. Dieser Ausweis ist für jene Personen nicht erforderlich, die im Besitz eines Führerausweises sind. Es gilt nach Art. 18 VTS eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges von 30 km/h. Zu den Motorfahrrädern gehören beispielsweise Mofas.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kleine Vennekate: Kleine Maschinen ganz groß. Motorfahrräder Saxonette Kleinkrafträder. 1930–1955. Schrader Verlag. 1. Auflage 1996. ISBN 3-613-87150-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Anton Daul: Illustrierte Geschichte der Erfindung des Fahrrades und der Entwickelung des Motorfahrradwesens. Verlag Creutz, Dresden, 1906.
  2. Dinglers Polytechnisches Journal: 1897, Band 306 (S. 59) [1]
  3. Johann Kleine Vennekate: S. 8
  4. Johann Kleine Vennekate: S. 5 und 9