MyVideo

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MyVideo
MyVideo Logo.svg
MyVideo.de
Beschreibung Videoportal
Sprachen deutsch
Eigentümer maxdome GmbH

ein Unternehmen der
ProSiebenSat.1 Media SE

Erschienen April 2006

MyVideo [maɪ'vɪdɪəʊ] ist ein deutschsprachiges Internet-Informationsportal, das Hintergrundinformationen und Trailer zu aktuellen Kinofilmen und Computerspielen bereitstellt sowie ausgewählte Filme und Serien aus dem Programm von maxdome bewirbt. Der Online-Dienst wird von der maxdome GmbH in München betrieben, einer hundertprozentigen Tochter der ProSiebenSat.1 Media SE.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo bis Januar 2011
Logo bis Juni 2006

MyVideo wurde im April 2006 durch die Brüder Samwer als Videoportal gegründet und bot nach eigenen Angaben 3,8 Millionen Videoclips an, davon etwa 150.000 im Premium-Bereich. Laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V. zählte MyVideo mit 7,69 Millionen Benutzern[1] zu den fünfundzwanzig reichweitenstärksten Internet-Auftritten in Deutschland und verzeichnete bis zu zehn Millionen Unique Visits im Monat.[2]

Im September 2006 übernahm die SevenOne Intermedia GmbH, ebenfalls ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE, zunächst 30 Prozent am Unternehmen, im Juli 2007 folgten die restlichen 70 Prozent. Betrieben wurde das Angebot zu diesem Zeitpunkt durch die MyVideo Broadband S.R.L. mit Sitz in Bukarest[3] und die Plattform war, hinter YouTube, eines der größten Videoportale im deutschsprachigen Raum.

2011 startete MyVideo das Webprojekt „MyVideo TV“, bei dem MyVideo-Inhalte mit online präsentierten Formaten der Fernsehsender der ProSiebenSat1-Gruppe kombiniert wurden.[4] 2013 beschäftigte das Unternehmen 35 Mitarbeiter.[2]

Am 30. Oktober 2015 kündigte ProSiebenSat.1 an, MyVideo zum 30. November 2015 auf die in Berlin ansässige Firma Magic Internet Holding GmbH zu übertragen, die auch schon zuvor die strategische und technische Entwicklung der Plattform betreute.[5] Im Rahmen der Übertragung kam es zu einer Änderung des Geschäftsmodells: es wurden keine Inhalte von Nutzern mehr angeboten, sondern ausschließlich anbieterseitig bereitgestellte Inhalte.

Am 2. Mai 2016 wurde die Website ohne Vorankündigung in ein Werbeportal umgewandelt. Im Rahmen dieser Umstrukturierung wurden sämtliche Videoinhalte von der Webseite entfernt, das App-Angebot eingestellt und ein Teil der Belegschaft entlassen. Seitdem wird das Angebot durch die maxdome GmbH in München betreut[6] und in der Rubrik Serien und Filme deren Angebot beworben.[7][6] Die ProSiebenSat.1-Tochter Magic Internet betreibt nun das Videoportal Quazer.[8]

Angebot bis Mai 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das werbefinanzierte Angebot des MyVideo-Videoportals umfasste von Benutzern bereitgestellte Videoclips (bis Oktober 2015) sowie Musikvideos, Spielfilme und Folgen ausgewählter Fernseh- und Webserien (Webisodes) aus dem Angebot von ProSiebenSat1. Weitere Schwerpunkte bildeten sogenannte Themenwelten, Anime-Serien, Let's Play-Formate sowie Livestreams.

Die Inhalte waren, bis zur Einstellung von MyVideo als Videoportal, mittels Webbrowser und Apps für Smartphones, Tablets sowie Smart-TV-Geräte abrufbar.

Sparten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musik
  • Filme
  • Themenwelten
    • Auto & Motor
    • Sport
    • Politik
    • TV & Film
    • Lifestyle
    • Talente
    • Infotainment
    • Webisodes
  • Serien
  • Webstars

Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Angebot von MyVideo finanzierte sich weitestgehend über Werbung, die in Form von Bannern, Pop-Ups und Videowerbespots geschaltet wurde.[9] Die Videowerbung, von MyVideo selbst als VideoAd bezeichnet,[10] wurde dabei vor und zum Teil während des Betrachtens von Videos eingeblendet. Die Werbespots ließen sich nicht vorspulen oder überspringen und konnten, ebenso wie die Bannerwerbung und die Popup-Fenster, nur mit Werbeblockern ausgefiltert werden.[11][9]

Urheberrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den AGB wies MyVideo darauf hin, dass eingestellte Inhalte nicht gegen geltende Gesetze (insbesondere Patente, Marken- und Urheberrechte) verstoßen durften. Im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben behielt man sich vor, entsprechende Inhalte im sog. Notice-and-take-down-Verfahren sofort zu entfernen.[12]

Zudem setzte MyVideo eine softwarebasierte Lösung (Video-Fingerprint) ein, die markante Eigenschaften eines Videos beim Hochladen speicherte. Wurde ein beanstandetes Video im Zuge des Notice-and-take-down-Verfahrens entfernt, war dieser Beitrag künftig für die Plattform gesperrt und konnte kein weiteres Mal eingestellt werden. Wenn Nutzer feststellten, dass Inhalte anderer Nutzer gegen die AGB oder gesetzliche Bestimmungen verstießen, konnten sie dies über ein Abuse-Report-Formular melden.

Seit der Änderung des Geschäftsmodells ab Oktober 2015 bestand das Angebot ausschließlich aus anbieterseitig bereitgestellten Inhalten. Hierdurch entfiel für MyVideo das Urheberrechtsproblem bei hochgeladenen Videos.

Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Let’s Play Together

Bereits am 18. Mai 2012 fand mit den beiden Let’s Playern Gronkh und Sarazar auf MyVideo ein erster Livestream namens Let’s Play Together statt.[13] Er wird seitdem freitags um 18 Uhr (mit Unterbrechungen) ausgestrahlt. Die hundertste Ausgabe fand am 28. November 2014 statt und war gleichzeitig die letzte Ausgabe mit Gronkh und Sarazar.[14] Die Winterpause sollte genutzt werden, um ein "neues" Let’s Play Together vorzubereiten.[15]

Am 13. März 2015 wurde dann bekannt gegeben, dass in der Neuauflage, die seit dem 20. März gesendet wurde, die YouTuber Fabian Siegismund und David Hain anstelle von Gronkh und Sarazar moderieren werden.[16] Seit Folge 103 fand der Livestream donnerstags statt und seit der Folge 131 wurden die Folgen auch auf Twitch gestreamt. Seit der Folge 122 gab es für die beiden Unterstützung durch die Youtuber LeFloid und Frodoapparat, wodurch es in den nachfolgenden Sendungen verschiedene Konstellationen bei der Moderation gab. In der Folge 132 wurde bekannt gegeben, dass es keine weiteren Folgen mehr geben wird.[17]

Last Man Standing

Der Bereich Webstars wurde auf MyVideo.de ausgebaut, da dieser gute Zuschauerzahlen erreichte. So fand am 1. März 2013 ein größeres Event namens Last Man Standing und am 30. November 2013 die Fortsetzung "Last Man Standing 2" statt. Hierbei traten unter Anderem die YouTuber Gronkh und Sarazar als Team LPT gegen das Team PietSmiet an. Beide Events begannen um 18 Uhr und wurden acht Stunden lang, ebenfalls auf MyVideo gesendet.[18] Die beiden Teams forderten sich gegenseitig in verschiedenen Videospielen heraus. Ab 23 Uhr wurden dann auch Spiele, die ab 18 Jahren freigegeben sind, gespielt.[19] Am 8. August 2015 fand die dritte Ausgabe unter dem Titel Last Man Standing Generations statt. In dieser Ausgabe, die auf der Gamescom vor etwa 3.000 Zuschauern stattfand und von den YouTubern David Hain und Fabian Siegesmund moderiert wurde, trafen nicht wie in den vorherigen Ausgaben Team PietSmiet und Team LPT aufeinander, sondern die sogenannten Teams Team Veteranen und Team Rookies spielten gegeneinander.[20][21]

Let’s Play Poker

Am 21. März 2013 wurde bekannt gegeben, dass ein weiterer Livestream unter dem Namen Let’s Play Poker[22] geplant sei.[23] Der Livestream, welcher am 23. März 2013 erstmals produziert wurde, wurde von dem Onlinepokerraum PokerStars gesponsert.[24] Es spielen in der Regel acht bekannte YouTuber gegeneinander Poker. Der Sieger spendete seinen Gewinn an eine gemeinnützige Organisation. Zusätzlich gab es die Möglichkeit für einen Zuschauer als sogenannter Wildcard-Teilnehmer beim Event teilzunehmen.[25][26] Alle Folgen wurden zusätzlich auf dem offiziellen YouTube-Kanal hochgeladen.[27] Ab der zehnten Ausgabe wurde die Show auf YouTube live übertragen, in der elften Ausgabe sogar vor Publikum.[28][29] Insgesamt wurden dreizehn Ausgaben ausgestrahlt (Stand: 17. April 2016).[30] Alle Sendungen wurden nach dem Live-Stream auf MyVideo zum Abruf bereitgestellt.

Bootcamp

Am 2. April 2014 wurde auf dem Hauptkanal[31] eine Ankündigung für das Studio71 Bootcamp veröffentlicht.[32] Dabei handelte es sich um ein Projekt, bei dem man sich mit seinem YouTube-Kanal, sofern er weniger als 50.000 Abonnenten hat, bewerben[33] konnte und vom Netzwerk Unterstützung und Hilfe bei der Produktion und Verbreitung von eigenen Videos und der Gestaltung des Kanals bekommt. Gleichzeitig wurde man Partner im Netzwerk. Die Teilnehmer wurden, ebenfalls auf dem Hauptkanal von Studio71, von den beiden YouTubern Fabian Siegismund und Dan the man vorgestellt, wobei sie auf satirische Art erklärten, was der Kandidat an seinen Videos verbessern könnte.[34]

Das Ankündigungsvideo für das Bootcamp 2.0 wurde am 31. März 2015, also fast ein Jahr nach dem ersten, veröffentlicht.[35] Diesmal konnte jeder mitmachen, der einen YouTube-Kanal mit weniger als 1.000 Abonnenten hatte. Die Jugendzeitschrift Bravo diente hierbei als offizieller Medienpartner.[36]

Magic Internet und Quazer.com[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quazer Logo (2016)

Die in Berlin ansässige Magic Internet Holding GmbH, bisherige Betreiberin von MyVideo, betreut operativ weiterhin die von der TVRL GmbH betriebene Musikvideo-Plattform Ampya, das Portal songtexte.com und, als Magic Internet GmbH, das neuartige lineare Internetfernsehen-Angebot Quazer.

Quazer sieht sich selbst als Alternative zum herkömmlichen Fernsehen und bietet ausgewählte Dokumentationen und Videos innerhalb wählbarer Themenkanäle über das Internet an, sowie als native App für die Plattformen Android und iOS.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V.
  2. a b Überblick über die größten Videoportale Abgerufen am 12. Mai 2014.
  3. Geschäftsbericht ProSiebenSat.1 Media AG 2007
  4. blog.myvideo.de
  5. MyVideo.de: Neuer MyVideo Betreiber Magic Internet vom 30. Oktober 2015, abgerufen am 5. November 2015
  6. a b Thomas Lückerath: Minimalistisch: ProSiebenSat.1 schrumpft MyVideo. In: dwdl.de. 2. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.
  7. Robin Hirsch: ProSiebenSat.1 entfernt alle Videoinhalte von MyVideo. In: anime2you.de. 2. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.
  8. a b Quazer – Das schlauere Entertainment. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  9. a b hna.de
  10. Werben auf MyVideo
  11. Test auf getestet.de
  12. myvideo.de
  13. gronkh-wiki.de
  14. Folge 100 von Let’s Play Together auf MyVideo
  15. Facebook-Post von Let’s Play Together, 21. Januar 2015, abgerufen am 13. März 2015
  16. Let’s Play Together kommt zurück!, hochgeladen am 13. März 2015, abgerufen am 13. März 2015
  17. Folge 131: Letzte Folge von Let’s Play Together, hochgeladen am 5. November 2015, abgerufen am 17. April 2016
  18. myvideo.de
  19. News bei MyVideo: Last Man Standing – Das Duell der bekanntesten Let’s Player Deutschlands, 1. März 2013
  20. Pia Krauß: broadmark.de: Alle Informationen zu Last Man Standing 3, 10. Juli 2015
  21. Pia Krauß: broadmark.de: So war Last Man Standing Generations, 16. August 2015
  22. myvideo.de
  23. ProSiebenSat.1 Digital baut die Produktion von web-only Live-Events weiter aus, 21. März 2013
  24. themenportal.de
  25. Let’s Play Poker auf pokerstars.de, abgerufen am 5. November 2014
  26. gronkh-wiki.de
  27. YouTube-Kanal von Let’s Play Poker
  28. Studio71 präsentiert "Let's Play Poker" erstmals vor Publikum. presseportal.de, 17. Juni 2015, abgerufen am 26. Juni 2015.
  29. Lets-Player.TV vom 15.04 – Let’s Play Poker 10. lets-plays.de, 15. April 2015, abgerufen am 5. Juni 2015.
  30. Die "Let's Play Poker PokerStars.de Show" setzt dieses Mal auf Teamgeist. presseportal.de, 25. November 2015, abgerufen am 17. April 2016.
  31. YouTube-Kanal von Studio71
  32. Studio71 Bootcamp – Bewirb dich jetzt!, hochgeladen am 2. April 2014
  33. Bewerbung für das Studio71 Netzwerk
  34. YouTube-Playlist mit allen Videos zum Studio71 Bootcamp
  35. Studio71 Bootcamp 2.0 mit Kelly aka MissesVlog und Michael Buchinger – Bewerbt euch jetzt!, hochgeladen am 7. April 2015.
  36. Studio71 Bootcamp 2.0, abgerufen am 7. April 2015.