Goldene Himbeere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Logo der Razzie Awards
Ein Mann „is blowing a raspberry“

Die Goldene Himbeere (englisch Golden Raspberry Award, kurz Razzie) ist ein erstmals 1981 vergebener Negativ-Filmpreis. Der Razzie wurde als eine Art Anti-Oscar vom Cineasten John J. B. Wilson kreiiert und wird in verschiedenen, teils absurden Kategorien für die jeweils schlechteste Leistung des Filmjahres traditionell am Abend vor der Oscar-Verleihung vergeben. Die materiell annähernd wertlose Sieger-Trophäe besteht aus einer Kunststoffhimbeere, die auf eine Super-8-Filmrolle aus Aluminium geklebt ist und anschließend komplett mit Goldfarbe überzogen wird.[1]

Namensgeber für die Auszeichnung ist eine sprichwörtlich mit der Zunge und Lippen geformte Himbeere (englisch raspberry) bei gleichzeitigem Furzgeräusch. Die aus dem Cockney-Slang stammende Redewendung to blow a raspberry wird in den Vereinigten Staaten auch Bronx cheer genannt und ist ein unverkennbares Zeichen der Verhöhnung.[2]

Hinter dem Preis steht die Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.), der 2007 über 750 Filmkritiker, Journalisten und Filmschaffende aus 42 US-Staaten und mehr als zwölf Ländern angehörten. Aus Deutschland benennt die Münchner Filmwerkstatt 50 Personen, die an der Abstimmung teilnehmen.

Die 36. Golden Raspberry Awards wurden am 27. Februar 2016, dem Vorabend der Oscarverleihung, im kalifornischen Hollywood, Los Angeles vergeben.

Jährliche Preisvergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verleihung des Razzie Award für die schlechteste Fortsetzung an Indiana Jones IV im Jahre 2009
Razzie-Erfinder John B. Wilson bei der 29. Verleihung der Goldenen Himbeere, 2009

Ältere und unregelmäßig erscheinende Kategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus besonderem Anlass vergebene Kategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonderpreisvergaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückblickend auf ein Jahrzehnt werden an besonders schlechte Filmwerke und Filmschaffende nochmals Goldene Himbeeren verliehen, so geschehen für die 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahre. Während der Preisverleihung zur Goldenen Himbeere 2000 wurden des Weiteren für das 20. Jahrhundert die schlechteste Schauspielerin und der schlechteste Schauspieler des Jahrhunderts gekürt. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Goldenen Himbeere wurden auf der Preisverleihung 2005 Trophäen für das Schlechteste aus 25 Jahren verliehen. Ab 2015 wird der Razzie Redeemer Award (Himbeere der Erlösung) vergeben. Diesen erhält ein Künstler, der mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet oder dafür nominiert war und der später eine beachtenswerte künstlerische Leistung abgeliefert hat.[4] Ob diese Kategorie dauerhaft eingerichtet werden wird, steht noch nicht fest.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gewinner nehmen den Preis nur in den seltensten Fällen persönlich entgegen: Bisher holten unter anderem Tom Green (Freddy Got Fingered), Robert Conrad (Wild Wild West), Showgirls-Regisseur Paul Verhoeven, Halle Berry (Catwoman) und Sandra Bullock (Verrückt nach Steve) ihre Himbeeren ab. Berry hatte bereits in einem Interview kurz vor der Verleihung 2005 angekündigt, sie werde sich ihren Preis auch abholen, wenn sie gewinne. Sie sagte dazu: „Wenn ich eine Himbeere bekomme, gehe ich auf jeden Fall zur Verleihung. Ich finde, wer zu den Oscars geht, sollte auch zu den Razzies kommen.“ In ihrer Rede bei der Verleihung nahm sie sich selbst – in Anspielung auf ihre Dankesrede bei der Oscarverleihung im Jahr 2002 – auf die Schippe.
  • Adam Sandlers Film Jack und Jill erhielt 2012 mit zehn Stück die bisher meisten goldenen Himbeeren in der Geschichte des Preises.[5] Der Film gewann zugleich als erster in allen zu vergebenden Kategorien und löste damit den bisherigen Rekordhalter Battlefield Earth ab, der bei der Goldenen Himbeere 2001 sieben von möglichen neun Auszeichnungen erhielt, sowie 2005 und 2010 je einen Spezialpreis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Goldene Himbeere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung der Golden Raspberry Award Foundation zur Goldenen Himbeere 2007 In: razzies.com. (englisch).
  2. Tom Appleton: Die schlechtesten Filme aller Zeiten. In: heise.de. Telepolis, 9. Januar 2013, abgerufen 23. März 2016
  3. 2003 RAZZIE® Nominees & "Winners". In: razzies.com. 4. Dezember 2005, abgerufen am 9. Januar 2013.
  4. in Vanity Fair
  5. Adam Sandler stellt Schmähpreis-Rekord auf. Spiegel Online