Natureis

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Der Begriff Natureis wird im Zusammenhang mit der Nutzung auf natürlichem Weg entstandenem Eis verwendet. Mit der Verbreitung von Kältemaschinen hat es keine praktische Bedeutung mehr für Kühltechnik bzw. Kühlzwecke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1860er Jahren nahm die Anzahl von Eiskellern und Eishäusern stark zu.[1] Aus dem 19. Jahrhundert ist der Export von Natureis aus Norwegen nach England bekannt.[2] 1896 war das in Berlin in Häusern, Straßen und Geschäften verkaufte Eis fast ausschließlich Natureis.[3] Mit den 1950er bzw. 1960er Jahren kamen Eiskeller außer Gebrauch.[1]

Mit der Erfindung von Kältemaschine und elektrischem Antrieb geriet die Bedeutung des Natureises für die Kühlung von Lebensmitteln in Vergessenheit. Eisfabriken lösten allmählich die Eiswerke ab. Etwa zwischen den 1930er und 1950er Jahren wurden Kühlschränke langsam gebräuchlich. Damit waren die herkömmlichen Eisschränke überflüssig. Auch wegen zweifelhafter Wasserqualität von Seen und Flüssen verlor die Nutzung dieses Eises für Kühlzwecke weitgehend an Bedeutung.

Eisernte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Winter wurde Eis aus Seen, Teichen oder Fließgewässern entnommen. Es wurde entweder durch Zerhacken, Zersägen oder mit einem Eispflug in Eisschollen zerteilt, mit Fuhrwerken abtransportiert und eingelagert. Eiszapfen konnten auf Gerüstvorrichtungen entweder aus Holz oder Stahl im Freien aus Wasser, unabhängig von Gewässern, produziert werden.[4] So kam das Eis in Eiskeller und Eishäuser. In großen Städten gab es Eiswerke, die das Eis ganzjährig verkauften. Der Eismann lieferte es für die Kühlung von Lebensmittel in Eisschränken an Haushalte.

Die Wasserqualität des verwendeten Eises hat großen Einfluss auf die Bauweise der Eisschränke, weil die im Wasser enthaltenen Organismen bzw. Stoffe in das Kühlgut eindringen und es verderben konnten.[5] Wasser aus schnell fließenden Gewässern von Bächen und Flüssen ist aus diesem Grund demjenigen von stehenden Gewässern, wie von Seen, Teichen und überfluteten Wiesen, vorzuziehen. Eine räumliche Trennung des Natureises vom direkten Kontakt mit dem Kühlgut erfolgte erst, nachdem sich diese Erkenntnis durchgesetzt hatte, und hatte zur Folge, dass eine konstruktive Barriere über einen einfachen Wärmeübertrager gebaut wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eiskeller, Eiswerke und Kühlhäuser in Schleswig-Holstein und Hamburg, ISBN 3-88042-962-6, S. 129
  2. Eiskeller, Eiswerke und Kühlhäuser in Schleswig-Holstein und Hamburg, ISBN 3-88042-962-6, S. 11–12
  3. Die Gewinnung des Natureises., abgerufen am 21. Februar 2017
  4. Natur-Eis-Herstellung in Schwarzburg – Bild eines Eisengerüstes, Foto: Bernhardt, aus: Allgemeiner Wegweiser, Nr. 10, 9. März 1927, abgerufen am 20. Dezember 2014
  5. Vgl. Die Schädlichkeit des Natureises. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, Heft 15, Jg. 1892, S. 159–160, Digitalisat.