Neufang (Steinwiesen)

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Neufang
Wappen von Neufang
Koordinaten: 50° 18′ 47″ N, 11° 25′ 34″ O
Höhe: 589 m ü. NHN
Einwohner: 732 (2019)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96349
Vorwahl: 09260
Musikheim/Gemeinschaftshaus
Musikheim/Gemeinschaftshaus

Neufang ist ein Gemeindeteil des oberfränkischen Marktes Steinwiesen im Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 15 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Kronach liegt im Naturpark Frankenwald auf einem Höhenrücken auf rund 580 Metern über NHN das Pfarrdorf Neufang. Es entwickelte sich als ein historisches Angerdorf rund um die Dorfkirche mit wenigen weiteren Bauten im Zentrum. Die Anwesen, Dreiseit- und Hakenhöfe, sind giebelseitig auf den Anger und die umrundenden Ortsgassen ausgerichtet. Von ihnen ausgehend verlaufen Flurstreifen (sogenannte Hufen) parallel bis zur Gemarkungsgrenze. Die beiden ursprünglich vorhandenen Weiher existieren nicht mehr. Neufang hat sich vom Rundangerdorf zum Straßendorf entwickelt. Die verkehrliche Erschließung erfolgt durch die Kreisstraße KC 21, die Neufang mit dem Hauptort Steinwiesen und in nördlicher Richtung mit Tschirn verbindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neufang entstand im Hochmittelalter als Rodungssiedlung. Der Ort, der zum Hochstift Bamberg gehörte, ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 zusammen mit den restlichen Gebieten des Hochstifts Bamberg in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über.

1862 wurde die Landgemeinde Neufang in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Kronach eingegliedert. Sie bestand aus acht Orten, dem Pfarrdorf Neufang, dem Weiler Berglesdorf und den Einöden Fischermühle, Kübelberg, Leitsch, Lumpera, Rosslach und Schäferei und gehörte vorher zum Landgericht Kronach. 1871 hatte die Gemeinde 575 und das Pfarrdorf 417 Einwohner. Die katholische Kirche und die katholische Bekenntnisschule befanden sich im Hauptort.[2] Im Jahr 1900 hatte die 1073 Hektar große Landgemeinde 510 Einwohner, von denen bis auf einen alle katholisch waren, und 92 Wohngebäude. Das Pfarrdorf hatte 398 Einwohner. Statt der Orte Fischermühle und Rosslach gehörten damals Obere und Untere Leitschneidmühle zur Gemeinde.[3] 1925 lebten in Neufang 456 Personen, die alle katholisch waren, in 79 Wohngebäuden. Der Ortsteil Lumpera bestand nicht mehr.[4]

1950 hatte die Gemeinde 661 und das Pfarrdorf 527 Einwohner, die in 79 Gebäuden wohnten. Die evangelische Pfarrei befand sich in Unterrodach. Die Untere Leitschneidmühle war kein Ortsteil der Gemeinde mehr.[5] Im Jahr 1961 lebten in dem Hauptort 491 Personen in 84 Wohngebäuden.[6] Im Jahr 1970 hatte das Pfarrdorf 487 Einwohner und die Obere Leitschneidmühle war kein Ortsteil mehr.[7] 1987 zählten die beiden Orte Neufang und Berglesdorf zusammen 710 Einwohner in 153 Wohngebäuden mit 182 Wohnungen. Die ehemalige Gemeinde hatte ohne Schäferei 739 Einwohner.[8]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Neufang am 1. Mai 1978 ohne den Ortsteil Schäferei, der nach Wilhelmsthal eingegliedert wurde, nach Steinwiesen eingemeindet.[9]

Im Jahr 2009 gab es in Neufang 20 Gewerbe- und Handwerksbetriebe mit 134 Arbeitsplätzen.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Laurentius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius

1492 wurde Neufang mit Birnbaum von der Pfarrei Steinwiesen separiert und zur Pfarrei erhoben. Nach dem Abbruch einer Vorgängerkirche im Jahr 1626 begann der Kirchenneubau nach Plänen von Giovanni Bonalino. Nachdem größere Baumängel beseitigt worden waren, konsekrierte der Bamberger Weihbischof Förner die Kirche am 7. Juli 1630 zu Ehren des heiligen Märtyrers Laurentius. In den Jahren 1634 und 1918 beschädigten Brände das Gotteshaus stark. Die Kanzel sowie der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre wurden um 1770 angeschafft. 1950 wurden zwei neue Glocken geweiht und 1980 eine neue Orgel aufgestellt. Die Fassade der Saalkirche gliedern rote, gezahnte Eckquader. Der viergeschossige Chorseitenturm trägt einen Spitzhelm. Das Hauptportal schmückt das Relief des Hoheitswappens des Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim.[11]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bayerischen Denkmalliste sind sechs Baudenkmäler aufgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neufang (Steinwiesen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. steinwiesen.de: Leben und Wohnen>Zahlen, Daten und Fakten, Einwohnerzahlen (wohl für die ehemaligen Gemeinden)(Stand 1. Januar 2019).
  2. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1061, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  3. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1056 (Digitalisat).
  4. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1090 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 940 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 691 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 159 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 311 (Digitalisat).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
  10. 23. Wettbewerb 2008 bis 2010 „Unser Dorf hat Zukunft –Unser Dorf soll schöner werden“, S. 75 (PDF; 15,7 MB)
  11. https://pv-oberes-rodachtal.kirche-bamberg.de/medien/a693788a-3b6a-4485-949a-ac3f97afc20f/kirchenfuehrer.pdf?a=true Kirchenführer St. Laurentius Neufang, 2005