Steinwiesen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Steinwiesen
Steinwiesen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Steinwiesen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 18′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 374 m ü. NHN
Fläche: 55,04 km2
Einwohner: 3435 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96349
Vorwahlen: 09262, 09260, 09267
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 177
Marktgliederung: 21 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Kirchstr. 4
96349 Steinwiesen
Website: www.steinwiesen.de
Erster Bürgermeister: Gerhard Wunder (CSU)
Lage des Marktes Steinwiesen im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Landkreis Kronach)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Katholische Kirche St. Marien, Haupteingang

Steinwiesen ist ein Markt im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern). Sie ist die größte Gemeinde der Region Oberes Rodachtal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Steinwiesen gehört zum Naturpark Frankenwald und liegt im Tal der Rodach. Südlich von Steinwiesen mündet die Wilde Rodach in die Rodach.[2] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 21 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Außerdem gibt es 2 ehemalige Gemeindeteile, die mittlerweile Teil von anderen Gemeindeteilen sind, und 10 wüst gegangene Gemeindeteile, die sich auf dem heutigen Gemeindegebiet von Steinwiesen befinden:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Steinwiesen

Der Ort wurde in einer Urkunde, die zwischen 1326 und 1328 entstanden ist, als „Steinigenwiesen“ erstmals erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem Flurnamen ab, der eine steinige Wiese bezeichnete. 1348 wurde der Ort erstmals als „Steinwisen“ erwähnt.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Steinwiesen 147 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach inne. Grundherren waren

Außerdem gab es noch ein Forsthaus, eine Pfarrkirche, ein Pfarrhof, ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus und ein Gemeindebräuhaus.[5]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Steinwiesen gebildet, zu dem Angermühle, Baiershof, Ehrenbachsschneidmühle, Eisenhammer, Klingersmühle, Leitenberg, Mittlere Mühle, Nurn, Obere Mühle, Remitzhof, Schlegelshaid, Schnabrichsmühle, Schwarzmühle, Teichenbach, Teichmühle und Tempenberg gehörten. 1818 wurde die Ruralgemeinde Steinwiesen gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war mit Ausnahme von Nurn, das mit Ehrenbachsschneidmühle und Teichenbach eine eigene Ruralgemeinde bildete. Die Ruralgemeinde Steinwiesen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Gemeindegebiet Kochsmühle, Langenau, Leitschenstein, Löfflersmühle und Rieblich gegründet. Ab 1862 gehörte Steinwiesen zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Kronach, seit 1879 ist das Amtsgericht Kronach zuständig.[6] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 13,600 km².[7], die sich vor 1928 auf 13,421 km² verringerte[8] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Erlabrück gegründet.

Das Marktrecht wurde der Gemeinde am 11. August 1939 erteilt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Birnbaum und Nurn sowie Neufang ohne den Ort Schäferei eingegliedert.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 4009 auf 3443 um 566 bzw. um 14,1 %. Am 31. Dezember 1995 hatte Steinwiesen 4154 Einwohner.

Gemeinde Steinwiesen

Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2008 2010 2015 2017
Einwohner 1472 1612 1606 1613 1634 1722 1584 1558 1539 1466 1412 1397 1508 1659 1657 1800 1906 2038 2504 2628 2562 2398 2553 4000 3678 3605 3510 3460
Häuser[10] 248 289 277 312 368 440 1026 1126 1126
Quelle [11] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [7] [11] [11] [14] [11] [11] [11] [8] [11] [11] [11] [15] [11] [16] [17] [18] [19] [19] [19] [19]

Ort Steinwiesen

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002020
Einwohner 928 1429 1511 1345 1237 1536 2353 2182 2333 2065 1815*
Häuser[10] 148 255 244 271 322 395 568
Quelle [6] [12] [13] [7] [14] [8] [15] [16] [17] [18] [20]
* Steinwiesen zuzüglich der Einöden, die schon Teil der ursprünglichen Gemeinde waren; ohne Schlegelshaid.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:

Partei/Liste 2020[21] 2014[22]
% Sitze Sitze
CSU 69,19 11 12
SPD 30,81 5 4
Wahlbeteiligung 71,95 %

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen von Steinwiesen
Blasonierung:Gespalten und vorne geteilt von Grün und Silber; oben ein silberner Steinblock, unten ein roter Schrägwellenbalken; hinten in Gold ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe.“[23]
Wappenbegründung: Bei der Wappenverleihung 1937 wählte man einen für den Ortsnamen redenden Stein in grünem Feld. Der Schrägwellenbalken weist auf die Rodach, die durch das Gemeindegebiet fließt, und auf die Flößerei, die für die Bevölkerung einen wichtigen Erwerbszweig darstellte. Der Bamberger Löwe in der hinteren Schildhälfte erinnert an die einstige Zugehörigkeit der Gemeinde zum Bistum Bamberg.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-grün.[24]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus technischer Sicht und als Naherholungsgebiet interessant ist die im Gebiet der Marktgemeinde liegende Ködeltalsperre.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Juli 1900 erhielt Steinwiesen über die Rodachtalbahn nach Kronach einen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. 1976 wurde der Personenverkehr eingestellt, das Teilstück von Kronach nach Steinwiesen wurde zurückgebaut. Seit 2007 wird auf dem verbliebenen Stück von Steinwiesen nach Nordhalben eine Museumsbahn betrieben.

Die Staatsstraße 2207 führt nach Erlabrück zur Bundesstraße 173 (3 km südwestlich) bzw. nach Nordhalben zur Staatsstraße 2198 (10 km nördlich). Die Kreisstraße KC 21 führt nach Neufang (3 km nordwestlich). Die Kreisstraße KC 16 führt nach Nurn (2,5 km nördlich).[2]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Steinwiesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Steinwiesen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Steinwiesen im BayernAtlas
  3. Gemeinde Steinwiesen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. Oktober 2020.
  4. W.-A. v. Reitzenstein, S. 224f.
  5. H. Demattio, S. 517. Hier werden unter Einberechnung von bewohnten herrschaftlichen, kirchlichen und kommunalen Gebäuden 151 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
  6. a b H. Demattio, S. 601.
  7. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1008 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1093 (Digitalisat).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2017 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 149, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 890–891, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1063, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1059 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 943 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 693–694 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 160 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 311 (Digitalisat).
  19. a b c d LfStat: Steinwiesen: Amtliche Statistik. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 6. Oktober 2020.
  20. Zahlen & Fakten auf der Website steinwiesen.de
  21. Wahl des Marktgemeinderats - Kommunalwahlen 2020 im Markt Steinwiesen - Gesamtergebnis. Abgerufen am 4. Januar 2021.
  22. Mitglieder des Marktgemeinderates, steinwiesen.de, abgerufen am 11. Juli 2017
  23. Eintrag zum Wappen von Steinwiesen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  24. Steinwiesen. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 6. Oktober 2020.