Nur Gott kann mich richten

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Filmdaten
OriginaltitelNur Gott kann mich richten
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge100 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieÖzgür Yıldırım
DrehbuchÖzgür Yıldırım
ProduktionChristian Becker,
Moritz Bleibtreu
MusikPeter Hinderthür
KameraMatthias Bolliger
SchnittSebastian Thümler,
Linda Bosch
Besetzung

Nur Gott kann mich richten ist ein deutscher Gangsterfilm-Drama von Özgür Yıldırım. Nachdem der Film im Oktober 2017 Premiere feierte, kam er am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gangster Ricky verlässt nach Absitzen einer fünfjährigen Freiheitsstrafe das Gefängnis. Er hat genug von der Kriminalität und möchte sich auf die spanische Insel Cabrera zurückziehen. Das dafür nötige Kapital soll ein letzter Überfall, den sein langjähriger Kumpel Latif geplant hat, liefern. Latif soll gemeinsam mit Ricky in Absprache mit Branko, einer der Parteien, bei einer Drogenübergabe einen Überfall fingieren. Latif wird wegen seines Neffen kurz vor dem Überfall jedoch vorläufig festgenommen, sodass Ricky den Überfall mit seinem Bruder Rafael durchführen muss, der widerwillig mitmacht. Eigentlich wollte Rafael mit Ricky, dessentwegen er bereits eine Haftstrafe abzubüßen hatte, nichts mehr zu tun haben.

Der Überfall gelingt, jedoch geraten Rafael und Ricky wegen eines defekten Rücklichts in eine Kontrolle der Polizistin Diana und ihres Kollegen. Rafael verliert die Nerven und flieht mit dem erbeuteten Heroin. Zwar gelingt es ihm und Ricky zu entkommen, doch verlieren sie die Drogen auf der Flucht. Diana, die Rafael verfolgt und ihren verletzten Kollegen versorgt hat, versteckt die Drogen vor der Spurensicherung. Sie plant, die Drogen selbst zu verkaufen. Das Geld benötigt sie für eine illegale Organtransplantation für ihre kranke Tochter.

Rafael, Ricky und Latif werden derweil von ihrem Auftraggeber Branko unter Druck gesetzt, da sie ihm das Heroin nicht übergeben können. Er zwingt sie, ihm den Marktwert in Höhe von 100.000 € zu erstatten. Sie sehen jedoch keine - weder legale noch illegale - Möglichkeit, an das Geld zu kommen. Über Umwege bietet ihnen Diana, bei der mehrere Absatzversuche gescheitert sind, die Drogen für 30.000 € an, ohne zu wissen, dass es sich bei ihren „Kunden“ um die Ersttäter handelt. Auch diese Summe scheint unauftreibbar. Ricky, dem der Geschehensablauf zudem klar geworden ist, plant, Diana zu erschießen und die Drogen an sich zu nehmen, um ihren Auftraggeber zufrieden stellen zu können. Rafael will den Mord an Diana verhindern und trifft sich heimlich vorher mit ihr. Er überfällt sie, entwendet ihr das Heroin, warnt sie aber zugleich vor seinen Kumpanen. Auf der Flucht mit den Drogen wird Rafael von Diana erschossen.

Als Latif und Ricky am vereinbarten Ort ankommen, entdecken sie Rafaels Leiche. Ricky drängt auf Rache, bringt Dianas Wohnort in Erfahrung und beschießt sie dort. Dabei trifft und tötet er jedoch nur die ebenfalls im Wagen liegende Tochter Dianas. Nach dem Schusswechsel flieht Ricky. Derweil wurde Latif von Branko entführt, der auf die Geldübergabe drängt. Um auch auf Ricky Druck auszuüben, entführen die beiden Elena, die schwangere Freundin von Rafael. Bei dem Treffen übergibt Ricky jedoch kein Geld, sondern erschießt Latif, Branko und dessen Begleiter. Dabei wird er selbst von Diana erschossen, die sich für den Tod ihrer Tochter gerächt hat. Sie stellt sich daraufhin der eintreffenden Polizei. Elena entkommt, ohne bleibende Schäden davon zu tragen. In ihrer Post findet sie einen Scheck über 30.000 €, den Ricky seiner Exfreundin zum Zwecke des Drogenkaufs abgeschwatzt hatte und in Rafaels Namen an Elena geschickt hatte.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem wurde im Boxkeller der Hamburger Kneipe Zur Ritze gedreht.

Die Dreharbeiten fanden von Mitte September bis Ende Oktober 2016 in Frankfurt am Main, Offenbach am Main[2] und Hamburg statt. Am letzten Drehtag wurden dabei einige Szenen im Boxkeller der Hamburger Kneipe Zur Ritze gedreht. Der Film ist die erste deutsche Kinoproduktion, bei der mit der Panasonic Varicam gearbeitet wurde. Kameramann Matthias Bolliger verwendete speziell die Varicam 35 und die Varicam LT für die Dreharbeiten.[3]

Moritz Bleibtreu, der im Film die Hauptrolle spielt und zusätzlich als Produzent fungiert, erklärte bezüglich der Standortwahl Frankfurt:

„Wir wollten unbedingt, dass die Geschichte in Frankfurt spielt, denn es gibt in Deutschland keine andere Stadt, die eine so kalte urbane Welt rüber bringen kann. Im Bahnhofsviertel werden offen Drogen konsumiert, und überall liegen Spritzen rum. Das erinnert mich an das St. Georg der 80er. In dem Hamburger Bahnhofsviertel bin ich aufgewachsen, und da sah es vor meiner Haustür genauso aus. Mittlerweile ist es durch die Gentrifizierung ein Szeneviertel. Der Unterweltanteil ist da verschwunden.“

Moritz Bleibtreu[4]

Der Soundtrack zum Film wurde von Peter Hinderthür komponiert. Die beiden Rapper Xatar und SSIO lieferten ebenfalls einige Songs zum Soundtrack und übernahmen Cameo-Rollen.[5]

Die Weltpremiere des Films fand am 1. Oktober 2017 in Zürich statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Nur Gott kann mich richten. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Jens Balkenborg: Offenbach und Frankfurt liefern Kulissen für Gangsterfilm mit Moritz Bleibtreu. In: op-online.de. 24. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2018.
  3. Dreh mit Varicam: »Nur Gott kann mich richten«. film-tv-video.de, 8. November 2016, abgerufen am 15. Januar 2018.
  4. Kathrin Rosendorff: Dreharbeiten in Frankfurt: Frankfurt für Bleibtreu der perfekte Drehort. Frankfurter Rundschau, 5. Oktober 2016, abgerufen am 15. Januar 2018.
  5. Straßenrap auf großer Leinwand: SSIO und Xatar spielen in Moritz-Bleibtreu-Film mit. Bayerischer Rundfunk, 30. August 2016, abgerufen am 15. Januar 2018.