Pierre Omidyar

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Pierre Omidyar mit Ehefrau Pam, 2007

Pierre Omidyar (* 21. Juni 1967 in Paris, persisch پیر امیدیار) ist ein US-amerikanischer Unternehmer iranischer und französischer Abstammung und Gründer sowie Aufsichtsratsvorsitzender (Chairman of the Board) der Internet-Verkaufsplattform eBay. Er ist zudem als Geldgeber von The Intercept in Erscheinung getreten.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Paris geborene Omidyar zog mit sechs Jahren mit seiner Familie nach Washington, D.C. Schon in seiner Jugend interessierte sich Pierre für das Programmieren. 1988 schloss Omidyar sein Studium an der Tufts University mit dem Bachelor of Science in Informatik ab.

Nach seinem Studium begann er als Entwickler im Bereich Software Engineering bei Claris, einem Tochterunternehmen von Apple. Dort widmete er sich der Entwicklung von Benutzeranwendungen, bis er zusammen mit Freunden die Firma Ink Development Corp. gründete. Dieses Unternehmen wurde später in eShop umfirmiert. Nach dem Verkauf von eShop an Microsoft war Omidyar zunächst in der Entwicklungsabteilung von General Magic tätig.

Nebenher trieb er zunächst in seiner Freizeit sein neues Projekt eBay (damals noch unter dem Namen AuctionWeb) voran, während er beruflich weiter für General Magic tätig war. Diese Unternehmung baute Omidyar jedoch Schritt für Schritt mit einer Reihe hoch motivierter Mitarbeiter konsequent auf. Ziel war es, eine effiziente und ansprechende Handelsplattform zu entwickeln. Omidyar führte als Erster ein Auktionsformat für private Onlineverkäufe ein, ein System, mit welchem jeder Benutzer sowohl als Käufer als auch Verkäufer agieren konnte.

Wie Omidyar vielen Texten im Internet zufolge auf die Idee gekommen sein soll, eBay zu gründen, gehört mit ziemlicher Sicherheit in das Reich der urbanen Legenden. Demzufolge hätte seine Frau als leidenschaftliche PEZ-Sammlerin ihm gegenüber den Wunsch geäußert, sich mit möglichst vielen anderen Sammlern über das Internet auszutauschen und ihre Sammlung so erweitern zu können. Pierre Omidyar soll daraufhin eine Website mit diesen Möglichkeiten für seine Frau erstellt haben. Als sich dies als Erfolg herausstellte und Omidyar bemerkte, dass Bedarf an solchen Systemen bestand, gründete er im September 1995 eBay.

eBay selbst pflegt diese Geschichte bis heute als eine nette Firmengeschichte weiter. Im Foyer der Deutschlandzentrale in Kleinmachnow sind in einer Vitrine verschiedene wertvolle PEZ-Sammelobjekte und sogar ein PEZ-Verkaufsautomat ausgestellt, um die erfundene Firmengeschichte zu zementieren.

Auf die Idee zu eBay kam Omidyar tatsächlich durch den überraschend erfolgreichen Verkauf eines defekten Laserpointers auf der von ihm maßgeblich entwickelten Plattform AuctionWeb, wodurch sich ihm das Potential einer offenen Verkaufsplattform im Internet, wie eBay eine werden sollte, offenbarte. Mithilfe einer Vielzahl an Investoren ging es Omidyar als Geschäftsmann dabei von Beginn an auch um profit-orientiertes Wirtschaften, denn schon nach einem Jahr erhob er Gebühren für die Nutzung seines Angebotes. 1996 hatte eBay erstmals Gewinn zu verbuchen, 1998 wurde aus eBay, noch immer mit seiner Person an der Spitze, ein börsennotiertes Unternehmen.

Unternehmensbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierre Omidyar ist immer noch mit 7,2 % an ebay beteiligt und wurde im Jahr 2016 wieder in den Board of Directors gewählt.[1] Darüber hinaus besitzt er nach der Abspaltung des Unternehmens, einen Anteil an PayPal in Höhe von 6,8 %.[2]

Als Philanthrop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierre Omidyar hat sich als mehrfacher Milliardär (etwa 8 Mrd. US-Dollar)[3] aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und ist als Philanthrop tätig. Er unterstützte die Tufts University bei der Gründung des University College of Citizenship and Public Service (UCCPS). Dabei handelt es sich um eine Initiative, die das politische Engagement der Tufts-Studenten fördert.

Des Weiteren ist Pierre Omidyar Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Omidyar Foundation. Er arbeitet außerdem aktiv im Kuratorium der Tufts University und des Santa Fe Institutes mit. Das von ihm geleitete Omidyar Network wurde mit einer Beteiligung von 8 Mio. US-Dollar wichtiger Investor bei Linden Lab, dem Betreiber der 3D-Weltsimulation Second Life.

Pierre Omidyar beteiligt sich mit seiner Ehefrau an The Giving Pledge.

Seit Februar 2014 gibt es das Nachrichtenmagazin The Intercept, das über Omidayars Portal First Look Media mit 250 Millionen Dollar finanziert ist. Das Portal ist journalistisch tätig und redaktionell unabhängig.

Er ist einer der Hauptsponsoren des Ethics and Governance of Artificial Intelligence Funds.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pierre Omidyar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eBay Inc. - Definitive Proxy Statement. In: investors.ebayinc.com. S. 15, abgerufen am 29. Mai 2016.
  2. PayPal Holdings - Definitive Proxy Statement. In: investor.paypal-corp.com. S. 36, abgerufen am 29. Mai 2016.
  3. Milliardärsliste bei Forbes