Ontong Java

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Ontong Java
Satellitenbild von Ontong Java
Satellitenbild von Ontong Java
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 5° 19′ S, 159° 22′ O-5.3166666666667159.36666666667Koordinaten: 5° 19′ S, 159° 22′ O
Ontong Java (Salomonen)
Ontong Java
Anzahl der Inseln über 120
Hauptinsel Luaniua und Pelau
Landfläche 12 km²
Lagunenfläche 1300 km²
Gesamtfläche 1400 km²
Höchste Erhebung 13 m
Einwohner 1800
Historische Karte des Ontong-Java-Atolls
Historische Karte des Ontong-Java-Atolls

Das Atoll Ontong Java oder Luangiua[1] ist die nördlichste Inselgruppe der Salomonen, und ein weit abgelegener Teil der salomonischen Provinz Malaita. In manchen Berichten wird es als das Lord-Howe-Atoll bezeichnet. Dieser Name darf aber nicht zur Verwechslung mit den gleichnamigen Lord-Howe-Inseln östlich des australischen Festlands führen.

Geographie[Bearbeiten]

Das Atoll erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 1.400 km². Davon sind allerdings lediglich 12 km² aus Korallenriffen gewachsenes Festland. Dieses besteht aus zwei größeren Hauptinseln namens Luaniua und Pelau sowie 120 kleinen und kleinsten Motus. Diese sind alle sehr flach, die höchste Erhebung Ontong Javas beträgt 13 Meter.

Die nächste Nachbarinsel ist das 38 km weiter nördlich gelegenen Atoll Nukumanu, das bereits zu Papua-Neuguinea gehört obwohl dieses Atoll kulturell eng mit Ontong Java verbunden ist.[2]

Das 75 km weiter südlich gelegene atollartige Roncador Reef, das keine Inseln aufweist, wird von den Häuptlingen von Ontong Java als Eigentum betrachtet.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Das Atoll hat ungefähr 1.800 Bewohner. Etwa 1.300 von ihnen leben auf Luaniua, und 400 auf Pelau. Sie sind überwiegend polynesischer Abstammung und sprechen einen zum samoanischen Zweig der polynesischen Sprachen gehörenden Dialekt des Polynesischen namens „Luangiua“. Ontong Java gehört deshalb zu den außerhalb des polynesischen Dreiecks liegenden Exklaven Polynesiens.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Inseln wurden vor etwa 2000 Jahren von polynesischen Seefahrern besiedelt. Mehr als 1700 Jahre lang lebten diese Ureinwohner von Fremden unbehelligt gemäß ihren polynesischen Sitten und Gebräuchen. Erstmals von einem Europäer gesichtet wurde das Atoll im Jahre 1643 von Abel Tasman, der ihm den Namen Ontong Java gab. Doch erst im Jahre 1791 landete erstmals ein Europäer auf den Inseln. Es war ein Engländer namens John Hunter, der ihnen den Namen „Lord Howe Atoll“ gab. Im Jahre 1893 wurden die Inseln von Deutschland annektiert und von diesem im Jahre 1899 an Großbritannien abgetreten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Noch heute führen die polynesisch sprechenden Bewohner ein einfaches Dasein: Sie ernähren sich von Fischfang, ein wenig Landwirtschaft und dem Anbau von Kopra. Sie betreiben einen geringfügigen Handel mit Meeresfrüchten und Muscheln, welche zumeist nach Hongkong exportiert werden, um ihr Einkommen aufzubessern. Die Inseln sind touristisch noch wenig erschlossen. Sie sind bekannt für die Vielfalt an Seevögeln, welche auf ihnen beheimatet sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pacific Languages: An Introduction John Lynch, University of Hawaii Press, 1998
  • TIM BAYLISS-SMITH und ANDREAS EGELUND CHRISTENSEN: BIRDS AND PEOPLE ON ONTONG JAVA ATOLL, SOLOMON ISLANDS, 1906-2008: CONTINUITY AND CHANGE, November 2008, Atoll Research Bulletin No. 562, online (PDF; 2,0 MB) mit detaillierter Karte

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. Sarfert, Ernst, und Hans Damm. "Luangiua und Nukumanu." Ergebnisse der Südsee Expedition, 1908-1910. Hamburg 1931
  2. Sarfert, Ernst, und Hans Damm. "Luangiua und Nukumanu." Ergebnisse der Südsee Expedition, 1908-1910. Hamburg 1931. Band 1
  3. Remote Atolls and Offshore Islands of PNG and the Solomons