Paula-Irene Villa Braslavsky

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Paula-Irene Villa in Bamberg (2016)

Paula-Irene Villa Braslavsky (* 1968 in Santiago de Chile) ist eine deutsch-argentinische Soziologin. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut für Soziologie der Universität München (LMU).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Braslavsky ist die ältere Tochter der Chemikerin Silvia Braslavsky und Enkelin der argentinischen Erziehungswissenschaftlerin Berta Perelstein de Braslavsky. Paula-Irene Villa Braslavsky war Hochschulassistentin und Privatdozentin am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover und lehrte als Gastprofessorin unter anderem an der Universität Innsbruck. Von 2010 bis 2012 war sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Soziologie der LMU München, von 2011 bis 2013 gewähltes Mitglied des Konzils der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und seit April 2013 gewähltes Mitglied des Vorstands der DGS. Bis 2014 wurde sie zum Mitglied des Vorstands der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft Geschlechterstudien gewählt.[1] Sie ist zudem in zahlreichen weiteren akademischen Funktionen tätig, beispielsweise in der Mitgliederversammlung des Deutschen Jugendinstituts (DJI).[2]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Gender Studies, soziologische Theorien (insbesondere Bourdieu, Poststrukturalismus, Postmoderne, Diskurstheorie, (Sozial-)Konstruktivismus, Phänomenologie), Körpersoziologie, Kultursoziologie/Cultural Studies, Sozialisations- und Subjektkonzepte und Mütter/Väter.

Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich seien für die Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter – Frau oder Mann – Prozesse der handlungspraktischen Konstruktion des Körpers notwendig. Menschen seien im sozialen Sinne nicht per se Frauen oder Männer, sondern vor allem dadurch, dass sie von anderen als Frau oder Mann im alltäglichen Handeln anerkannt werden. Wenn Menschen sich im Alltag begegnen, so nehmen sie einander in einer konkreten zeitlich-räumlichen Verortung, und das heißt auch als Körper, wahr.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper (= Geschlecht & Gesellschaft. Band 23). Doktorarbeit Universität Bochum 1998. Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2223-3.
  • Judith Butler. Campus, Frankfurt/Main u. a. 2003, ISBN 3-593-37187-1 (2., aktualisierte Auflage als: Judith Butler: Eine Einführung. Ebenda 2011, ISBN 978-3-593-39432-9).
  • mit Lutz Hieber: Images von Gewicht: Soziale Bewegungen, Queer Theory und Kunst in den USA. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-504-8.
  • als Herausgeberin: schön normal: Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst. Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-889-6.
  • als Herausgeberin mit Barbara Thiessen: Mütter – Väter: Diskurse, Medien, Praxen (= Forum Frauen- und Geschlechterforschung. Band 24). Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, ISBN 978-3-89691-224-4.
  • als Herausgeberin mit Julia Reuter: Postkoloniale Soziologie: Empirische Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Artikulationen (= Postcolonial Studies. Band 2). Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89942-906-0.
  • als Herausgeberin mit Stephan Moebius und Barbara Thiessen: Soziologie der Geburt: Diskurse, Praktiken, Perspektiven. Campus, Frankfurt/Main 2011, ISBN 978-3-593-39525-8.
  • als Herausgeberin mit Zara Pfeiffer, Nadine Sanitter, Julia Jäckel und Ralf Steckert: Banale Kämpfe: Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht (= Geschlecht & Gesellschaft. Band 51). Springer VS, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18213-1.
  • als Herausgeberin mit Sabine Hark: Anti-Genderismus: Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. Transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3144-9 (Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • mit Sabine Hark: Unterscheiden und herrschen: Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Transcript, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3653-6.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeschlossene und aktuelle Forschungsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Die dicken Amis? Ko-Konstruktionen des Nationalen und Natürlichen im deutschen Adipositas-Diskurs der Gegenwart“ und „Quantified Self? Fitness, Vermessung und Quantifizierte Selbstverhältnisse“; Teilprojekte im Projektverbund: „Ernährung, Gesundheit und soziale Ordnung in der Moderne: Deutschland und die USA“, gefördert durch die VW Stiftung im Programm Schlüsselthemen der Geistes- und Sozialwissenschaften; gemeinsam mit Jürgen Martschukat, Maren Möhring, Olaf von dem Knesebeck; Herbst 2015–2018
  • Ko-Sprecherin und PI Bayerischer Forschungsverbund "Gender & Care" – ForGenderCare, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; 2015–2019
  • "Gender, Migration and Feminist perspectives - Mexico and Germany", Aufbau internationaler Kooperation mit UAM Xochimilco und Universidad de Colima, Mexico; gefördert von DFG, 2017/2018
  • Das optimierte Geschlecht? Soziologische Explorationen zur (Neu-)Kodierung der Geschlechterdifferenz am Beispiel der Schönheitschirurgie. Laufzeit: 2013–2015, gefördert durch DFG
  • TARGET – Transatlantic Research on Gender Equity Training; mit Susanne Baer, Myra Marx-Ferree, Kathrin Zippel, Laufzeit 2010–2013, gefördert durch Alexander von Humboldt Stiftung
  • Mitglied im DFG-Netzwerk „Körper in den Kulturwissenschaften“ 2007–2010

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fachgesellschaft Geschlechterstudien / Gender Studies Association: Vorgängige Vorstände: Vorstand 2012–2014. In: fg-gender.de. 2020, abgerufen am 28. März 2020.
  2. Deutsches Jugendinstitut (DJI): 1963–2013: 50 Jahre Deutsches Jugendinstitut. (Memento vom 10. August 2013 im Internet Archive) Abgerufen am 28. März 2020.
    Offizielle Website.
  3. Paula-Irene Villa: Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol. Bundeszentrale für politische Bildung, 23. April 2007, abgerufen am 28. März 2020.