Paula-Irene Villa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paula-Irene Villa im September 2016 in Bamberg

Paula-Irene Villa (Braslavsky; * 1968 in Santiago de Chile) ist eine deutsch-argentinische Soziologin. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut für Soziologie der LMU München.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa ist die ältere Tochter der Chemikerin Silvia Braslavsky und Enkelin der argentinischen Erziehungswissenschaftlerin Berta Perelstein de Braslavsky. Paula-Irene Villa war Hochschulassistentin und Privatdozentin am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover und lehrte als Gastprofessorin u. a. an der Universität Innsbruck. Von 2010 bis 2012 war sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Soziologie der LMU München, von 2011 bis 2013 gewähltes Mitglied des Konzils der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und seit April 2013 gewähltes Mitglied des Vorstands der DGS. Bis 2014 wurde sie zum Mitglied des Vorstands der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft Geschlechterstudien gewählt.[1] Sie ist zudem in zahlreichen weiteren akademischen Funktionen tätig, u. a. in der Mitgliederversammlung des Deutschen Jugendinstituts.[2]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Gender Studies, soziologische Theorien (insbes. Bourdieu, Post-Strukturalismus, Postmoderne, Diskurstheorie, (Sozial-)Konstruktivismus, Phänomenologie), Körpersoziologie, Kultursoziologie/Cultural Studies, Sozialisations- und Subjektkonzepte und Mütter/Väter.

Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlicher sei für die Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter - Frau oder Mann - Prozesse der handlungspraktischen Konstruktion des Körpers notwendig. Menschen seien im sozialen Sinne nicht per se Frauen oder Männer, sondern vor allem dadurch, dass sie von anderen als Frau oder Mann im alltäglichen Handeln anerkannt werden.[4] Wenn Menschen sich im Alltag begegnen, so nehmen sie einander in einer konkreten zeitlich-räumlichen Verortung, und das heißt auch als Körper wahr.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper (= Geschlecht & Gesellschaft. 23). Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2223-3 (mehrere Auflagen; zugleich: Bochum, Universität, Dissertation, 1998).
  • Judith Butler (= Campus Einführungen.). Campus, Frankfurt am Main u. a. 2003, ISBN 3-593-37187-1 (2., aktualisierte Auflage als: Judith Butler. Eine Einführung. ebenda 2011, ISBN 978-3-593-39432-9).
  • mit Lutz Hieber: Images von Gewicht. Soziale Bewegungen, Queer Theory und Kunst in den USA. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-504-8.
  • als Herausgeberin: schön normal. Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst. Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-889-6.
  • als Herausgeberin mit Barbara Thiessen: Mütter – Väter: Diskurse, Medien, Praxen (= Forum Frauen- und Geschlechterforschung. 24). Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, ISBN 978-3-89691-224-4.
  • als Herausgeberin mit Julia Reuter: Postkoloniale Soziologie. Empirische Befunde, theoretische Anschlüsse, politische Artikulationen (= Postcolonial Studies. 2). Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89942-906-0.
  • als Herausgeberin mit Stephan Moebius und Barbara Thiessen: Soziologie der Geburt. Diskurse, Praktiken, Perspektiven. Campus, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39525-8.
  • als Herausgeberin mit Zara Pfeiffer, Nadine Sanitter, Julia Jäckel und Ralf Steckert: Banale Kämpfe. Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht (= Geschlecht & Gesellschaft. 51). Springer VS, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18213-1.
  • als Herausgeberin mit Sabine Hark: Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3144-9.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gastbeitrag (10. Februar 2017) auf zeit.de (zum Thema: 'das fatale politische Prinzip unter Trump: Beleidigung und Mackerposen')

Abgeschlossene und aktuelle Forschungsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Die dicken Amis? Ko-Konstruktionen des Nationalen und Natürlichen im deutschen Adipositas-Diskurs der Gegenwart“ und „Quantified Self? Fitness, Vermessung und Quantifizierte Selbstverhältnisse“; Teilprojekte im Projektverbund: „Ernährung, Gesundheit und soziale Ordnung in der Moderne: Deutschland und die USA“, gefördert durch die VW Stiftung im Programm Schlüsselthemen der Geistes- und Sozialwissenschaften; gemeinsam mit Jürgen Martschukat, Maren Möhring, Olaf von dem Knesebeck; Herbst 2015–2018
  • Das optimierte Geschlecht? Soziologische Explorationen zur (Neu-)Kodierung der Geschlechterdifferenz am Beispiel der Schönheitschirurgie. Laufzeit: 2013–2015, gefördert durch DFG
  • TARGET – Transatlantic Research on Gender Equity Training; mit Susanne Baer, Myra Marx-Ferree, Kathrin Zippel, Laufzeit 2010–2013, gefördert durch Alexander von Humboldt Stiftung
  • Mitglied im DFG-Netzwerk „Körper in den Kulturwissenschaften“ 2007-2010

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wissenschaftlichen Fachgesellschaft GenderStudien/Gender Studies
  2. DJI
  3. bpb.de
  4. Der Körper als kulturelle Inszenierung und Statussymbol Paula-Irene Villa, bpb 23.4.2007