Perlfluss

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Perlfluss
Zhu Jiang (mit Meeresbucht Zhūjiāng Kou)
Das Einzugsgebiet des Perlflusses

Das Einzugsgebiet des Perlflusses

Daten
Lage Guangdong (VR China)
Flusssystem Perlfluss
Zusammenfluss von Liu Xi mit einem Mündungsarm des Bei Jiang
23° 14′ 27″ N, 113° 10′ 26″ O
Quellhöhe nahe m
Mündung zwischen Macau und Lantau Island (Hongkong) ins Südchinesische MeerKoordinaten: 22° 5′ 22″ N, 113° 46′ 13″ O
22° 5′ 22″ N, 113° 46′ 13″ O
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 0 m
Länge 177 km , mit Westfluss 2214 km
Einzugsgebiet 452.000 km²[1]
Abfluss[2] MQ
9500 m³/s
Linke Nebenflüsse Dong Jiang (Ostfluss)
Rechte Nebenflüsse Mündungsarme von Xi Jiang (Westfluss) und Bei Jiang (Nordfluss)
Großstädte Guangzhou, Dongguan, Shenzhen, Zhongshan, Zhuhai, Macau
Perlfluss in Guangzhou

Perlfluss in Guangzhou

Der Perlfluss (chinesisch 珠江, Pinyin Zhū Jiāng, Jyutping Zyu1 Gong1), auch Perlstrom bzw. Zhu Jiang, Zhujiang genannt, ist ein 177 Kilometer langes Ästuar im südlichen China (Provinz Guangdong).

In seinem oberen Teil, der auch die Metropole Guǎngzhōu durchzieht, begegnen sich die Mündungsdeltas von Nordfluss und Ostfluss. Der untere Teil ist eine bis zu 30 Kilometer breite Bucht / Perlflussmündung (chinesisch 珠江口, Pinyin Zhūjiāng Kou, Jyutping Zyu1gong1 Hau2) des Südchinesischen Meeres, deren Westseite vom großen Delta des Westflusses flankiert wird. Die drei Flussdeltas bilden ein gemeinsames, vielarmiges Geflecht von Wasserläufen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitaus größte Zufluss der Bucht, der von Westen herankommende Westfluss, Xi Jiang, (chinesisch 西江, Pinyin Xī Jiāng, Jyutping Sai1 Gong1, kantonesisch Sai Gong, 2.214 km lang) ist mit einer Wasserführung von rund 7.400 m³/s[2] der zweitgrößte Fluss Chinas. Am Beginn seines Deltas steht er bei Sanshui mit dem von Norden kommenden Nordfluss, Bei Jiang, (chinesisch 北江, Pinyin Běi Jiāng, Jyutping Bak1 Gong1, kantonesisch Bak Gong, 573 km, rund 1.250 m³/s) [3] über ein Gewässer wechselnder Fließrichtung in Verbindung. Danach streben der Westfluss nach Süden und der Nordfluss nach Osten. Beide gabeln sich danach jeweils in zwei Hauptarme: Der rechte und größte Arm des Westflusses erreicht das Meer ohne die Perlfluss-Bucht zu berühren; der linke vereinigt sich vor der Mündung in den Perlfluss mit dem rechten Arm des Nordflusses. Dessen linker Arm erreicht in Guǎngzhōu den Perlfluss direkt. Dieser hat sich rund 20 Kilometer oberhalb der Stadt aus dem kleineren Xi Jiang und einem ersten Nebenarm des Nordflusses gebildet. Etwa 45 Kilometer südöstlich von Guǎngzhōu münden die Hauptarme des Nordflusses von Westen und des von Osten kommenden Ostflusses, Dong Jiang, (chinesisch 東江 / 东江, Pinyin Dōng Jiāng, Jyutping Dung1 Gong1, kantonesisch Dung Gong, 562 km, rund 750 m³/s)[3] in das Ästuar ein, das nach weiteren etwa 20 km lang in die genannte breite Meeresbucht übergeht. Der Tidenhub beträgt hier etwa 1,6 Meter.[4]

Der Perlfluss ist nicht nur der Mündungsbereich des größten Flüssesystems in Südchina (Einzugsgebiet: rund 452.000 km²), sondern auch einer der wirtschaftlichen Kernräume des Landes. Er stellt einen bedeutenden, 10 Meter tief gehaltenen Seeschifffahrtsweg dar von Guangzhou bis Macau am Südchinesischen Meer, einem Randmeer des Pazifiks. Durchschnittlich nur etwa 50 km östlich des inselreichen Übergangsbereichs von der Perlfluss-Bucht in den offenen Ozean liegt Hongkong, das über eine Meerenge mit dem Perlfluss verbunden ist.

Wirtschaftsraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Perlfluss durchflossene Gebiet gilt als einer der aktivsten Wirtschaftsräume Chinas mit den Sonderwirtschaftszonen Shēnzhèn und Zhūhǎi sowie den Millionenstädten Guǎngzhōu, Fóshān, Dōngguǎn und den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau. Inzwischen bilden diese Städte fast eine durchgehende Stadtlandschaft mit einer hohen industriellen Konzentration. Es waren vor allem Unternehmen aus Hongkong und Taiwan, die am Perlfluss-Ästuar investiert und damit diesen dynamischen Entwicklungsprozess eingeleitet haben.

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Unterlauf des Perlflusses überquert eine 500-kV-Freileitung den Perlfluss, die an den höchsten Hochspannungsmasten der Erde aufgehängt ist (Perlfluss-Freileitungskreuzung).

Namensdeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Perlfluss, historisch auch als "Yue Jiang" bzw. "Yuejiang" (chinesisch 粵江 / 粤江, Pinyin Yuè Jiāng, Jyutping Jyut6 Gong1 ‚Guangdong-Fluss / Kanton-Strom‘) bekannt, bekam seinen Namen von der ehemals im Flussbett gelegenen Insel Seeperle (chinesisch 海珠, Pinyin Hǎizhū, Jyutping Hoi2zyu1).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephen Codrington: Planet Geography, 3. Ausg., 2005 (S. 420)
  2. a b NASA: Hsi (Pearl) River Delta, South China
  3. a b gemittelt aus den Angaben in Y. Zong, G. Huang, A.D. Switzer, F. Yu W.W.-S. Yim: An evolutionary model for the Holocene formation of the Pearl River delta, China (PDF; 2,1 MB), The Holocene 19, 1 (2009) S. 129–142 und in den Flussgebietsdatenblättern der NASA
  4. Y. Zong, G. Huang, A.D. Switzer, F. Yu W.W.-S. Yim: An evolutionary model for the Holocene formation of the Pearl River delta, China (PDF; 2,1 MB), The Holocene 19, 1 (2009) S. 129–142

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Perlfluss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien