Piz Languard

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Piz Languard
Piz Languard im Abendlicht

Piz Languard im Abendlicht

Höhe 3261,86 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Livigno-Alpen
Dominanz 8,6 km → Piz Boval
Schartenhöhe 947 m ↓ Forcola di Livigno
Koordinaten 793291 / 151674Koordinaten: 46° 29′ 18″ N, 9° 57′ 23″ O; CH1903: 793291 / 151674
Piz Languard (Kanton Graubünden)
Piz Languard

Der Piz Languard (Audio-Datei / Hörbeispiel [ˌpitslɐŋˈgʊ̯ɐrt]?/i) ist eine Bergspitze östlich von Pontresina im Engadin im Kanton Graubünden in der Schweiz. Der Gipfel erreicht eine Höhe von 3261,86 m ü. M. Auf dem Piz Languard befindet sich ein Vermessungspunkt der Landestriangulation 2. Ordnung (1903). Der Name leitet sich vom Personennamen Landward ab.[1]

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Piz Languard-Gruppe[2] gehört zu den Livigno-Alpen. Über dem Gipfel verläuft die Gemeindegrenze zwischen Pontresina und La Punt-Chamues-ch.

300 Meter südlich des Piz Languard befindet sich der Languard Pitschen (3123 m). Zweieinhalb Kilometer weiter südlich erhebt sich der Piz Albris (3165 m), getrennt durch die Fuorcla Pischa (2847 m). Nordwestlich des Piz Languard schliesst der Piz Clüx (3130 m) an, wo sich der Grat in zwei Ketten teilt. Eine Kette besteht aus Piz Muragl (3157 m), Las Sours und reicht bis zum Munt da la Bês-cha (2647 m) mit der Segantinihütte. Die zweite Kette setzt sich über Piz Vadret (3199 m), Piz Uter und Munt Gravatscha nach Norden fort. Im Osten des Piz Languard befinden sich der Piz Prüna (3146 m), der Piz Pischa (3138 m) sowie der Piz dal Fain (2907 m). Im Südwesten fällt der Berg steil ins Val Bernina nach Pontresina ab. Im Norden und Osten liegt das Val Prüna, ein Seitenarm des Val Chamuera.

Talort ist Pontresina, häufiger Ausgangspunkt die Bergstation Alp Languard.

Vom Piz Languard sieht man bis zu 257 Kilometer weit zu einem Punkt (45° 15′ 41″ N, 7° 7′ 57″ O) in der Nähe der Croce Rossa (3546 m) auf der Grenze zwischen dem italienischen Piemont und der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes.[3]

Vermessungspunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pyramide zur Landesvermessung auf dem Piz Languard.

Auf dem Piz Languard befindet sich eine Pyramide, die zentrisch über dem Vermessungszeichen (Eisendorn) steht und der Signalisation dieses Messpunktes dient, der als Anschlusspunkt für die trigonometrische Positionsbestimmung dient. Die Landesvermessung von 1903 (LV03) dient als offizielle Grundlage für die Vermessungsarbeiten in der Schweiz. Die Punktbestimmung beruht auf der Methode der Triangulation, bei welcher zwischen benachbarten Punkten Richtungen, Höhenwinkel und später auch Distanzen gemessen wurden.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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1847 Errichtung eines Signales auf dem Piz Languard
1874 Als Ersatz für das zerstörte Signal von 1847 wir ein neues Signal errichtet
1884 Als Hauptpunkt des primären Netzes der Südostschweiz wird der heute noch existierende Zentrumsdorn gesetzt und zentrisch darüber eine Pyramide aufgestellt
1895 Abschluss eines Dienstbarkeitsvertrages des Eidg. topographischen Büros mit der Gemeinde Pontresina
1903 Einführung der offiziellen Landesvermessung LV03
1913 Revision der Punktanlage
1910–1916 Messung des Alpennetzes der Landestriangulation 1. Ordnung
1915 Revision der Punktanlage und Messungen auf Piz Languard anlässlich der Erstellung der Triangulationsnetze 2. und 3. Ordnung
1923 Bestimmung der Punkthöhe im Rahmen der Erstellung des Triangularionsoperates Bernina
1935 Neustreichung der Pyramide
1949 Kontrolle der ganzen Punktanlage
1960 Kontrolle und Ergänzung der Punktanlage
1967 Revision der Pyramide
ab 1965 Ergänzung der Landestriangulation mit elektrooptischen Distanzmessungen
1994 Anschlussmessungen an die neue satellitengestützte Landesvermessung 1995 (LV95)
1997 Totalrevision der Pyramide und Kontrolle der Punktanlage

Georgys Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

87 Höhenmeter unterhalb des Gipfels auf dem Südgrat des Piz Languard befindet sich auf 3175 m ü. M. die Georgys Hütte‎, die höchstgelegene Berghütte des Kantons Graubünden. Die Hütte besitzt eine grosse Terrasse, einen Esssaal und ein Lager für 24 Personen. Benannt wurde die Hütte nach dem Leipziger Maler Wilhelm Georgy (* 1819; † 1887), der zusammen mit dem Kunstmaler Emil Rittmeyer mit der Bebilderung der naturkundlichen Publikation Das Tierleben der Alpen von Friedrich Tschudi beauftragt wurde. Georgy hielt sich oft in höheren, abgeschiedenen Regionen auf, so zum Beispiel in der Hütte auf dem Piz Languard, wo er die Natur bei verschiedensten Witterungsverhältnissen kennenlernte und Studien anfertigte. Das grosse Ölbild Bernina-Gruppe mit Gemsen vom Piz Languard aus ist das Resultat eines sorgfältigen Studiums von Tier und Natur in der Umgebung der Georgys Hütte.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonnenaufgang auf dem Piz Languard.

Die Aussicht auf dem Piz Languard ist umfassend und reicht von den Walliser Alpen im Westen bis weit in die Ostalpen. Beim Start von der Georgys Hütte‎ ist der Aufstieg kurz und leicht. Deshalb wird der Piz Languard oft bereits am frühen Morgen mit Stirnlampen bestiegen, um bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Ebenso wird häufig der Sonnenuntergang auf dem Piz Languard bewundert und der Rückweg im Dunkeln unternommen.

Routen zum Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg ist bei Wanderern beliebt und kann auf einem Weg bestiegen werden. Ein Sessellift führt von Pontresina auf die Alp Languard auf 2325 m ü. M., von wo aus man durchs Val Languard zur Hütte hochsteigen kann.

Über den Südgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gewöhnliche Aufstieg führt über den Südgrat:

  1. Von Pontresina oder Alp Languard direkt zum Plaun da l'Esen
  2. Von Muottas Muragl via Segantinihütte (2732 m) zum Plaun da l'Esen
  3. Von Bernina Suot via Plaun Graund, Val Pischa, Fuorcla Pischa (2847 m) zum Plaun da l'Esen
  4. Von La Punt-Chamues-ch via Val Chamuera, Val Prüna, Fuorcla Prüna (2835 m), Fuorcla Pischa (2847 m) zum Plaun da l'Esen
  • Schwierigkeit: EB, als Wanderweg weiss-rot-weiss markiert
  • Zeitaufwand:
  1. 4 Stunden von Pontresina oder 2½ Stunden von der Alp Languard
  2. 4 Stunden von Muottas Muragl
  3. 5 Stunden von Bernina Suot
  4. 7 Stunden von La Punt-Chamues-ch

Von Pontresina über den Nordwestgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Pontresina (1805 m) oder Alp Languard (2325 m)
  • Via: Fuorcla Clüx (2994 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 5 Stunden von Pontresina, 3½ Stunden von Alp Languard

Über Fuorcla Muragl und den Nordwestgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von Punt Muragl via Alp Muragl, Margun, Lej Muragl zur Fuorcla Muragl
  2. Von Muottas Muragl südlich an den Tschimas da Muottas vorbei, Lej Muragl zur Fuorcla Muragl
  3. Von La Punt-Chamues-ch via Acla Veglia, Serlas, Alp Prüna zur Fuorcla Muragl
  • Schwierigkeit: WS, bis zur Fuorcla Muragl EB und als Wanderweg weiss-rot-weiss markiert
  • Zeitaufwand (2½ Stunden von der Fuorcla Muragl):
  1. 6 Stunden von Punt Muragl
  2. 4 Stunden von Muottas Muragl
  3. 6½ Stunden von La Punt-Chamues-ch

Über die Nordostrippe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: La Punt-Chamues-ch (1708 m)
  • Via: Acla Veglia, Serlas, Alp Prüna
  • Schwierigkeit: ZS
  • Zeitaufwand: 6 Stunden

Über den Ostgrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: La Punt-Chamues-ch (1708 m)
  • Via: Acla Veglia, Serlas, Alp Prüna
  • Schwierigkeit: S, III+
  • Zeitaufwand: 7 Stunden

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360°-Panorama vom Piz Languard

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernard Condrau, Walter Candinas: Clubführer, Bündner Alpen. Mittleres Engadin und Puschlav. 2. Auflage. Band X. Verlag des SAC, 1984, ISBN 3-85902-039-0, S. 168–170.
  • Landeskarte der Schweiz, Blatt 1257 St. Moritz, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piz Languard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam. Kleines Rätisches Namenbuch mit zweieinhalbtausend geographischen Namen Graubündens. Terra Grischuna Verlag, Chur und Bottmingen/Basel 1988, ISBN 3-7298-1047-2, S. 97.
  2. SAC-Clubführer Bündner Alpen 10 „Mittleres Engadin und Puschlav“
  3. Berechnetes 360°-Panorama (U. Deuschle; Hinweise) vom Piz Languard