Plymouth Road Runner

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Plymouth Road Runner
Produktionszeitraum: 1967–1980
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet

Der Plymouth Road Runner war ein Pkw-Modell des US-amerikanischen Chrysler-Konzerns, der unter der Marke Plymouth in den USA angeboten wurde. Auf Grund der Motorisierung wird das Modell zu den Muscle-Cars gezählt. Im Modelljahr 1970 gab es noch eine heckflügelbewehrte Hardtop-Variante unter dem Namen Plymouth Superbird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früh im Jahre 1967 hatte ein Journalist der Zeitschrift Car and Driver die Idee, ein Fahrzeug zu bauen, das sich wesentlich von den bis dato gebauten unterschied. Es sollte auf der Basis eines Coupés entwickelt werden, ausgestattet mit einem 440 Super Commando oder 426 Hemi-Motor (8-Zylinder-V-Motoren) als Standardmotorisierung, vorderer Sitzbank sowie sportlichen Felgen; jedoch ohne unnötige äußere Veränderungen wie Hood scoops (Lufteinlässen auf der Motorhaube), stripes (die bei den Muscle-Cars beliebten „Rallye-Streifen“) oder andere „Spielereien“. Mit seiner Idee wandte er sich an Plymouths Entwicklungsbüro, wo der Einfall zwar freundlich aufgenommen, aber nicht für rentabel gehalten wurde.

Nach diesem Gespräch wurden aber bei Plymouth weitere Überlegungen gemacht, wie man ein solches Modell mit einfacher, aber zweckmäßiger Ausstattung, das in erster Linie die 16–20-jährigen ansprechen sollte, verwirklichen könnte.

Man entschied sich für die günstigste und leichtestgewichtige Karosserievariante, das 2-door pillar coupe, also das Coupé mit B-Säule auf Basis des Plymouth Belvedere Coupés. Als Standardmotorisierung legte man den 383-4bbl-V8 fest (6,3 Liter mit Vierfachvergaser). Zur Leistungssteigerung wollte man ihm Zylinderköpfe und Ventile des 440-V8 (7,2 Liter) geben. Jedoch stellte sich im Nachhinein heraus, dass diese Modifikation lediglich 5 SAE-PS mehr ergab – was aber reichte, um dem Käufer einen Leistungszuwachs zu suggerieren.

Als die technischen Fragen geklärt waren, stellte sich die Frage, welchen Namen das neue Fahrzeug tragen sollte. Die Wahl fiel auf Road Runner (deutsch: Wegekuckuck), den Namen eines schnellen Laufvogels, der in den Wüsten der südwestlichen USA lebt. Auslöser für die Namensgebung war die amerikanische Zeichentrickserie Road Runner und Wile E. Coyote. Eines Nachmittags sah einer der Plymouth-Manager mit seinen Kindern im Fernsehen diese Serie und sah den Road Runner durch das Bild rasen. Von da an stand für ihn fest, dass „Road Runner“ der Name sein sollte. Nachdem die Rechte bei den Warner Brothers für über $ 50.000 gekauft waren und man den Vogel auf den Autos abbilden durfte, suchte man nach einem weiteren Detail, das an die Cartoon-Figur erinnern sollte. Eines der Erkennungsmerkmale der Figur war das „Beep beep“, das der Vogel ertönen ließ. Also wurde eine alte Hupe des Militärs so weiterentwickelt, dass sie diesen Klang wiedergab.

Modelljahr 1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Generation
Road Runner Hardtop Coupé, Modelljahr 1968

Road Runner Hardtop Coupé, Modelljahr 1968

Produktionszeitraum: 1967–1980
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
6,3–7,2 Liter
(250–317 kW)
Länge: 5017 mm
Breite: 1849 mm
Höhe: 1346 mm
Radstand:
Leergewicht: 1581 kg
1968 Plymouth Road Runner

Im Herbst 1967 verließen die ersten Road Runner die Produktionsbänder. Sie basierten auf den neuen B-Body-Modellen und waren somit Schwestermodelle des Plymouth Belvedere, des Plymouth Satellite und des gleichfalls sportlichen, aber besser ausgestatteten und teureren Plymouth GTX. Gegen Aufpreis gab es für alle diese Modelle die Performance Hood-Option.

In diesem Jahr wurde die Cartoonfigur noch in schwarz-weiß auf dem Fahrzeug abgebildet, weil die Zeit für eine Ausführung in Farbe gefehlt hatte. Das sollte sich dann aber in den folgenden Jahren ändern.

Nachdem es den Road Runner zunächst als B-Säulen-Coupé gab, wurde dann nach einiger Zeit das Hardtop-Coupé (ohne B-Säule) eingeführt. Er basierte auf dem höher angesiedelten Plymouth Satellite. Einzelsitze waren jedoch noch nicht erhältlich, ebenso wenig eine Cabrioversion.

Angetrieben wurde er von dem überarbeiteten 383-Motor mit 335 Brutto SAE-PS und 576 Nm (425 ft.lb.). Die Standardbereifung bestand aus F70×14 auf 14×5½″-Felgen.

Modelljahr 1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 wurden die Cartoonfiguren Road Runner und Wile E. Coyote dann benutzt, um für die gesamte Plymouth-Palette Werbung zu machen.

In diesem Jahr kam zu Coupé und Hardtop-Coupé das Cabrio hinzu; letzteres blieb mit knapp 2000 Exemplaren eine Rarität. Die Motoren waren die gleichen wie im Vorjahr, d. h. ein serienmäßiger der 383 in³ (6,3 Liter) und als Option ein 426 in³ Hemi-Siebenliter mit 425 SAE-PS und, ab Frühjahr 1969, ein 7,2 Liter (440 in³) mit drei Doppelvergasern, der sogenannte 440 Six-Pack. Wenn man diese Motoren orderte, bekam der Wagen die Air Grabber Hood (Motorhaube mit einklappbarem Lufteinlass).

Das Fachblatt Motor Trend fand dieses Auto so überzeugend, dass es dem Road Runner 1969 die Auszeichnung Car of the year verlieh.

1970er Road Runner mit der „Air Grabber“-Motorhaube

Modelljahr 1970, Superbird[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970 war dann das eigentlich letzte Jahr der Muscle Cars, denn Versicherungen liefen Sturm gegen die übermotorisierten Fahrzeuge, weshalb die offiziellen Leistungsangaben auch oft von den tatsächlichen Werten nach unten abwichen.

Der Superbird, mit dem Richard Petty die Saison 1970 bestritt

Um das 1970er Modell noch einmal aufzuwerten und weil der Motorsport es verlangte, verpflichtete man kurzerhand Rennfahrer Richard Petty, der auf einem für die NASCAR-Ovalrennen aerodynamisch günstiger gestalteten Road Runner bestand. Entsprechend dieser Vorgabe entstand der Plymouth Superbird.

Superbird im bekannten „Hemi-orange“ und dem Maskottchen auf dem Heckspoiler

Mit einem riesigen Heckflügel und einer aerodynamischen, verlängerten und abgeflachten Front sollte dieser in der NASCAR-Rennserie den Erfolg bringen, der seinem Vorgänger Dodge Charger 500 verwehrt geblieben war. Dieses Ziel wurde erreicht, allerdings wurde der Superbird wenig später durch Regularien verboten. Im Animationsfilm Cars spielt dieses Fahrzeug eine Nebenrolle.

Superbird-Frontpartie mit der namensgebenden Zeichentrickfigur

Modelljahr 1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 war das letzte Jahr der großen Motorisierungen. Die Versicherungen weigerten sich endgültig, diese Fahrzeuge zu versichern. Die Motoren im Chrysler-Konzern wurden mit Superbenzin betrieben, während GM und Ford sämtliche Maschinen auf Normalbenzin umstellten, und mussten keine oder geringe Leistungsverluste im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.

Die Plymouth-Mittelklassemodelle, darunter der Road Runner, erhielten komplett neue, weichere und rundere Karosserien, die sich stilistisch stark von der Kantigkeit der Modelle 1968–1970 abhoben.

Modelljahre 1972–1974[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974 Plymouth Road Runner

1972 wurde der Road Runner in der „besten“ Ausstattung mit 250 Netto SAE-PS angeboten. Das Umweltbewusstsein war gestiegen und das Benzin für US-Verhältnisse teuer. Den 426 Hemi gab es nicht mehr, mit dem 440 Six-Pack entstanden eine Handvoll Exemplare. In dieser Form wurde der Road Runner mit den üblichen jährlichen Detailänderungen bis 1974 gebaut.

Modelljahr 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975 basierte der Road Runner auf der neu eingeführten zweitürigen Version des Fury. Das Auto war eine geringfügig weiterentwickelte Version des 1971 vorgestellten Plymouth Satellite und nutzte wie dieser Chryslers bekannte B-Plattform.

Modelljahr 1976[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1976 war der Road Runner eine Ausstattungsvariante des neuen Plymouth Volare, der den Plymouth Valiant ersetzte. 1976 bestand das Road Runner-Paket aus einem 5,2-Liter-V8 mit 152 Netto SAE-PS (auf Wunsch 5,9 Liter mit 172 Netto SAE-PS), Sportfahrwerk, Dreiganggetriebe mit Mittelschaltung und sportlicher Innenausstattung. Im Modelljahr 1976 entstanden etwa 7300 Road Runner.

Modelljahr 1977[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Road Runner-Paket umfasste unter anderem Zierstreifen, Rallye-Stahlfelgen, Sportfahrwerk, schwarzen Kühlergrill und die charakteristische „Beep-Beep“-Hupe. 6975 Exemplare liefen vom Band. Dazu gab es neue, namentlich an den Road Runner angelehnte „Fun Runner“-Ausstattungspakete in Gestalt des Sun Runner (mit Schiebedach) und des Front Runner, der in Orange und mit auffälligen Zierstreifen beklebt war. Für alle Volare gab es gegen Aufpreis T-Roof (herausnehmbare Dachhälften) und Schiebedach. Der Road Runner wurde angetrieben vom 5,2 Liter (318 in³) mit 147 oder vom 5,9 Liter mit Vierfachvergaser und 177 SAE-PS.

Modelljahr 1978[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geringfügige Änderungen am Road Runner, 5,2 Liter jetzt mit 142 statt 147 SAE-PS.

Modelljahr 1979[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keine größeren Änderungen, der 5,2 Liter leistete jetzt noch 137 SAE-PS, dafür erstarkte der 5,9 Liter mit Vierfachvergaser auf 198 SAE-PS. 1122 Volare-Coupés erhielten das Road Runner-Paket.

Modelljahr 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letztes Jahr für den Road Runner, daher keine weiteren Änderungen mehr. Es liefen 496 Stück vom Band. Mit dem Produktionsende des Volare im Sommer 1980 verschwand der Road Runner aus dem Plymouth-Programm.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flammang, James M./Kowalke, Ron: Standard Catalog of American Cars 1976–1999. Kraus Publications, Iola 1999. ISBN 0-87341-755-0
  • Genat, Robert/Newhardt, David: Fünfzig Jahre Muscle Cars. Chrysler-Plymouth-Dodge. Heel Verlag, Königswinter 2004. ISBN 3-898-80490-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Plymouth Road Runner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Van Voyager
  • Basierend auf dem von Chrysler Europe entwickelten Talbot/Simca Horizon
  • Umbenanntes Modell von Mitsubishi
  • Basierend auf einem Modell der Rootes-Gruppe