Softball

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Softball-Spielerin des Texas A&M Aggie-Teams

Softball ist eine Variante von Baseball und eine der beliebtesten Breitensportarten in den USA. Im professionellen Spielbetrieb wird Softball, im Gegensatz zum traditionell männerdominierten Baseball, überwiegend von Frauen gespielt. In Deutschland gibt es nur im Frauenbereich einen organisierten Ligaspielbetrieb, während in den Breitensportwettbewerben hauptsächlich gemischtgeschlechtliche Teams antreten.

Grundregeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Teams mit jeweils neun Spielern stehen sich gegenüber. Eine Mannschaft spielt im Feld ('Defense') und versucht Punkte der Gegner zu verhindern, die andere ist am Schlag ('Offense') und kann die Punkte erzielen. Hat die Defense-Mannschaft es geschafft, drei der Gegner „out“ zu machen, wird gewechselt, das heißt die Defense-Mannschaft geht jetzt an den Schlag und die Offense-Mannschaft muss ins Feld. Ein Spiel besteht normalerweise aus sieben solcher Durchgänge (Innings).

Genauere Erläuterung zu Regeln und Spielprinzip siehe Baseball.

Unterschiede zum Baseball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Softball-Spielfeld in Karlsruhe. Am Bildrand oben rechts ist ein Baseball-Feld zu erkennen

Bis auf die geringere Größe des Feldes, eine andere Wurftechnik und wenige andere Änderungen gleicht das Spiel dem Baseball. Diese Änderungen sind:

  1. Pitchbewegung: Der Werfer muss den Ball durch einen Unterhandwurf von unterhalb der Hüfte werfen, wobei das Handgelenk nicht weiter vom Körper entfernt sein darf als der Ellbogen.
  2. Spielfeldabmessungen: Die Größe eines Softballspielfeldes ist ungefähr die Hälfte der Größe eines Baseballfeldes:
    Seitenlänge Infield ca. 18 m (Baseball: 27 m)
    Seitenlänge Outfield ca. 65 m (Baseball: 80–100 m)
    Abstand Pitcher–Batter ca. 13 m (Baseball: 18 m).
  3. Ballgröße: Der Softball hat einen Durchmesser von ca. 11,5 cm (Baseball: ca. 7 cm).
  4. Basestealing/Lead: Der Runner darf die Base erst mit dem Pitch verlassen und muss, nachdem der Pitcher im Pitchers Circle den Ball erhalten hat, wieder auf einer Base zum Stehen kommen. Im Slowpitch-Softball (siehe unten) ist kein Base Stealing erlaubt.
  5. Schlägerform: Die Softballschläger sind gewöhnlich etwas dünner und leichter. Die Form der Baseballschläger verläuft konisch, während Softballschläger nach dem Griff flaschenförmig dicker werden und dann gerade weiterlaufen. Außerdem werden grundsätzlich – selbst im professionellen Bereich – keine Holzschläger verwendet.
  6. DP: Ein Designated Player (DP) kann im Gegensatz zum Designated Hitter (DH) für jeden Spieler eingesetzt werden, nicht nur für den Pitcher.
  7. Safety-Base: Es gibt an der ersten Base eine sogenannte Safety-Base, die eine extra Fläche für den Batter-Runner bietet, um Kollisionen zu vermeiden.
  8. Weitere kleine Regelungen, um Baseball als Softball auf das kleinere Feld anzupassen.

Slowpitch und Fastpitch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generell wird zwischen zwei Spielvarianten unterschieden:

  1. Slowpitch-Softball: Diese Variante zeichnet sich durch den Regelzusatz aus, der besagt, dass der Pitch auf seiner Flugbahn einen höchsten Punkt von mindestens 6 Fuß (ca. 1,83 m) durchfliegen muss. Das führt zu langsamen Pitches und damit zu einem extrem schlagbetonten Spiel. Slowpitch ist vor allem Breitensport, wird aber mitunter auch wettkampfmäßig betrieben.
  2. Fastpitch-Softball: Bei dieser Variante gibt es keinerlei Einschränkungen bezüglich der Flugbahn. Schnelles und je nach Spielstärke variantenreiches Pitching ist die Folge. Fastpitch ist vor allem die Wettkampfsportart für Frauen und war seit 1996 in Atlanta für Frauen olympisch; allerdings wurde Softball (wie auch Baseball) bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London nicht ausgetragen.

Verwechslungsgefahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Softball-Sport hat keine Ähnlichkeit mit dem in Deutschland als „Softball“ bekannteren tennisähnlichen Freizeit- und Strandspiel, das mit Plastik-Tennisschlägern und einem kleinen, weichen, gelben Schaumstoffball gespielt wird. Der Ball darf auch nicht mit dem in Kindergarten und Schulsport verwendeten sogenannten "Weichball" verwechselt werden, der die Größe eines Fußballs hat und den Kindern den Umgang mit dem Ball erleichtern soll.

Das in diesem Artikel beschriebene Softball wird mit einem kleinen Lederball gespielt, der innen aus Kork und dicht gewickeltem Faden besteht, und nur etwas größer, aber keineswegs „softer“ als ein Baseball ist, sondern aufgrund der Kompression sogar härter. Weil er etwas größer ist, kann er nicht ganz so hart geworfen und geschlagen werden wie ein Baseball. Dazu kommt ein Baseball-/Softballschläger, der einem Tennisschläger überhaupt nicht ähnelt.

Softball in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland werden nur für Frauen Fastpitch-Softball-Ligen offiziell von den Verbänden organisiert. Die höchste deutsche Spielklasse ist die Softball-Bundesliga, die in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt ist.

Weitere Ligen, wie z. B. eine deutsche Hochschulliga, sind meist unabhängig von den Verbänden und organisieren sich selbst. Des Weiteren bieten die einzelnen Verbände diverse Mixed-Ligen.

Slowpitch-Softball wird in Deutschland meist unabhängig von Verbänden gespielt. Ambitionierte Freizeitmannschaften messen sich in regelmäßigen Turnieren und Ligen wie der Rhein-Main-Liga. Es gibt allerdings Bestrebungen, auch Slowpitch-Softball unter die Decke der Verbände zu bringen. So fanden 2011 zum ersten Mal offizielle, vom DBV anerkannte, deutsche Meisterschaften in der Disziplin statt, die von BéBé's Kidz, einer in Deutschland lebenden US-amerikanischen Auswahlmannschaft, gewonnen wurde.[1] Auch regional gewinnt Slowpitch an Bedeutung. 2012 wurde bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften zum ersten Mal auch ein Slowpitch-Turnier ausgetragen. Den Titel sicherten sich die Neuenheimer Feldmeister aus Heidelberg.[2]

Softball in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Fastpitch-Softball-Liga in Österreich ist die Austrian Softball League mit derzeit 6 Teams. Darunter existiert eine im Aufbau befindliche 2. Liga. 2009 konnten die Dornbirn Sharx als erstes Team, das nicht aus den Niederlanden oder Italien kommt, den Europacup gewinnen. Weitere Erfolge für Softball in Österreich waren das Erreichen des 6. (2007) und des 7. Platzes (2009) bei der Softball-Europameisterschaft.

In letzter Zeit gewinnt auch Slowpitch-Softball immer mehr an Bedeutung. Gespielt wird hauptsächlich in von Vereinen organisierten Ligen; Höhepunkt der Slowpitch-Saison ist jedes Jahr die im Herbst stattfindende Österreichische Meisterschaft 'Coed Slowpitch'.

Softball in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in Deutschland gibt es auch in der Schweiz eine Fastpitch-Frauenliga. Da Softball in der Schweiz nicht als Breitensport bezeichnet werden kann, gibt es auch nur eine National-Liga A mit acht Teams (2007). Diese kommen vor allem aus den Städten und deren Einzugsgebieten.

Softball als olympische Sportart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Softball war in den Jahren von 1996 bis 2008 viermal als olympische Sportart für Frauen vertreten, gehörte aber bei den Sommerspielen 2012 in London – ebenso wie Baseball – nicht mehr zum Programm.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Baseball – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Baseball

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Softball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erste Offizielle Deutsche Meisterschaft im Mixed Slow Pitch in Mainz zeigt Softball auf hohem Niveau (slowpitch.de)
  2. Ergebnisse BaWü Indoor 2012 (falcons-ulm.de)