Presseclub Concordia

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Der Presseclub Concordia ist ein unabhängiger Verein in Österreich, dem sowohl österreichische Journalisten und Schriftsteller als auch Korrespondenten ausländischer Medien angehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Er wurde am 23. August 1859 mit dem ursprünglichen Zweck der Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder gegründet und ist damit der älteste Presseclub der Welt.

1872 wurde ein Pensionsfond eingerichtet.[1]

Im Jahr 1880 wurde in Wien-Innere Stadt (1. Gemeindebezirk) der Concordiaplatz nach dem Club benannt.

Zwischen 1938 und 1945 wurde der Club vom nationalsozialistischen Regime aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt.

1946 wurde er wieder gegründet und 1958 mit dem Österreichischen Presseclub zum heute noch gültigen Namen Presseclub Concordia vereinigt.[2] Im selben Jahr wurde der Umbau der Bankgasse 8 in Wien abgeschlossen und vom damaligen Bundeskanzler Julius Raab an den Verein übergeben. Das Gebäude ist seitdem als Concordiahaus bekannt.

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Der Verein ist gemäß seinen Statuten den Menschenrechten, der Demokratie und der Pressefreiheit verbunden.

Jährlich wird der Concordia-Preis in den Kategorien Menschenrechte und Pressefreiheit sowie in einer Ehrenkategorie vergeben.

Der Presseclub trat im Laufe seines Bestehens immer wieder als Veranstalter bedeutender Medienereignisse in Erscheinung. Am 7. Mai 1984 etwa fand im Presseclub Concordia die Pressekonferenz der Tiere statt, bei der mehrere prominente Persönlichkeiten als Tiere verkleidet gegen den Kraftwerksbau in der Hainburger Au und für die Erhaltung der Flusslandschaft warben.

Der Presseclub ist auch Veranstalter des seit 1863 jährlich, nunmehr meist im Juni stattfindenden Concordia Balles im Wiener Rathaus.

Organe des Vorstandes sind derzeit (2013) Peter Bochskanl als Präsident sowie Thomas Chorherr, Elisabeth Horvath und Josef Riedler als Vizepräsidenten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zur Geschichte des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“ 1859–1884. Selbstverlag der „Concordia“, Wien 1884. – Volltext online.
  • 50 Konkordiabälle (Concordiabälle). Eine Faschingsrevue. Verlag Dr. Rosenbaum, Wien 1914.
  • Peter Eppel: „Concordia soll ihr Name sein …“ 125 Jahre Journalisten- und Schriftstellerverein „Concordia“. Eine Dokumentation zur Presse- und Zeitgeschichte Österreichs. Böhlau, Wien (u.a.) 1984, ISBN 3-205-07250-2.
  • Felix Czeike, Concordia, in: Historisches Lexikon Wien, Band I. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 589.
  • Sandra Paweronschitz: Zwischen Anspruch und Anpassung. Der Wiener Journalisten- und Schriftstellerverein Concordia und der Nationalsozialismus. Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 2006.
  • Rafaela Damböck: Künstlervereine im Wandel der Zeit. Von der geselligen „Concordia“ des Vormärz zur Standesvertretung der Schriftsteller und Journalisten, der „Jüngeren Concordia“. Dissertation. Universität Wien, Wien 2007. – Kurzfassung online.
  • Ilse Brandner-Radinger (Hrsg.), Peter Bochskanl (Beiträge) et al.: Was kommt, was bleibt. 150 Jahre Presseclub Concordia. Facultas.WUV, Wien 2009, ISBN 978-3-7089-0502-0. – Inhaltsverzeichnis online (PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Geschichte des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“ 1859–1884, S. 45.
  2. Pressemeldung zur Zusammenlegung vom 17. November 1958

Weblinks[Bearbeiten]