Priya Basil

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Priya Basil (2019)

Priya Basil (* 27. März 1977 in London) ist eine britische Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Eltern zogen nach Kenia, als sie ein Jahr alt war. Sie wuchs in Nairobi auf. Mit sechzehn Jahren kam sie auf ein Internat in der Nähe von London. Als sie zwanzig war, zog ihre Familie wieder zurück nach Großbritannien und sie begann, englische Literatur an der Universität von Bristol zu studieren. Zunächst arbeitete sie in der Werbebranche, bevor sie sich 2007 entschloss, nach Berlin zu ziehen und Vollzeit-Schriftstellerin zu werden. Neben ihrem Engagement für weltweite Waffenkontrolle begründete sie mit dem Journalisten Matthias Fredrich-Auf der Horst im Jahr 2010 Authors for Peace (Autoren für den Frieden), eine Autoren-Plattform für Schriftsteller zur Friedensförderung.[1] Basil unterstützt die Control Arms Campaign, eine Kooperation von Amnesty International, IANSA und Oxfam, die sich für eine globale gesetzliche Regelung und Kontrolle des Waffenhandels einsetzt.

Die erste Veranstaltung von Autoren für den Frieden fand am 21. September 2010 statt, dem Internationalen Tag des Friedens der Vereinten Nationen, mit der Unterstützung des Internationalen Literaturfestivals Berlin. Priya Basil war Gastgeberin zu einer 24 Stunden-Live-Online-Lesung von 80 Autoren aus der ganzen Welt.

BücherFrauen,[2] eine Gruppe von 800 Frauen, die in Deutschland im Verlagswesen tätig sind, hat 2013 eine Liste weiblicher Kandidaten für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zusammengestellt. Priya Basil ist eine der 22 empfohlenen Schriftstellerinnen, zusammen mit Hannah Arendt, Arundhati Roy, Nawal El Saadawi, Herta Müller und Juli Zeh.

Im September 2013 hat Basil Juli Zehs Offenen Brief an Angela Merkel unterzeichnet.[3] In dem Brief wird Merkel wegen ihrer zögerlichen Reaktion angesichts der Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden kritisiert und zum Handeln aufgefordert. Priya Basil hat diesen Brief am Eröffnungstag des Internationalen Literaturfestivals Berlin öffentlich gelesen. Sie hat mit Juli Zeh am 18. September 2013 den sogenannten Marsch zum Kanzleramt organisiert, eine weitere Aktion, bei der sich Schriftsteller gegen die Spionage unschuldiger Bürger ausgesprochen haben.[4]

Priya Basil ist eine der Initiatorinnen des Aufrufs „Die Demokratie verteidigen im digitalen Zeitalter“,[5] eine weltweite Aktion gegen Bespitzelung und Massenüberwachung, die am 10. Dezember 2013 gestartet wurde. Sie gehört zu den sieben Autoren, die diesen Aufruf verfasst und die ersten 560 Unterschriften prominenter Schriftsteller gesammelt haben.[6] Bei den anderen Initiatoren handelt es sich um Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Isabel Cole und Josef Haslinger. Der Aufruf wurde in über 30 internationalen Zeitungen veröffentlicht, in Deutschland von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,[7] Auch als Referendum wurde der Appell auf change.org[8] publiziert.

2016 gründete sie mit 100 Frauen (Katharina Grosse, Ines Kappert, Julia Eckert, Heike-Melba Fendel, Marion Detjen, Annika Reich, Sabine Hark u. a.) das Aktionsbündnis Wir machen das. Für eine postmigrantische Gesellschaft. In diesem Rahmen initiierte sie die landesweite Reihe „Begegnungsort Buchhandlung“, Erzählsalons und Lesungen mit Menschen, die nach Deutschland geflohen sind.[9]

Zusammen mit der Schriftstellerin Chika Unigwe bestritt sie die Tübinger Poetik-Dozentur 2014, als Gäste kamen Taiye Selasi und Nii Ayikwei Parkes nach Tübingen.

Im Jahr 2017 konzipierte und kuratierte Priya Basil gemeinsam mit Ulrich Schreiber den Internationalen Kongress für Freiheit und Demokratie[10], der vom 8. bis 10. September 2017 im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin stattfand.

Basil hat ausführlich über Europa[11][12][13] und die Zukunft der Europäischen Union[14] geschrieben. Sie engagiert sich für einen offiziellen europäischen Feiertag in allen Mitgliedstaaten[15]. Im Jahr 2017 startete sie eine Kampagne für einen Europäischen Feiertag[16], die eine Petition für einen "Europäischen Feiertag" bei change.org[17] beinhaltet, um einen solchen Tag einzurichten. Auf Einladung von Sonja Longolius und Janika Gelinek, Leiterinnen des Literaturhauses Berlin, kuratiert Basil 2018[18] eine Veranstaltung, die als politische Intervention gedacht ist.

Das Magazin Wired schreibt über Basil

„sie sei eine britische, kenianische, indische, in Deutschland lebende Autorin, eine jener zeitgenössischen Schriftstellerinnen, deren Leben nicht zwischen zwei Buchdeckeln passt, da es einfach zu unglaublich sei.“

Magazin Wired[19]

Priya lebt in London und Berlin.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr erster Roman Ishq und Mushq wurde im Jahr 2007 veröffentlicht und für den Commonwealth Writers’ Prize in die engere Wahl sowie für den Dylan Thomas Prize in die Auswahlliste genommen. In diesem drei Generationen umspannenden, zwischen Afrika, Europa und Asien schlingernden Familienpanorama verknüpft Basil Schicksale vor dem Hintergrund historischer Umbrüche, darunter die Teilung Britisch-Indiens und das Begräbnis Winston Churchills. Mit Humor und Elementen des magischen Realismus erzählt Basil von Identitätsfindung und Exil.

Ihr zweiter Roman The Obscure Logic of the Heart wurde im Juni 2010 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund kultureller, religiöser Vorurteile und internationaler Konflikte. Thomas Böhm (Radio Eins, Die Literaturagenten) fasst seine Leseeindrücke folgendermaßen zusammen:

„Priya Basil erkundet in ‚Die Logik des Herzens‘ zwei große Themen: den Glauben und die Liebe. Und wie sie dies tut, ist ebenso zeitlos schön wie aktuell relevant.“

Basil verfasst regelmäßig Essays für Lettre International. Ihre Themen sind Kunst[20] , Europa, Demokratie, Migration[21] und (Neo-)Kolonialismus[22].

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Priya Basil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Authors for Peace. The idea.
  2. Vorschlagsliste für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013 BücherFrauen, aufgerufen am 7. Juli 2014
  3. The Guardian: Peer Steinbrück accuses Angela Merkel of negligence over NSA revelations, Phillip Oltermann 20. September 2013
  4. Aufmarsch der Autoren, Die Zeit Online, 18. September 2013
  5. pbinfo.weebly.com: Writers Against Mass Surveillance - The Appeal, 10. Dezember 2013
  6. Writers dub UK leaders 'America's digital pit bull' over surveillance The Guardian, 11. Dezember 2013
  7. Demokratie im digitalen Zeitalter - Der Aufruf der Schriftsteller FAZ Online, 10. Dezember 2013
  8. A STAND FOR DEMOCRACY IN THE DIGITAL AGE, 10. Dezember 2013
  9. [1], Wir machen das - Über uns
  10. Internationaler Kongress für Demokratie und Freiheit — internationales literaturfestival berlin. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  11. Die Entgrenzung des Unmöglichen. In: Der Tagesspiegel Online. 31. Dezember 2016, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 2. Mai 2018]).
  12. Priya Basil: Essay Europa und die Angst des Einzelnen: Wir sind der Brexit. In: Die Tageszeitung: taz. 14. Juli 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. Mai 2018]).
  13. LI 117 | Lettre - Europas Kulturzeitung. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  14. The Fight for Europe. State of Exception, reloaded — Literaturhaus Europa. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  15. Europäische Union: Hilfspaket für Europas Zivilgesellschaft. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 2. Mai 2018]).
  16. Priya Basil: Call for a European Public Holiday! (Speech in English and German). 8. Juni 2017, abgerufen am 2. Mai 2018.
  17. Sign the Petition. Abgerufen am 2. Mai 2018 (britisches Englisch).
  18. Programm Literaturhaus Berlin Mai 2018. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  19. Wired.com: Organizers of the Petition Against Mass Surveillance: Priya Basil, January 14, 2014
  20. Alle Blindheit der Welt | Lettre - Europas Kulturzeitung. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  21. Woher kommst du? | Lettre - Europas Kulturzeitung. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  22. Stahl, der die Erde beisst | Lettre - Europas Kulturzeitung. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  23. zeit.de: Exzerpt