Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei.

Purple drank

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Purple Drank ist der Slang-Ausdruck für ein Mischgetränk aus verschreibungspflichtigem Hustensaft, Limonade und zerkrümelten Bonbons, das in den Südstaaten der USA von Anhängern der Hip-Hop-Subkultur als Partydroge konsumiert wird. Andere Slang-Bezeichnungen sind Sizzurp, Lean oder Texas Tea.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische lila Farbe eines Hustensafts mit Codein und Promethazin

Purple drank (grob übersetzbar mit lila Getränk) besteht typischerweise aus verschreibungspflichtigem (d. h. besonders starkem und daher nicht im freien Handel erhältlichem) Hustensaft oder Tabletten mit den Inhaltsstoffen Codein und Dextromethorphan bzw. Promethazin, kohlensäurehaltiger Limonade und zerkrümelten Bonbons, die zur Süßung des Getränks dienen. In seltenen Fällen wird Alkohol hinzugefügt, der aber zu verstärkter Übelkeit oder Ohnmacht führen kann. Resultat ist ein „durchdringend nach Medizin riechendes, sirupartiges Getränk mit einer intensiven, charakteristischen Lilafärbung“, die es durch den Hustensaft-Anteil erhält.[1][2] Insgesamt finden sich zahlreiche Variationen des Konsums. So ist es beispielsweise ebenso üblich, Benzodiazepine und Opiate in Tabletten- oder Pulverform zu konsumieren[3] und diese mit alkoholhaltigem Hustensaft verdünnt mit zuckerhaltigen Getränken (häufig 1:5) sowie geschmacksaufwertenden Stoffen wie Brausepulver zu einer maximal wirkverstärkenden und gefährlichen Mischung zu kombinieren.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptwirkstoffe von purple drank sind das im Hustensaft oder Tabletten enthaltene Codein und Promethazin: es erzeugt Euphorie und ein als positiv empfundenes Gefühl der Betäubung, das sich in der Verlangsamung und Beeinträchtigung der Motorik äußert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purple drank wurde bereits in den 1960er-Jahren in Texas als preiswertes und einfach herzustellendes Partygetränk erfunden.[4] Ende der 1990er-Jahre popularisierte der aus Houston stammende Discjockey DJ Screw purple drank als passendes Getränk zu seinem langsamen, narkoseähnlichen Hip-Hop-Stil, den sog. Screw-Rhythmen. Als dieser Stil populär wurde, hielt purple drank in den Südstaaten und in der regionalen Hip-Hop-Szene Einzug.[5] 2004 gaben 8,3 Prozent aller Oberschüler aus Texas an, Erfahrungen mit purple drank gemacht zu haben.[1] Der für seinen purple-drank-Konsum bekannte Rapper Big Moe brachte u. a. zwei Alben mit den einschlägigen Namen City of Syrup und Purple World heraus. Auch deutschsprachige Rapper wie Bonez MC, RAF Camora, Ufo361, Gzuz, Money Boy, Hustensaft Jüngling, Bausa, Capital Bra, Yin Kalle, T-low und Lil Lano erwähnen in ihren Texten ihren Konsum der Droge.

Typischerweise wird purple drank aus zwei ineinander gestapelten weißen Styroporbechern ("double cup") getrunken. Durch die Verwendung im purple drank erzielt ein Pint des verschreibungspflichtigen Hustensirups auf dem Schwarzmarkt Preise bis zu 350 US-Dollar.[2]

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Codein setzt am zentralen Nervensystem an und führt bei Überdosierung zu Atemdepression. Weitere Risiken sind Verstopfung, Karies, Harnprobleme und Gewichtszunahme.[4] Der Rapper Lil Wayne, der sich offen zum Konsum von purple drank bekennt, warnt vor Entzugserscheinungen wie „starken Magenkrämpfen mit höllischen Schmerzen“.[6]

Da Codein im Leistungssport auf diversen Dopinglisten steht, kann purple-drank-Konsum zu einem Dopingfall führen.

Da zur Herstellung von purple drank verschreibungspflichtiger Hustensaft verwendet wird, ist das illegale Dealen zu einem Problem geworden: 2010 wurde ein Arzt wegen des Handels mit gefälschten Codein-Rezepten im Wert von ca. 100.000 US-Dollar festgenommen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c DEA warns of soft drink-cough syrup mix, USA Today.
  2. a b c DEA Cracks Down on Sizzurp: Hip Hop’s Potent Prescription. (Memento vom 16. November 2012 im Internet Archive) ktla.com
  3. Andreas Maurer: Der Rausch aus der Apotheke: Wie 15-Jährige süchtig nach Xanax werden und was Eltern dagegen tun können. In: Aargauer Zeitung. 22. August 2020, abgerufen am 26. Januar 2021.
  4. a b Resurgence in Abuse of ‘Purple Drank’ (PDF) U.S. Department of Justice.
  5. Chopped and Screwed: A History, mtv.com
  6. All Access: Lil’ Wayne. CBS News.