Rafael Thaler

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Rafael Thaler, auch Raphael Thaler bzw. Raffael Thaler (* 1. September 1870 in Innsbruck; † 18. März 1947 ebenda) war ein österreichischer Maler und Restaurator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rafael Thaler wurde als Sohn eines Bauern aus Gries am Brenner, der später als Werkmeister bei der Südbahngesellschaft beschäftigt war, in Innsbruck geboren. Nach dem Besuch der Staatsgewerbeschule in Innsbruck machte er eine Lehre bei Alfons Siber in Hall in Tirol, 1893/94 studierte er an der Accademia di belle arti in Venedig. 1896 ließ er sich in Innsbruck nieder und war als selbstständiger Freskomaler und Restaurator tätig. Er hatte Wohnung und Atelier in der Pradler Straße 32.[1]

Thaler malte zahlreiche Fresken im neobarocken Stil mit Einflüssen der Nazarener in Kirchen in Tirol und Vorarlberg, daneben Heilige Gräber und Krippen. Er schuf auch Wandmalereien an Hausfassaden in Innsbruck und Umgebung, insbesondere in den eingemeindeten Vororten Wilten, Pradl und Igls. Zu seinen Werken zählen weiters Porträts in Öl, später in Pastell, Entwürfe für Neujahrsentschuldigungskarten und Kopien unter anderem von Werken Franz von Defreggers. Als Restaurator war er unter anderem an den Renovierungen von Schloss Ambras, Schloss Bruck, Schloss Bruneck, Schloss Tratzberg und der Churburg beteiligt. Auf der Pariser Weltausstellung wurde er 1900 mit einer Medaille ausgezeichnet. Einer seiner Schüler war Toni Kirchmayr.

Rafael Thaler war in erster Ehe mit Anna Thaler, geb. Vögele, verheiratet, die 1917 starb. 1919 heiratete er Anna Schoderböck († 1943). Der Sohn Heinz Thaler (1901–1965) wurde ebenfalls Maler.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fassadenmalerei mit Porträt Kaiserin Maria Theresias am Haus Maria-Theresien-Straße 22 in Innsbruck
Fassadenmalerei Personifikation des Handels am Haus Pradler Straße 38

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rafael Thaler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Helmuth Oehler: Edle Damen in Pradl – fleißig, klug, literarisch gebildet und werktätig. In: Innsbruck informiert, Februar 2011, S. 59 und 62 (Digitalisat)
  2. Frick, Wiesauer: Kindergarten. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  3. I. Dollinger, Wiesauer: Pfarrkirche hl. Leonhard, Kirche Vinaders. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  4. Müller, Wiesauer: Wohngebäude, Mehrparteienhaus, ehemaliges Hotel Sonnenburgerhof. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  5. Felmayer, Wiesauer: Wohngebäude, Bürgerhaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 6. Januar 2016.
  6. Müller, Wiesauer: Wohngebäude, Mehrparteienhaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  7. Müller, Wiesauer: Wohngebäude, Mehrparteienhaus, Wohnhaus des Rafael Thaler. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  8. Müller, Wiesauer: Alt-Kaiserjäger-Club, Urichshaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 23. Oktober 2015.
  9. Schumacher, Wiesauer: Wohngebäude, Mittelflurgrundriss, Reinkenkopf. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 23. Mai 2020.
  10. Frick, Wiesauer: Villa Tyrol. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  11. Vom Pradler Friedhof. In: Innsbrucker Nachrichten, 24. Oktober 1916, S. 6 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  12. Felmayer: Pension Linde. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  13. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Alte Pfarrkirche St. Jodok und Lucia, Kirche St. Jodok und Luzia. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  14. Fingernagel-Grüll, Wiesauer: Pfarrkirche hl. Martin. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  15. Wiesauer: Friedhofskapelle Schnann. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  16. Franckenstein, Wiesauer: Wohngebäude, Mittelflurgrundriss, Altes Sterzingerhaus, Agererhaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  17. Franckenstein, Wiesauer: Altenheim, Versorgungsheim, ehemaliger Ansitz Sterzinger. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 23. Mai 2020.
  18. Praxmarer, Wiesauer: Expositurkirche hl. Thomas. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  19. Fingernagel-Grüll, Wiesauer: Wallfahrtskirche, Liebfrauenkirche. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  20. Felmayer, Wiesauer: Einhof, längsgeteilt, Moorhof. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  21. Felmayer, Wiesauer: Einhof, längsgeteilt, Pieggenhof. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  22. Menardi, Wiesauer: Wegkapelle, Kapelle in Staudach, Staudachkapelle. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  23. Arnold, Wiesauer: Wohngebäude eines Paarhofes, Seitenflurgrundriss, Sigwein. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 4. Mai 2020.
  24. Beinsteiner-Krall, Wiesauer: Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung auf der Brettfall. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  25. Müller, Wiesauer: Wohngebäude, ehemaliger Ansitz Liebenegg. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 3. September 2015.