Raue Gänsedistel

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Raue Gänsedistel
Raue Gänsedistel (Sonchus asper)

Raue Gänsedistel (Sonchus asper)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Gänsedisteln (Sonchus)
Art: Raue Gänsedistel
Wissenschaftlicher Name
Sonchus asper
(L.) Hill

Die Raue Gänsedistel (Sonchus asper) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Raue Gänsedisteln sind einjährige, selten auch winterannuelle krautige Pflanzen mit hohlem, fleischigen, meist ästigen Stängel, die Wuchshöhen zwischen 30 und 80 cm, ausnahmsweise auch mal 162 cm erreichen. Die Laubblätter sind derb (starrer als die der Kohl-Gänsedistel), dunkelgrün und oberseits glänzend. Ihr Rand ist stechend-dornig gewimpert oder gezähnt. Die Blattform kann von tief fiederspaltig bis nahezu ungeteilt mit spatelförmigem Umriss variieren. Am stängelumgreifenden Blattgrund befinden sich abgerundete, deutlich an den Stängel angedrückte Öhrchen. Diese runden Öhrchen sind auch ein Kennzeichen gegenüber der ähnlichen Gewöhnlichen Gänsedistel (Sonchus oleraceus).

Raue Gänsedistel (Sonchus asper)

Die Körbchen sind in rispigen Gesamtblütenständen angeordnet. Es sind nur Zungenblüten vorhanden. Die Früchte sind zusammengedrückt und geflügelt, beiderseits mit drei Längsrippen versehen, zwischen den Rippen glatt. Sie besitzen einen Pappus.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 18.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Art besiedelt Wegränder, Schuttplätze, Gärten, Äcker und Ufer, bevorzugt an frischen bis feuchten Standorten. In Deutschland ist sie als „verbreitet“ eingestuft. Sei ist in Mitteleuropa eine Ordnungscharakterart der Polygono-Chenopodietalia.[1]

In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil oberhalb Elbigenalp bis zu 1250 m Meereshöhe auf.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Früchte werden unter anderem durch Wiesenameisen der Gattung Tetramorium ausgebreitet. An einer 140 cm hohen Pflanze wurden 220 Körbchen mit je ca. 250 Achänen, also insgesamt etwa 55.000 Früchte festgestellt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rothmaler (Begr.), Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland, Band 4, Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 9. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2002, ISBN 3-8274-0917-9
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3.  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raue Gänsedistel (Sonchus asper) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien