Realp

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Realp
Wappen von Realp
Staat: Schweiz
Kanton: Uri (UR)
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1212i1f3f4
Postleitzahl: 6491
Koordinaten: 681580 / 161399Koordinaten: 46° 35′ 56″ N, 8° 30′ 12″ O; CH1903: 681580 / 161399
Höhe: 1538 m ü. M.
Fläche: 77,97 km²
Einwohner: 145 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
6,3 % (31. Dezember 2014)[2]
Gemeindepräsident: Armand Simmen
Website: www.realp.ch
Realp von Südwest

Realp von Südwest

Karte
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Realp [ˈrealp],[3] im höchstalemannischen Ortsdialekt [ˈreialp] oder älter [frɪ'alp],[4] ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Uri.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am westlichen Ende des Hochtals Urseren am Fuss des Furkapasses am linken Ufer der Furkareuss. Zur Gemeinde gehören nebst dem Dorf noch einige Alpsiedlungen und Einzelgehöfte. Der Bedeutendste unter ihnen ist Tiefenbach (2106 m ü. M.). Realp war lange Zeit die am stärksten von Lawinen gefährdete Gemeinde der Schweiz.

Bloss 50 ha oder 0,6 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Davon sind 7 ha Gebäudeareal sowie 41 ha Verkehrsfläche. Umfangreicher ist die Landwirtschaftsfläche mit 3243 ha oder einem Anteil von 41,6 %. Darunter befinden sich grosse Alpgebiete. Diese bedecken eine Fläche von 3116 ha. Nur 117 ha sind Wies- und Ackerland. Wegen seiner hohen Lage sind nur 182 ha oder 2,3 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst einen Grossteil des Gemeindegebiets, nämlich 4321 ha oder 55,4 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Realp grenzt im Westen an die Walliser Gemeinde Obergoms, im Norden an Göschenen, im Osten an Hospental und die Tessiner Gemeinde Airolo und im Süden ans tessinerische Bedretto.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 203
1880 232
1888 193
1900 208
1941 242
1950 186
1960 268
1970 205
1980 308
1990 181
2000 146
2005 161
2010 144

Die Bevölkerungszahl schwankte zwischen 1850 und 2010 von 180 bis zu 230 Bewohnern. Höhere Zahlen gab es nur in den Jahren 1941, 1960 und 1980. Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 gab es eine grössere Abwanderung. Der tiefste Bevölkerungsstand wurde im Jahr 2000 mit bloss noch 146 Personen verzeichnet. Höchste je gezählte Einwohnerzahl waren 308 Menschen im Jahr 1980. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Zahl der Bewohner wieder leicht zu.

Die Hauptgeschlechter in Realp sind: Nager, Renner, Simmen und Cathry.[5] Einer der bekanntesten Bürger von Realp war Korpskommandant Franz Nager (1896–1976).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 100 % Deutsch als Hauptsprache an. Im Alltag spricht die Bevölkerung das höchstalemannische Urschelertytsch.[6]

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 waren 142 Personen römisch-katholisch und stellten damit 97 % der Gesamtbevölkerung; 3 % waren evangelisch-reformiert.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2005 waren von 161 Bewohnern 154 (96 %) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Zugewanderten stammen aus Deutschland und Kroatien. Bei der Volkszählung 2000 waren 145 Personen (99 %) Schweizer Bürger; davon besassen drei Personen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an älteren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren beträgt 14,38 % der Ortsbevölkerung und liegt damit deutlich unter dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und älter: 31,51 %).

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 5 15 1 16 25 38 39 7
Anteil 3,42 % 10,27 % 0,68 % 10,96 % 17,12 % 26,03 % 26,71 % 4,79 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jährlich zusammen.

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tätig. Derzeitiger Gemeindepräsident ist Armand Simmen (Stand 2017).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Abbau der Gotthardfestung ab 1985 verlor Realp zahlreiche Arbeitsplätze. Im Jahr 2005 gab es fünf Landwirtschaftsbetriebe, die acht Arbeitsstellen anboten. Industrie- und Gewerbebetriebe gab es keine, und der Dienstleistungsbereich beschäftigte in 16 Betrieben 63 Personen (Beschäftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die Volkszählung 2000 hatte noch sechs Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 13 Beschäftigten ergeben. 2001 waren in 18 Dienstleistungsunternehmen 67 Beschäftigte tätig. Von den im Jahr 2000 67 erwerbstätigen Personen Realps arbeiteten 33 (49,25 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 47 Menschen Arbeit an, von denen 33 (70,21 %) Einheimische waren.

Die 34 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 25 Personen in Andermatt und vier in Altdorf. Es gab bloss 14 Zupendler. Diese kamen hauptsächlich aus den anderen Urseren-Gemeinden Andermatt und Hospental.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Furkapassstrasse. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Göschenen an der A2. Schienentechnisch ist die Gemeinde dank der Matterhorn-Gotthard-Bahn und ihrer Vorgängerin, der Furka-Oberalp-Bahn, besser gelegen. In der Nähe des Bahnhofes Realps befindet sich das Ostportal des Furka-Basistunnels (Autoverlad). Von Realp aus führt die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (Museumsbahn) nach Gletsch und Oberwald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Realp, historisches Luftbild von 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Der Name geht auf lateinisch rīvum album zurück, was «weisser Bach» bedeutet (mit «weiss» ist das weissliche Schmelzwasser der Reuss gemeint). Es handelt sich dabei um einen ursprünglichen Gewässernamen, der erst sekundär auf die Ortschaft übertragen wurde. Die ersten urkundlichen Erwähnungen datieren von 1331 (prope Reandum, Abschrift des 14. Jahrhunderts) und vom 7. Februar 1363 (von Riealb). Die ältere mundartliche Nebenform Frealp, Frialp ist aus der Verbindung uf Realp «auf (in) Realp» entstanden.[3]

Die ursprünglich romanische Siedlung wurde im 12. Jahrhundert durch vom Wallis aus eingewanderte Walser eingedeutscht. Der Ort war im Mittelalter Teil der Talgemeinde Ursern. 1882 wurde Realp eine von Andermatt unabhängige Pfarrgemeinde; 1888 anerkannte die Urner Kantonsverfassung Realp auch als autonome politische Gemeinde. 1926 wurde Realp eine Station der Furka-Oberalp-Bahn.

Bei seiner zweiten Schweizerreise erreichte Johann Wolfgang von Goethe am 12. November 1779 «bei einbrechender Nacht» das Dorf Realp, um von dort den St. Gotthard zu besteigen, wo er drei Nächte bei Kapuzinern verweilte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Brunner: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 4: Oberes Reusstal und Urseren. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2008 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 114). ISBN 978-3-906131-89-4, S. 416–447.
  • Hans Stadler: Realp. In: Historisches Lexikon der Schweiz..

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Realp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. https://www.pxweb.bfs.admin.ch/Selection.aspx?px_language=de&px_db=px-x-0102020000_201&px_tableid=px-x-0102020000_201\px-x-0102020000_201.px&px_type=PX
  3. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 727 f.
  4. Emil Abegg: Die Mundart von Urseren. Huber, Frauenfeld [1911] (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik IV), S. 1.
  5. Vgl. Familiennamenbuch der Schweiz.
  6. Vgl. Emil Abegg: Die Mundart von Urseren. Huber, Frauenfeld [1911] (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik IV).