Red Digital Cinema Camera Company
| RED Digital Cinema Camera Company
| |
|---|---|
| Rechtsform | Personengesellschaft |
| Gründung | 2005 |
| Sitz | Foothill Ranch, Kalifornien, |
| Branche | digitale Kinokamera |
| Website | www.red.com |
Die RED Digital Cinema Camera Company (kurz RED) ist ein US-amerikanischer Hersteller von digitalen Kinokameras. Weiterhin produzieren sie Zubehör für die digitale Kinoproduktion, beispielsweise Bildschirme, Akkus, Ladegeräte, Grip/Stativsysteme, Speicherlösungen sowie Software zur Bildverarbeitung. Gegründet wurde die Firma Ende 2005[1] von Jim Jannard, dem ehemaligen Inhaber und Gründer von Oakley Inc. Im Jahr 2024 übernahm Nikon RED.[2]
Digitale Kinokamera „RED One“ (2007 bis 2010)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1. Generation RED One (Mysterium Sensor)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die RED One ist REDs erste digitale Kinokamera. Die Kamera wurde ab Ende August 2007 ausgeliefert. Die ersten hundert Kameras hatten noch Fertigungsmängel. RED rief die bis November 2007 gebauten Kameras zurück und tauschte sie aus. Sie war erhältlich mit Arri PL-, Nikon- und Canon-Objektivanschluss.
Rückblickend gilt die RED One als Meilenstein, der den Wandel vom analogen zum digitalen Kino maßgeblich vorangetrieben hat.[3] Sie war die erste weit verbreitete digitale Kinokamera, die auf 4K-Auflösung mit einem Super-35-Sensor setzte. Mitbewerber wie ARRI oder Sony setzten damals noch auf 2K oder HD-Auflösung, teilweise auch mit kleineren Sensorgrößen, die nicht die gleiche Schärfentiefe hatten wie klassischer 35mm-Film. Die RED One ist auch die erste Kinokamera, die RAW-komprimiert aufzeichnen konnte. RED entwickelte dafür das Redcode-RAW-Format, das bis heute im Markt einzigartig ist, weil es die Vorteile von RAW-Aufzeichnung beibehält und dabei trotz Datenkomprimierung visuell verlustfrei ist. Die RED One nimmt in 12-Bit RAW auf, während alle nachfolgenden RED Kameras in 16-Bit RAW aufnehmen. Das ermöglicht mehr Flexibilität in der Nachbearbeitung der Videos bei den neueren Kameras.
Die RED One ist durch den damaligen 4K-Bildsensor „Mysterium“ limitiert. So störten sich die meisten Filmemacher am begrenzten Kontrastumfang, der deutlich schlechter war als bei analogem 35mm-Film. Auch mit der Farbwiedergabe, zum Beispiel bei Hauttönen, sind viele Kunden unzufrieden.
Bei üblichen Raumtemperaturen wird die Kamera während des Betriebs sehr warm. Die ganze Kamera wird von einem im Vergleich zur Größe der Kamera winzigen Lüfter gekühlt. Ein Großteil der Wärme wird auch über das Gehäuse abgegeben, welches aus einer Aluminiumlegierung besteht. In der Bedienungsanleitung ist angegeben, dass bei einer Temperatur von über 32 °C weitere Kühlmaßnahmen, wie z. B. die Nutzung von gekühlten Kalt-Warm-Kompressen, nötig sein könnten.[4] Weiterhin stören sich viele Kunden daran, dass die Kamera etwa 90 Sekunden zum Booten braucht.[5]
2. Generation RED ONE (Mysterium-X-Sensor)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Später entwickelte RED einen neuen Bildsensor mit dem Namen „Mysterium-X“. Kunden konnten ab 2009 ihre alten RED-One-Kameras einschicken und durch ein Hardware-Upgrade gegen Kosten den Sensor austauschen lassen. Auch alle neu verkauften Red-One-Kameras wurden ab 2009 nur noch mit dem neuen Mysterium-X-Sensor ausgeliefert. In Internetforen wird der Name dieser Kamera oft mit RED One MX oder R1MX abgekürzt.
Die Verbesserungen des Mysterium-X-Sensor gegenüber dem Mysterium waren:
- höhere Auflösung: 4,5K statt 4K
- größerer Kontrastumfang
- bessere Farbwiedergabe
- geringeres Bildrauschen
Nachdem RED im Jahr 2010 das Nachfolgemodell „RED Epic“ auf den Markt erschienen war, wurde der Verkauf der RED One Mysterium-X kurz darauf eingestellt. Bei einem kostenpflichtigen Austauschprogramm konnten Kunden ihre alte Kamera einschicken und gegen das neue Modell tauschen.[6]
Kameraobjektive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Erscheinen der RED One Kamera wurden passende Objektive für den PL-Mount der Kamera angeboten.[7] Die Objektive waren für Bildsensoren im Super-35-Format ausgelegt. Seit 2013 produziert RED keine Objektive mehr. RED hatte dem Hersteller der Objektive damals genaue Vorgaben gemacht, wie die Objektive und das von ihnen produzierte Bild aussehen sollen.[8] Viele Filmemacher hatten Probleme mit dem hohen Gewicht der Objektive.[9]
Festbrennweiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- RED PRO Prime 18 mm T1.8
- RED PRO Prime 25 mm T1.8
- RED PRO Prime 35 mm T1.8
- RED PRO Prime 50 mm T1.8
- RED PRO Prime 85 mm T1.8
- RED Prime 300 mm f2.8[10] (Produktion frühzeitig eingestellt)
- RED PRO Prime 300 mm T2.9
Weitere Objektive wie ein RED Mini Prime 6 mm T1.5[11] und RED Mini Prime 50 mm T2.9[12] für 2/3-Zoll-Bildsensoren[13] waren in Planung, wurden jedoch nie verkauft.
Zoomobjektive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- RED Zoom 18–50 mm T3
- RED Zoom 50–150 mm T3
- RED PRO Zoom 17–50 mm T2.9
- RED PRO Zoom 18–85 mm T2.9
Produktlinie „Red Epic / DSMC“ (2010 bis 2015)
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RED brachte 2011 das Kamerasystem „DSMC“ mit der Kamera „RED Epic“ auf den Markt[14], wobei Prototypen der Kamera bereits im Jahr 2010 auf Filmsets getestet wurden[15]. Es gelang ihnen, den Mysterium-X-Bildsensor und die Technik der Red One MX in ein deutlich kleineres und leichteres, modular aufgebautes Kameragehäuse zu integrieren. Die RED Epic war in den Modellen Epic-X und Epic-M erhältlich. Das „M“-Modell wird z. T. manuell gefertigt. Für den semiprofessionellen Bereich wurde das Modell Scarlet-X produziert, welches sich lediglich in der maximalen Bildrate und den auswählbaren Kompressionsraten unterscheidet[16][17]. Weitere geplante Modelle der Scarlet-X mit einem 2/3-Zoll-Bildsensor in 3K-Auflösung[18], darunter eine Version mit einem festverbauten 8-fachen Zoomobjektiv[19][20][21], erschienen jedoch nicht auf dem Markt.
Durch die gesteigerte Rechenleistung gegenüber der Red-One-Kameraplattform wurden Verbesserungen der Bildqualität gegenüber der Red One MX möglich:
- höhere Auflösung: 5K statt 4,5K (erstmals volle Sensorfläche des MX-Sensors auslesbar)
- höhere Bildfrequenzen (für Zeitlupen)
- geringere Kompression (durch schnellere Datenverarbeitung)
Die kompakte Größe der Red Epic führte dazu, dass sie schnell weltweit die bevorzugte Kamera für native 3D-Spiegelrigs wurde[22]. Dies verhalf RED zum endgültigen Durchbruch bei Hollywood-Großproduktionen, wie z. B. beim Dreh von Der Hobbit, in dem 48 Red-Epic-Kameras eingesetzt wurden[23].
Ab 2013 wurde der Dragon-Sensor in alle neuen Red-Epic-Kameras verbaut und der Verkauf von Kameras mit Mysterium-X-Sensor wurde komplett eingestellt. Wie schon bei den vorherigen Kameras konnte man den Sensor seiner Red Scarlet/Epic in einem Upgrade-Programm austauschen lassen.

Der neue Dragon-Sensor brachte folgende Verbesserungen gegenüber dem Mysterium-X mit sich:
- höhere Auflösung: 6K statt 5K
- höherer Dynamikumfang
- präzisere Farbwiedergabe
- austauschbare OLPFs vor dem Sensor um den Bildeindruck zu verändern (Skintone-Highlight/Lowlight/Underwater/IR Pass[24][25])
Mit den zur damaligen Zeit immer populärer werdenden Streaminganbietern wie Netflix, die natives 4K-Material für ihre Eigenproduktionen fordern, konnte sich die Red Epic Dragon für anspruchsvolle High-End-TV-Serien etablieren. Zu den namhaften TV-Serien, die auf der Kamera gedreht wurden, gehören Better Call Saul (Staffel 1)[26], Stranger Things (Staffel 1), House of Cards (ab Staffel 2), Narcos (Staffel 1–3), Mr. Robot (Staffel 1), The Man in the High Castle (Staffel 1).[27] In der Liste von Kameras die für Netflix-Produktionen zugelassen sind, hat Red bis heute die relative Mehrheit.[28]
Sowohl die Red Epic MX als auch die Red Epic Dragon waren auch in einer „Monochrome“-Version für Schwarz-Weiß-Aufnahmen erhältlich.[29]
Nachdem RED im Jahr 2015 die neue RED-DSMC-2-Kameraplattform auf den Markt gebracht hatte, wurde der Verkauf aller Red Epic Modelle eingestellt.
Produktlinie „Red Weapon / DSMC2“ (2015 bis 2022)
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Im Jahr 2015 brachte RED eine neue Kameraplattform heraus. Die erste Kamera dieser Serie war die „Red Weapon“, auch Epic-W genannt. Die Kamera nutzt denselben Sensor wie die „Red Epic Dragon“, jedoch in einem kleineren Gehäuse. Für den semiprofessionellen Bereich wurden die Modelle Scarlet-W und Raven produziert. Später wurde die Produktlinie in „DSMC2“ umbenannt. Ein Grund dafür ist, dass der Name „Red Weapon“ bei Sicherheitskontrollen und an Flughäfen regelmäßig Probleme verursacht hat.
Erstmals wurden Kontaktpins an der Kamera verbaut, an dem verschiedene Monitore des Herstellers direkt angeschlossen werden konnten. Bei vorherigen Modellen musste der Monitor per Kabel verbunden werden. Im Jahr 2017 folgte RED dem vom Mitbewerber ARRI losgetretenen Trend zu Großformatsensoren. Die Produktlinie bietet verschiedene Bildsensoren, die alle ein visuell leicht unterschiedliches Bild erzeugen. Alle Versionen mit Ausnahme der Red-Weapon-Kamera wurden bis zum 31. Dezember 2022[30] zum Verkauf angeboten.
Neben den modularen DSMC-2-Kameras wurden auch RED-RANGER-Kameras produziert, die speziell für den Einsatz auf Spielfilmsets optimiert sind. Diese Kameras sind größer und haben ein höheres Gewicht. Im Gegensatz zu den DSMC-2-Kameras werden die RED-RANGER-Kameras von RED nicht zum Verkauf an Privatpersonen angeboten. Nur größere professionelle Kameraverleihfirmen der Filmbranche konnten die Kameras erwerben.
| Name | Sensorgröße | maximale Auflösung | Dynamikumfang | Erscheinungsdatum |
|---|---|---|---|---|
| Dragon[31] | Super 35 (Cropfaktor 1,25) | 6144 × 3160 Pixel | 16,5 Blendenstufen | 2015 |
| Helium[32] | Super 35 (Cropfaktor 1,25) | 8192 × 4320 Pixel | 16,5 Blendenstufen | 2016 |
| Monstro[33] | VistaVision (Cropfaktor 0,93) | 8192 × 4320 Pixel | 17 Blendenstufen | 2017[34] |
| Gemini[35] | Super 35 (Cropfaktor 1,22) | 5120 × 3000 Pixel | 16,5 Blendenstufen | 2018[36] |
| Dragon-X[37] | Super 35 (Cropfaktor 1,5) | 5120 × 2700 Pixel | 16,5 Blendenstufen | 2019[38] |
Später wurde der Dragon-X-Sensor auch in einer 6K-Variante durch ein Upgrade-Programm angeboten.
Der Regisseur David Fincher hatte sich von RED spezielle "Xenomorph"-Kameras anfertigen lassen, die nicht zum Verkauf standen.[39]
Weiterhin wird die Panavision-Millennium-DXL2-Kamera produziert[40]. Die Kamera ist eine Kooperation von Panavision und RED. RED verbaut hier den gleichen Monstro-Sensor wie in der Red-Weapon-Monstro. In der DXL2 kommt allerdings ein anderer Tiefpassfilter vor dem Sensor sowie ein anderes Farbwiedergabesystem zum Einsatz. Die Kamera wird nicht zum Verkauf angeboten, sondern lässt sich ausschließlich über Panavisions Vertragspartner mieten. Manche Kameraleute und Kamera-Crews an Spielfilmsets bevorzugen diesen Formfaktor gegenüber dem kleinen modularen Weapon-DSMC2-Gehäuse.
Produktlinie „DSMC3“ (2020 bis heute)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 brachte RED die Komodo auf den Markt. Die Kamera ist viel kleiner und günstiger alle vorherigen Kameras von RED und war als Crashcam für Hollywood-Produktionen gedacht. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieses Modell von vielen freien Filmschaffenden als Hauptkamera verwendet wurde. Das geringe Gewicht erleichtert die Bedienung und die Auflösung ist für die allermeisten Produktionen komplett ausreichend. Es gibt jedoch einige Berichte von Nutzern, dass der SDI-Anschluss bei der Kamera unter bestimmten Umständen zerstört wird.[41] Aus diesem Grund und aufgrund von Feedback des Kameranutzer erschien im 2023 das Modell Komodo-X. Bei der Red V-Raptor 8K VV-Kamera werden zwei kleinere Bildsensoren verwendet, die vertikal nebeneinander angeordnet sind.[42] Bei der V-Raptor [X] XL-Kamera sind die Stromausgänge der Kamera nur eingeschränkt nutzbar, wenn kein originaler RED-Akku verwendet wird.[43]
| Name | Sensorgröße | maximale Auflösung | Dynamikumfang | Shutter | Erscheinungsdatum |
|---|---|---|---|---|---|
| Komodo[44] | Super 35 (Cropfaktor 1,42) | 6144 × 3240 Pixel | 16 Blendenstufen | Global Shutter | 2020 |
| V-Raptor 8K VV[45] | VistaVision (Cropfaktor 0,93) | 8192 × 4320 Pixel | 16,5 Blendenstufen | Rolling Shutter | 2021 |
| V-Raptor 8K S35[46] | Super 35 (Cropfaktor 1,46) | 8192 × 4320 Pixel | 16,5 Blendenstufen | Rolling Shutter | 2023 |
| Komodo-X[47] | Super 35 (Cropfaktor 1,42) | 6144 × 3240 Pixel | 16,5 Blendenstufen | Global Shutter | 2023 |
| V-Raptor [X][48] | VistaVision (Cropfaktor 0,93) | 8192 × 4320 Pixel | 16,5 Blendenstufen | Global Shutter | 2024 |
| V-Raptor XE[49] | VistaVision (Cropfaktor 0,93) | 8192 × 4320 Pixel | 16,5 Blendenstufen | Global Shutter | 2025 |
Im September 2025 erschien die Nikon ZR-Kamera, die RED in Kollaboration mit Nikon entwickelte.[50] Die Kamera verwendet einen herkömmlichen Bildsensor, der nicht von RED entwickelt wurde. Die Nikon-ZR-Kamera nimmt unter anderem im R3D-NE Format auf, welches 12-Bits pro Farbkanal aufweist.[51] Einige Nutzer kritisieren, dass aktuell nicht einstellbar ist, wie stark die RAW-Daten komprimiert werden.[52]
Software
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Software REDCINE-X zur Nachbearbeitung der RED-RAW-Daten bietet RED kostenfrei zum Download an.[53] Die Software bietet neben der Bearbeitung der Metadaten u. a. eine Drei-Wege-Farbkorrektur, digitale Nachschärfung, Trimmen der R3D-Files etc. Die bearbeiteten Filmclips können in unterschiedlichen Formaten (QuickTime, DPX, TIFF u. a.) für die Weiterverarbeitung exportiert werden. Das ursprüngliche Konvertierungstool RED Alert wurde bereits vor einigen Jahren durch REDCINE-X abgelöst.
RED Hydrogen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Modellübersicht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juli 2017 kündigte RED das "Hydrogen" Projekt an und gründete dafür ein eigenes Unternehmen.[54] Im November 2018 erschien das "RED Hydrogen One" Smartphone auf dem Markt. Das Gerät erschien in drei Modellen. Das Smartphone hatte 6GB RAM und 128GB internen Speicher. Das Titanium-Modell bot 256GB internen Speicher. Im Oktober 2019 wurde das "Hydrogen" Projekt eingestellt.[55]
RED achtete stets darauf, das Gerät nicht als Smartphone zu bezeichnen. Stattdessen wurden Bezeichnungen wie "media machine" (Medien-Maschine) oder "mobile device" (mobiles Gerät) verwendet.[56] Der MicroSD/Nano-SIM-Slot lässt sich werkzeugfrei öffnen, was bei Smartphones unüblich ist.[57]
Vermarktung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]RED hat das Display des Smartphones als holographisches "4-View" Display beworben.[58] Es kann jedoch keine echten Hologramme darstellen. Stattdessen handelt es sich um ein stereoskopisches 3D-Display. Zur Erzeugung des 3D-Effekts werden für beide Augen unterschiedliche Bilder angezeigt. "4-View" beschreibt hierbei, dass beim Neigen des Smartphones zwei andere Bilder angezeigt werden. Dadurch kann eine Illusion des 3D-Effekts auch mit einer 2D-Kamera aufgenommen werden.
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Großteil der Kritik am Smartphone kam vom Online-Magazin TheVerge. In einem Artikel aus dem Jahr 2024 bezeichnen sie das Smartphone als "das schlechteste Handy, was wir jemals getestet haben" und "so schlecht, dass der Firmengründer in Rente gegangen ist".[59] Die Kritik im ursprünglichen Test konzentriert sich darauf, dass der 3D-Effekt beim mitgelieferten Content nicht gut sei und die speziellen Apps zur Nutzung des 3D-Effekts nicht richtig funktionieren, ohne großartig darauf einzugehen, ob das Smartphone im herkömmlichen 2D-Alltag im Vergleich zur Konkurrenz gut ist.[60]
Die Preise waren zum Marktstart viel höher angesetzt, als bei vergleichbaren Smartphones mit ähnlichen technischen Daten.[61][62]
Nutzer kritisieren das hohe Gewicht des Smartphones,[63] die Lautsprecher als sehr leise[64], den veralteten Prozessor[65] sowie den standardmäßig aktivierten "3D Audio"-Effekt als schlecht klingend[66] und die unterdurchschnittliche Kameraqualität. Nutzer berichten auch, dass sich der Akku aufbläht, wodurch sich die Rückseite des Gehäuses vom Rest des Handys ablöst[67], sowie Komplikationen mit der Funktion des Fingerabdruckssensors[68].
Aktuelle Marktsituation (2025)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Heutzutage werden RED-Kameras nur noch vereinzelt zum Aufnehmen von Kinofilmen verwendet. Wettbewerber wie Sony, Blackmagic und ARRI haben sich hier stark durchgesetzt.[69] Die meisten Nutzer der aktuellen RED-Kameras sind Filmschaffende im semiprofessionellen Bereich. Seit der Übernahme durch Nikon konzentriert RED sich stärker auf diesen Bereich. Ob sich das auf auch die Verkaufszahlen ausgewirkt hat, ist unbekannt, da RED keine Verkaufszahlen veröffentlicht.
Industriepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]RED gab ab der NAB 2007, der besucherstärksten Fachmesse für Film- und Fernsehproduktion, Industriepartnerschaften mit verschiedenen Herstellern bekannt:
- Adobe: Ab der Version CS4 kann Adobe Premiere Pro als erstes Schnittsystem die REDCODE-RAW-Daten der Kameras in voller Qualität verarbeiten. Die Compositingsoftware After Effects und das Colorcorrectionsystem Speedgrade des gleichen Herstellers bieten die gleiche Funktion.
- Apple: Die von der Kamera aufgezeichneten Bildsequenzen können mit Final Cut Pro X in der Version 10.0.0.6 direkt verarbeitet werden. Weiterhin gab RED bekannt, Apples Videosubsystem QuickTime zu nutzen.[70] Die beiden Hersteller führten anschließend eine US-weite Roadshow durch, auf der sie die Interoperabilität ihrer Produkte demonstrierten.
- Assimilate: Der US-Hersteller entwickelte das kostenlose Programm Red Cine, welches auf dem Filmmasteringsystem Scratch basiert und ebenfalls direkt mit den Bildern der RED-Kamera zusammenarbeitet.
- Cooke Optics: Die englische Cooke Optics, einer der marktführenden Hersteller von Objektiven mit festen Brennweiten zur Kinoproduktion, gab bekannt, dass Red-Kameras und Linsen und Cooke-Linsen mittels der Schnittstelle „i“ komplett kompatibel sein werden.
- Angénieux: Der marktführende Hersteller von Zoomobjektiven für Kinoproduktion entwickelte Objektive speziell für die Red One.
Weitere Hersteller kündigten Produkte für Red an, darunter Birger Design (Adapter für Canon-Objektive) und Viewfactor Studios (Kompendien, Motion Control, Distanzmesser).
RED untersagte die direkte Unterstützung der Kamera durch andere Hersteller, laut Angaben von Jim Jannard, bis April 2008. Durch die Software REDCINE-X werden die anderen Hersteller wie Avid, Autodesk, Quantel etc. unterstützt. RED begründete dieses offiziell mit den noch bis März/April 2008 nötigen weiteren Entwicklungsarbeiten am Dateisystem der Kamera. Inzwischen ist jedoch durch den Gründer der Firma, Jim Jannard, selbst bestätigt worden, dass tatsächlich Marketing und Verträge mit Apple die Firma bis April 2008 zwangen, nur Apple/Assimilate zu unterstützen.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Webpräsenz des Herstellers (englisch)
- RED EPIC-M von Innen. – Untersuchung durch Federal Communications Commission (FCC).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Shamir Allibhai: The sunglasses billionaire who got Hollywood to leave film behind. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Nikon to acquire RED and make it a subsidiary. In: canonrumors.com. 7. März 2024, abgerufen am 8. März 2024 (englisch).
- ↑ How RED Cameras Changed The Game. In: New York Film Academy. 7. August 2015, abgerufen am 20. März 2022 (englisch).
- ↑ RED ONE Camera Operation Guide. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ 10 Things Every Camera Assistant Should Know About the RED Camera. 28. Oktober 2010, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ EPIC-X Production. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ RED STORE / lenses. 12. April 2010, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ ddr-densho-1003-11-22 — Kenji Suematsu Interview Segment 22 | Densho Digital Repository. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ TheOneAndOnlyPancake: Thoughts on the RED Pro Primes? In: r/cinematography. 6. Juni 2022, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ RED STORE / RED 300mm f2.8 LENS (I). 1. Februar 2009, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Instagram. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Instagram. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ RED / Press. Archiviert vom am 28. März 2010; abgerufen am 12. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ EPIC-X Production. Abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ EPIC... ready. - REDUSER.net. Archiviert vom am 3. Dezember 2010; abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
- ↑ SCARLET MYSTERIUM-X Specs. Archiviert vom am 18. Juli 2025; abgerufen am 12. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ EPIC MYSTERIUM-X Specs. Archiviert vom am 3. Oktober 2025; abgerufen am 12. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ SCARLET Overview. Archiviert vom am 4. Juni 2009; abgerufen am 12. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Hands-on with the RED Scarlet 3K at CES 2011 - Engadget Galleries. Archiviert vom am 29. Oktober 2011; abgerufen am 12. Februar 2026 (englisch).
- ↑ cinetoolz: Red Scarlet Fixed Camera - First video of a working Scarlet! 14. Dezember 2010, abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
- ↑ IAmDistracted: Ted from RED at Sundance 2011 with Scarlet 8X fixed camera. 28. Januar 2011, abgerufen am 12. Februar 2026 (englisch).
- ↑ 3D Camera Rigs You Couldn't Make Before. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ BTSmovies: Behind the Scenes - The Hobbit [About The 3D Red Epic Camera]. In: Youtube.com. 6. November 2011, abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Interchangeable OLPFs. Archiviert vom am 13. Februar 2026; abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ OLPF. Archiviert vom am 7. März 2024; abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Better Call Saul - Technical Specifications. In: imdb.com. Abgerufen am 20. März 2022 (englisch).
- ↑ Shot on RED. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
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- ↑ https://www.red.com/stories/red-presents-the-epic-m-monochrome-and-the-meizler-module. Archiviert vom am 7. März 2024; abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Discontinued Sales: DSMC2 and RANGER. 11. Januar 2023, abgerufen am 20. Dezember 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ WEAPON DRAGON 6K MAGNESIUM Specs. 27. Juni 2023, abgerufen am 24. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ WEAPON HELIUM 8K S35 Technical Specifications. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
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- ↑ DSMC2 GEMINI Technical Specifications. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ https://www.red.com/stories/red-introduces-the-new-5k-s35-gemini-sensor-for-red-epic-w. Archiviert vom am 7. März 2024; abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ DSMC2 DRAGON-X Technical Specifications. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ https://www.red.com/stories/red-further-simplifies-line-up-with-dragon-x-5k. Archiviert vom am 7. März 2024; abgerufen am 13. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
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- ↑ TELTEC moving.picture.experts: RED V-RAPTOR vs. V-RAPTOR XL: Das sind die Unterschiede (mit @CAMERACAVE) | Teltec Test. 27. Januar 2023, abgerufen am 24. Oktober 2025.
- ↑ Technical Specifications. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
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- ↑ V-RAPTOR | RED Digital Cinema. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Technical Specifications. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Nikon releases the ZR, a full-frame sensor camera from the "Z CINEMA" series born from synergy with RED. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ R3D NE and the Expansion of REDCODE RAW. 18. Oktober 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Reddit – Das Herz des Internets. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Download REDCINE-X PRO. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ heise online: RED Hydrogen One: Kamerahersteller kündigt erstes Smartphone an. 7. Juli 2017, abgerufen am 20. Dezember 2024.
- ↑ Everything changes. 25. Oktober 2019, abgerufen am 20. Dezember 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Colorful Nerds: Red Hydrogen One is a Media Machine! 10. Oktober 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ IAmDistracted: RED Hydrogen One SIM and sd card installation. 26. Oktober 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Hydrogen One. 28. Oktober 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Sean Hollister: Leia is building a 3D empire on the back of the worst phone we’ve ever reviewed. 19. Januar 2024, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Jacob Kastrenakes: RED Hydrogen One review: all hype. 29. Oktober 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Patrick Holland: Red Hydrogen One review: No 3D glasses needed, just a big wallet. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Jacob Kastrenakes: The Hydrogen One is now only $645, which is $645 more than you should spend on it. 18. Oktober 2019, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ RED Hydrogen One - Full phone specifications. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Marques Brownlee: RED Hydrogen One Review: I Wanted this to be Great! 2. November 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ RED Hydrogen One - User opinions and reviews - page 4. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Marques Brownlee: RED Hydrogen One Review: I Wanted this to be Great! 2. November 2018, abgerufen am 20. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Hydrogen Battery Inflation. 26. September 2024, abgerufen am 20. Dezember 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ A Farewell to Hydrogen One. 9. Dezember 2020, abgerufen am 20. Dezember 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ YMCinema: The Camera Strength Chart 2024: What the Industry’s Most Prestigious Festivals Tell Us About Filmmakers’ Gear of Choice. In: Y.M.Cinema Magazine. 13. Mai 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ fatfreefilm: NAB 2007 Red Digital Camera - Ted Schilowitz interviewed. 24. April 2007, abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
