Autodesk

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Autodesk, Inc.

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Rechtsform Corporation
ISIN US0527691069
Gründung 1982
Sitz San Rafael, Vereinigte Staaten
Leitung Andrew Anagnost, (CEO und Präsident)
Mitarbeiterzahl 8.800[1]
Umsatz 2,282 Mrd. USD[1]
Branche Softwarehersteller
Website www.autodesk.de
Stand: 31. Januar 2018

Autodesk [ˈɒːtəʊˌdɛsk] ist ein US-amerikanisches Software-Unternehmen für digitales 2D- und 3D-Design.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autodesk stellt Software für computer-aided design (CAD) und Computeranimation in den Bereichen Architektur, Gebäudetechnik und Hoch- und Tiefbau, Automotive und Transportwesen, Mechanik und Maschinenbau, Medien und Unterhaltung sowie Versorgung und Telekommunikation her. Seit September 2015 bietet Autodesk auch erstmals CAD-Software für den medizinischen Bereich an. Kunden nutzen Autodesk-Technologie zur Erstellung digitaler Modelle und Abläufe für die Visualisierung, Simulation und Analyse ihrer Projekte. So können sie ihre Ideen und Konzepte unter realistischen Bedingungen testen und optimieren, bevor sie Wirklichkeit werden.

Seit 2010 versucht Autodesk den Endkunden auch direkt zu erreichen. Einige Programme, wie zum Beispiel SketchBook Professional, werden auch über den Mac App Store vertrieben. Der Macintosh steht als Zielplattform stärker im Fokus von Autodesk, seit August 2011 wird mit Motion FX ein Programm ausschließlich für Mac OS X Lion angeboten.[2]

Mit Spark plant Autodesk eine offene und kostenfreie Software-Plattform zum Thema 3D-Druck. Ziel ist es mit Entwicklern von 3D-Software und 3D-Drucker-Herstellern einheitliche Standards zu schaffen, um die Benutzbarkeit der Geräte zu verbessern. Außerdem vertreibt das Unternehmen seit 2015 einen eigenen 3D-Drucker.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autodesk wurde am 26. April 1982 von John Walker in Sausalito, Kalifornien gegründet und ist in der amerikanischen Börse NASDAQ notiert. Anfang der 1980er Jahre waren Grafikprogramme nur auf leistungsfähigen, aber teuren UNIX-Workstations verfügbar. Autodesk unterstützte von Anfang an den damals mit nur 4,77 MHz noch schwachen IBM-PC. Es wurden zwar auch UNIX-Derivate unterstützt, aber der Hauptfokus wurde auf den PC mit DOS als Betriebssystem gelegt. Dafür wurde Autodesk in der CAD-Branche in den ersten Jahren belächelt. 1986 gab John Walker den Vorsitz an Al Green ab, blieb aber noch im Aufsichtsrat. Die erste europäische Niederlassung und Softwareentwicklung wurde im Schweizer Kanton Neuenburg im Mai 1991 gegründet. Ebenfalls 1991 wurde die deutsche Niederlassung in München gegründet.

Autodesk GmbH

Am 14. April 1992 wurde Carol Bartz als Vorstandsvorsitzende berufen. Unter ihrer Leitung wurde konsequent die Portierung und Fokussierung auf Windows vorangetrieben, und Autodesk entwickelte sich zum größten CAD-Softwarehersteller der Welt. 1994 verließ John Walker mit einem Aktienpaket im Wert von 45 Mio. USD das Unternehmen.[3]

Portfolio-Erweiterung durch Akquisitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Produkte von Autodesk ist die CAD-Anwendung AutoCAD, mit vielen Funktionen wie Mechanical, Architecture bis hin zum Geoinformationssystem Map3D/Topobase, und dem parametrische 3D-Konstruktionssystem Autodesk Inventor. Das Software-Portfolio wurde und wird aber ständig durch zahlreiche Akquisitionen erweitert und durch Einstellung der Unterstützung bzw. des Vertriebs einzelner Produkte konsolidiert [4].

Am 16. Oktober 1992 wurde mit der Übernahme von Micro Engineering Solutions (MES) in Michigan, USA, der Einstieg in die NURBS-Flächenmodellierung gemacht. Die Weiterentwicklung der ebenfalls mit MES erworbenen CAM-Technologie wurde eingestellt. Mit der Übernahme einer Maschinenbauapplikation für Autocad der GENIUS Software GmbH im bayerischen Amberg (nicht der Firma GENIUS) wurde der Bereich Maschinenbau ausgebaut. Autodesk hat Unternehmen wie Discreet (professionelle Video-/Filmbearbeitungssoftware) in Montreal, Kanada, und Alias (3D-Software) in Toronto, Kanada, übernommen und vertreibt seitdem deren Software, unter anderem 3ds Max, Combustion und Maya im Bereich Modelling, Animation und Film als Autodesk-Produkte. Weitere Akquisitionen sind NavisWorks (Sheffield, UK) zur optimierten Erstellung von digitalen Prototypen im Hoch-, Tief- und Anlagenbau, 3D Geo GmbH (Potsdam, Deutschland) für die Erstellung von 3D-Stadtmodell-Lösungen und Moldflow (Framingham, USA) für die Simulation von Kunststoff-Spritzguss-Vorgängen im Digital Prototyping.

Akquisitionen im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Übernahme von Software und Entwicklungsteam der Genius CAD-Software GmbH aus Amberg fand 1998 statt[5].

Im Jahr 2005 wurde angekündigt, dass das Schweizer Unternehmen C-Plan AG mit Sitz in Muri bei Bern von Autodesk übernommen werde[6][7]. Die Firma entwickelte eine GIS-Erweiterung zu AutoCAD namens Topobase, 1998 erfolgte die Erstinstallation der Software.[8] Mit der Übernahme der Firma durch Autodesk am 22. August 2006 wurde die Erweiterung nach und nach Teil von AutoCAD Map 3D.[9]

Die oben erwähnte Akquisition der Potsdamer 3D Geo GmbH erfolgte 2008[10].

2012 übernahm Autodesk die PI-VR GmbH, um deren Produktreihe VRED zur ihrer Visualisierungslösung im Automobilbereich zu machen.[11] Das vorher angebotene Produkt Showcase wurde abgekündigt.

Im Jahr 2017 übernahm Autodesk die deutsche Firma CadSoft, Anbieter der Leiterplatten-Layout-Software EAGLE, die vorher Tochtergesellschaft von Premier Farnell war[12].

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autodesk wurde 2006 von einem US-Bürger verklagt, der gebrauchte, aber legal erworbene Produkte zum Verkauf anbieten wollte. Dies wurde über den Digital Millennium Copyright Act mit Hinweis auf eine entsprechende EULA unterbunden. Grundsätzlich sind solche Einschränkungen des Wiederverkaufs in den USA nicht zulässig (First-sale doctrine).[13] Am 10. September 2010 entschied das Gericht zugunsten von Autodesk.[14][15] Diese Einschränkungen gelten jedoch nicht für im Gebiet der Europäischen Union in Verkehr gebrachte Lizenzen, was spätestens durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2012 über die Zulässigkeit der Vermarktung gebrauchter Lizenzen für Computerprogramme unstrittig ist.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b AUTODESK INC (ADSK) SEC Filing 10-K Annual report for the fiscal year ending Wednesday, January 31, 2018. (englisch).
  2. Motion FX ermöglicht anspruchsvolle Effekte unter Mac OS X
  3. nytimes.com: Autodesk Founder Saddles Up and Leaves
  4. Autodesk Graveyard. Abgerufen am 26. November 2018.
  5. Autodesk erwirbt Software und Entwicklungsteam der Genius CAD-Software GmbH . Abgerufen am 29. November 2018.
  6. Autodesk Acquires c-plan AG. Abgerufen am 15. Oktober 2018.
  7. Autodesk unterzeichnet Vertrag zur Übernahme von c-plan. Autodesk, 3. Mai 2005, archiviert vom Original am 20. Dezember 2011; abgerufen am 19. Juni 2011.
  8. Produktübersicht: c-plan TOPOBASE TM. Universität Rostock, Abteilung Geoinformatik.
  9. SHAB: C-Plan AG. moneyhouse Handelsregister- und Firmendaten, abgerufen am 19. Juni 2011.
  10. 3D Geo GmbH an Autodesk verkauft. Abgerufen am 29. November 2018.
  11. maschinenmarkt.vogel.de: Autodesk übernimmt PI-VR
  12. Peter König: Platinenlayouts: Autodesk übernimmt den Eagle-Hersteller CadSoft. Abgerufen am 15. Oktober 2018.
  13. arstechnica.com: Court smacks Autodesk, affirms right to sell used software
  14. http://www.ca9.uscourts.gov/datastore/opinions/2010/09/10/09-35969.pdf
  15. computerbase.de: Gericht untersagt Handel mit gebrauchter Software
  16. rechtambild.de: Vermarktung gebrauchter Lizenzen für Download-Software zulässig

Koordinaten: 38° 0′ 20″ N, 122° 31′ 50″ W