Rhani Krija

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Abdelrhani „Rhani“ Krija (* 1971 in Essaouira, Marokko) ist ein in Köln lebender marokkanischer Musiker und Percussionist.[1] Er gilt als „Weltklasse-Percussionist“ (u. a. Augsburger Allgemeine[2]).

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essaouira, in der Altstadt

Rhani Krija kam 1971 als Kind marokkanischer Eltern in der marokkanischen Hafenstadt Essaouira zur Welt und wuchs dort auf. Seit seiner Kindheit hatte er praktischen Umgang mit der in seiner Heimatregion verbreiteten Gnawa-Kultur und -Musik sowie mit verschiedenen anderen, meist arabisch beeinflussten nordafrikanischen Musikstilen, die seine heutige musikalische Arbeit prägen. Bereits als Teenager begann er seine Laufbahn als professioneller Percussionist und spielte zusammen mit einigen der wichtigsten marokkanischen Musiker.

Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Frankreich kam Krija 1993 nach Deutschland und lebt seither in Köln. In den letzten Jahren ist er in verschiedenen Fernsehsendungen aufgetreten, wie unter anderem in der ARD-Sendung „Spiel mir das Lied vom Leben“ mit Giora Feidman und Wolf Codera. Er spielte mittlerweile bei zahlreichen Jazz & World Music Festivals in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Tunesien, Marokko, Argentinien, Slowenien und weiteren Ländern.

Krija beherrscht und spielt verschiedene Percussions-Instrumente wie Derbouka, Riqq, Frame drums, Congas, Bongos, Djembé, Carribbean Timbales und einige andere. Seine musikalischen Einflüsse reichen von traditionellen arabischen, nordafrikanischen und andalusischen Rhythmen sowie lateinamerikanischen Musikstilen über Blues zu Reggae und Pop.

Er spielte bei Konzerten und Tourneen mit verschiedenen Musikern, wie Houssaine Kili, Djamel Laroussi, Omar Sosa, Momo Djender, Avitall, Eda Zari, Don Byron, Karim Ziad, Mokhtar Samba, Salif Keïta, WDR Big Band Köln, Vinnie Colaiuta, Dominic Miller, Adel Salameh, Keziah Jones und vielen anderen. Krija war an mehreren CD- und DVD-Aufnahmen als Percussionist beteiligt.

Ende 2002 wurde Krija aufgrund einer Empfehlung von Manu Katché von Sting engagiert und ging als Percussionist in Stings Band mit ihm 2003 auf eine 18-monatige Welttournee.[3] Krija war 2003 auch an den Aufnahmen zum Album Sacred Love von Sting beteiligt, welches ein Jahr später erschien. Seitdem ist er als Percussionist von Sting’s Band auf internationalen Tourneen dabei und hatte dadurch bereits gemeinsame Bühnenauftritte mit Jazzgrößen wie Herbie Hancock und Chick Corea sowie mit international bekannten Musikern und Sängern wie Mary J. Blige, Craig David, Manu Katché, Branford Marsalis, Annie Lennox, Plácido Domingo, Sean Paul, den Black Eyed Peas, Shaggy und anderen.[4]

Seit Ende 2005 spielte er auf zahlreichen Konzerten und Tourneen und hatte teilweise auch Medienaufnahmen mit weiteren Musikern wie Lea Finn, Natacha Atlas, Yasmin Levy, Joe Zawinul, BAP, Xavier Naidoo, Herbert Grönemeyer, Charlie Mariano und Klaus Doldinger.[4] Darüber hinaus erhielt er Einladungen zu Kulturfestivals wie zur RuhrTriennale 2008 und zum Internationalen Percussionfestival im Mai 2009 in Freistadt in Oberösterreich.

Krija hält Verbindung zur Musikszene in seiner marokkanischen Heimat und engagiert sich seit Jahren insbesondere bei Kultur- und Musikveranstaltungen in seinem Geburtsort Essaouira; so beteiligte er sich zum Beispiel im August 2007 an dem Festival des Jeunes maâlem à Essaouira, wo er unter anderem Percussions-Workshops gab.[5] Zu dem Essaouira Gnaoua and World Music Festival 2009 wurde er zusammen mit der WDR Big Band als „Resident Group“ eingeladen.[6]

Er ist Mentor des deutschen Nachwuchsmusikers und Percussionisten Max Klaas, dessen musikalisches Talent er 2005 entdeckte, als dieser erst 12 Jahre alt war, und den er seither fördert.

Rhani Krija wurde unter anderem im Dezemberheft 2003 der Fachzeitschrift Sticks in einem Interview vorgestellt,[7] hat Einträge in mehreren Musik(er)-Datenbanken wie bei Allmusic sowie auch bei 3sat (s. Weblinks) und gilt inzwischen als „Musiker der Weltklasse“ und „Weltklasse-Percussionist“.[8]

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhani Krija ist auf zahlreichen Studio- und Live-Produktionen vertreten; hier ein Auszug von CDs, auf denen seine stilistischen Merkmale hervortreten:

  • 2001 – Mountain to Mohamed (von Houssaine Kili)
  • 2001 – Experience (von Mohamed Reda)
  • 2002 – Kanza (von Adel Salameh & Naziha Azzouz)
  • 2002 – Statement (von Eda Zari)
  • 2002 – Codera goes Christmas (von Wolf Codera)
  • 2003 – Sacred Love (von Sting)
  • 2003 – Etoile Filante (von Djamel Laroussi)
  • 2005 – Martell (von Martell Beigang)
  • 2006 – Fourth Wall (von Dominic Miller)
  • 2006 – Good Morning Story (von Holger Czukay)
  • 2007 – Jazz Al' Arab (mit der WDR Big Band Köln)
  • 2008 – we will remember them (von Avitall)
  • 2008 – Police in Dub (von Dubxanne)
  • 2009 – Mellow Maroc Live & Unplugged (mit Mellow Mark und Momo Djender)
  • 2010 - Halv su wild (von BAP)
  • 2011 - Nights on earth (mit Vince Mendoza)
  • 2015 - Agua del Mundo (von Sven Kühbauch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie, Fotos von Rhani Krija bei Drummerworld (englisch; letzter Aufruf: 17. Juni 2009).
  2. Vgl. Stepptanz in der Kirche, Artikel in der Augsburger Allgemeinen vom 21. April 2009 (aufgerufen am 1. Oktober 2009)
  3. Keith Carlock und Rhani Krija (Sting-Musiker), Interview im Musik-Fachmagazin Xound vom April 2004 (PDF-Datei; 7 kB; letzter Aufruf: 17. Juni 2009).
  4. a b Angaben über Rhani Kraji beim Internationalen Percussionfestival Freistadt (OÖ) in Freistadt in Oberösterreich (letzter Aufruf: 18. Juni 2009).
  5. Culture: Le Festival des Jeunes maâlem à Essaouira, im August 2007, bei www.casafree.com (französisch; letzter Aufruf: 18. Juni 2009).
  6. Essaouira Gnaoua and World Music Festival 2009 – Lineup bei daftnotstupid.blogspot.com (englisch; letzter Aufruf: 18. Juni 2009).
  7. Ankündigung des Interviews mit Rhani Krija in der deutschen Schlagzeug-Zeitschrift Sticks, Heft 12.2003 (letzter Aufruf: 18. Juni 2009).
  8. Vgl. unter anderem: Augsburger Allgemeine vom 21. April 2009; Solinger Tageblatt vom 2. Juni 2009; Schlagzeugmagazin drums&percussion vom Juni 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]