Rožňava

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Rožňava
Wappen Karte
Wappen von Rožňava
Rožňava (Slowakei)
Rožňava
Rožňava
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Košický kraj
Okres: Rožňava
Region: Gemer
Fläche: 45,614 km²
Einwohner: 19.291 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 423 Einwohner je km²
Höhe: 313 m n.m.
Postleitzahl: 048 01
Telefonvorwahl: 058
Geographische Lage: 48° 39′ N, 20° 32′ OKoordinaten: 48° 39′ 23″ N, 20° 31′ 59″ O
Kfz-Kennzeichen: RV
Kód obce: 525529
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 3 Stadtteile
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Pavol Burdiga
Adresse: Mestský úrad Rožňava
Šafárikova 29
04801 Rožňava
Webpräsenz: www.roznava.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Rožňava (deutsch Rosenau, ungarisch Rozsnyó, lateinisch Rosnavia) ist eine Stadt in der Ostslowakei.

Blick auf den Marktplatz der Stadt, mit dem alten Rathaus

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt im Rosenauer Kessel (Rožňavská kotlina) am Fluss Slaná und ist von Gebirgen des Slowakischen Erzgebirges umgeben (Slowakischer Karst, Volovské vrchy), etwa 75 km westlich von Košice. Die Stadt ist eines der Zentren der historischen Region Gemer.

Verwaltungstechnisch gliedert sich die Stadt in die Stadtteile Nadabula (1960 eingemeindet), Rožňava und Rožňavská Baňa. Rožňava ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Rožňava.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedralkirche von Rožňava

Sie wurde 1291 zum ersten Mal als Rosnaubana[1] in einem Diplom erwähnt, als König Andreas III. von Ungarn den Erzbischof von Esztergom damit belehnte. Der deutsche Ortsname "Rosnau" mit dem ungarischen Zusatz "bana" weist die Stadt als ungarische Gründung mit mehrheitlich deutscher Bürgerschaft aus, die dazu ins Land gerufen wurde. Das wird durch die Gründung zum Zweck des Bergbaus bestätigt, der sich in der Gegend rasch entwickelte. Deutsche Bergknappen und Gewerken galten im Mittelalter in ihrem Bereich als führend. Der Ort entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Bergbauzentrum, an dem das reinste Gold Ungarns gewonnen wurde. „Unter dem Ochsenberge, ungarisch Pofalo genannt, welcher den Zipser und Gömörer Komitat voneinander scheidet, ist das schöne Rosenauer Gold-Bergwerk von dem allerhöchsten Gold-Grad in Ungarn, massen es fast 24 Grad streichet.“[2]

Gefördert wurden zunächst neben Gold vor allem auch Silber und Eisen. 1340 erfolgte die Stadterhebung. 1410 bestätigte Kaiser Sigismund als König von Ungarn die Privilegien der Stadt.

Nach dem 16. Jahrhundert kam es zum Niedergang des Bergbaus. Von 1800 bis zum 20. Jahrhundert wurde dann Eisenerz gefördert.

In der Stadt werden seit der Gründung des Ortes Deutsche, Ungarn und Slowaken gelebt haben. Die Mehrheitsbevölkerung wechselte im Laufe der Geschichte durch ethnische Verschiebungen. Mit dem Niedergang des Bergbaus und seit der Reformation ging der Anteil der Deutschen kontinuierlich zurück. Seit dem 19. Jahrhundert auch durch Magyarisierung. Bei der ungarischen Volkszählung von 1910 bezeichneten sich nur mehr 2,4 Prozent als Deutsche. An ihre Stelle waren seit dem Beginn der Neuzeit die Ungarn getreten, die ihrerseits Mitte des 20. Jahrhunderts von den Slowaken verdrängt wurden.

Zedlers "Großes vollständiges Universal-Lexicon" mit Angaben aus der Zeit um 1740 vermerkt zu "Rosenau in Oberungarn": "Oben am Radabuler oder Rosendorffer Thor sind zwey schöne Kirchen: Die Ungarische, welche vormahls die Deutsche gewesen, ist hoch und groß."[2]

Bis 1711 galt: "Die Bürgerschaft ist bestentheils evangelisch, hatte ehedem eine große dreyfache Kirche, in welcher drey Gemeinen, die ungarische, deutsche und schlowakische, jede abgesondert ihren Gottesdienst halten konnten".[3]

In seiner Landesbeschreibung von 1851 vermerkte der ungarische Statistiker, Ökonom und Geograph Fényes Elek: "Seine Bevölkerung beträgt 6110 Menschen, 2886 sind kath., 3524 evang. Was die Sprache betrifft, ist der größere Teil ungarisch, etwas weniger sind deutsch und noch weniger slowakisch. Der Rat der Stadt setzt sich seit alters aus ungarischen und deutschen, kath. und evang. Bürgern zusammen."[4]

Seit 1776 ist die Stadt Sitz eines katholischen Bistums.

Bis 1919 gehörte sie im Komitat Gemer und Kleinhont zum Königreich Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg kam sie im Vertrag von Trianon, obwohl mehrheitlich von Ungarn bewohnt, zur neu entstandenen Tschechoslowakei. Laut der Volkszählung 1910 waren 89,7 Prozent der Bewohner Ungarn. Die Slowaken machten damals 6,2 Prozent der Einwohnerschaft aus.[5][6]

Durch den Ersten Wiener Schiedsspruch war die Stadt von 1938 bis 1945 kurzzeitig wieder ein Teil von Ungarn.Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Großteil der ungarischen Bevölkerung aufgrund der Beneṧ-Dekrete vertrieben und von der Tschechoslowakei durch Ansiedlung vorwiegend von Slowaken ersetzt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Stadtkern mit Bürgerhäusern liegt um einem mittelalterlichen Platz (Námestie baníkov, wörtlich: „Platz der Bergleute“) und in den umliegenden Gassen. Zu den größten Sehenswürdigkeiten gehören der Wachtturm im Spätrenaissance-Stil, das alte Rathaus, der Bischofspalast, ein Kloster, das Gebäude einer ehemaligen Bergkammer und ein weißes Františka-Andrássy-Denkmal. Die bedeutendsten Sakralbauten sind die Kathedralkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 14. Jahrhundert, die Kirche des Heiligen Franz Xaver und eine klassizistische evangelische Kirche.

Auch in der Umgebung gibt es verschiedene Ausflugsmöglichkeiten: das Kastell im nördlich gelegenen Ort Betliar, die Burg in der östlich gelegenen Gemeinde Krásnohorské Podhradie oder verschiedene Natursehenswürdigkeiten, zum Beispiel der Nationalpark Slowakischer Karst mit seinen Höhlen.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rožňava

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Volkszählung von 2001 hatte die Stadt 19.261 Einwohner, davon 69,27 % Slowaken, 26,80 % Ungarn, 1,59 % Roma, 0,69 % Tschechen und andere. 41,08 % der Einwohner bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 12,03 % zur evangelischen Kirche und 32,34 % waren konfessionslos.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rožňava unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Kojnok (1933–2011), römisch-katholischer Bischof von Rožňava (1990–2008)
  • Imrich Fabry (1924–2008), Schauspieler und Radiosprecher

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rožňava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Imre Faragó: Földrajzi Nevek. Eötvös Loránd Tudományegyetem Informatikai Kar, 2014, S. 69, abgerufen am 21. Februar 2018 (ungarisch).
  2. a b Bayerische Staatsbibliothek - Digitale Bibliothek, Münchener Digitalisierungszentrum: Rosenau, eine Stadt in Ober-Ungarn - Rosenau, eine adeliche Familie - Rosenbach, eine adeliche Familie - Rosenbach, Johann Georg - Blättern im Zedler-Lexikon Bd. 32, Seite 456. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  3. Johann Matthias Korabinsky: Geographisch-historisches und Produkten-Lexikon von Ungarn etc. Weber, Preßburg 1786, S. 608 (google.at [abgerufen am 21. Februar 2018]).
  4. Fényes Elek: Magyarország geográfiai szótára – Fényes Elek | Kézikönyvtár. Kötet, 1851, abgerufen am 21. Februar 2018 (ungarisch).
  5. A SZLOVÁKIAI MAGYARSÁG ÉS LAKÓHELYEI. Abgerufen am 21. Februar 2018.
  6. Árpád Popély: Trianon etnikai következményei a Felvidéken, különös tekintettel a magyar nyelvterület szláv kolonizálására. In: Studia Caroliensia 2003:4. S. 43-60, abgerufen am 21. Februar 2018 (ungarisch).