Rosengarten (Frankfurt (Oder))

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Rosengarten/Pagram
Ortsteil Rosengarten
Koordinaten: 52° 20′ 28″ N, 14° 28′ 19″ O
Einwohner: 915 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1947
Postleitzahl: 15234
Vorwahl: 0335
Karte
Gebietsgliederung Frankfurt (Oder)s, Lage Rosengarten/Pagrams hervorgehoben

Rosengarten ist ein Teil des Ortsteils Rosengarten/Pagram der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) südöstlich von Berlin in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Weichseleiszeit machte das Gletschereis einen Bogen von Döbberin über Rosengarten, südlich an Booßen vorbei, weiter über Beresinchen bis nach Kunowice. Als das Eis taute, floss das Schmelzwasser oberhalb von Frankfurt nach Süden. Man nimmt an, dass ein kleiner Nebenstrom aus dem Sandgrund und Langen Grund bei Güldendorf in diesen Strom mündete. Das Wasser sammelte sich in einer Rinne, dem sogenannten Warschau-Berliner Urstromtal. Es bildete sich eine Endmoränenlandschaft mit größeren Erhebungen, die Ablagerungen westlich derOder bildeten eine Hochfläche, das heutige Lebuser Land. Die Findlinge, welche zurückblieben, wurden vom Eis aus Skandinavien bis in die dortige Region transportiert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosengarten ist seit 1947 eingemeindet und seit 1977 ein Ortsteil vier Kilometer westlich von Frankfurt (Oder) am Stadtwald gelegen. Zu Rosengarten gehörig ist seit 1950 Pagram.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1495 wird in einer Urkunde erstmals auf der Wüstung Pagram[2] der Hoff Rosengartten erwähnt. Die Lehnsherren wechselten in den ersten Jahren. Als die Familie von Röbel, welche auch in Biegen lange Zeit Besitztümer hatte, Rosengarten als Lehn erhielt (1572–1599), wurde das Dorf 1585 erstmals als selbiges bezeichnet. Um 1585 veranlasste der Junker Johann Heinrich von Röbel den Bau einer Kirche. Im Dreißigjährigen Krieg (1633) wurde das Dorf mitsamt 20 Rittersitzen, 5 Kossatenhöfen und Kirche eingeäschert. Der Wiederaufbau begann erst 1664, im Jahre 1687 wurden wieder acht Kossäten gezählt. Der Ziegelfachwerkbau der wieder aufgebauten Kirche aus dem Jahre 1664 stand bis zu seinem Abbruch 1903 am Rand des Gutsparks, auf dem Weg zu den Weinbergen und zum Booßener Wäldchen. Der damalige Besitzer und Kirchenpatron, Karl Eduard Hugo Rudolf Schulz (1854–1904), beauftragte den Berliner Hofbaumeister Gustav Hauer, eine neue Kirche im Dorf zu errichten. Diese wurde am 4. Oktober 1903[3] geweiht.

Der Siebenjährige Krieg hinterließ wieder Verwüstungen, so dass die Bevölkerungszahl 1772 nur auf 114 angestiegen war. Das kleine Dorf erhielt 1832 ein Schulgebäude und am 22. Oktober 1842 wurde die Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Berlin eröffnet. Bis 1864 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf 299, zu Rosengarten gehörte ein Vorwerk (seit 1926 Lillihof), das Rittergut umfasste 3064 Morgen, das Dorf etwa 594 Morgen Land. Im Jahre 1865 entstand die Försterei Eduardspring, 1867 begann der verstärkte Abbau der Braunkohle vor Ort, am 9. Juni 1869 veröffentlicht das Königliche Oberbergamt die Verleihungsurkunde über das Eigentum der Kohlengrube Vergißmeinicht, welche den Abbau zwischen Rosengarten und Lichtenberg ermöglichte.[4] Mit dem Bau der Ziegelei in der Nähe des späteren Standortes Waldhaus entstand der Wohnplatz Ziegelei 1885. Die Ziegelei wurde 1945 zerstört und danach abgetragen.

Der erste Spritzenverband gründete sich 1874. 1923 nannte er sich in Freiwillige Feuerwehr Rosengarten um. Diese wird seit dem 20. Januar 2007 vom Feuerwehrverein Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Rosengarten e. V. unterstützt.

Durch die wachsende Bevölkerung wurde 1894 der Ausbau der Schule nötig, und 1898 war das neobarocke Gutsschloss des Karl E. H. R. Schulz fertiggestellt.

Gefallenendenkmal für den Ersten Weltkrieg an der Kirche

Seit 1913 führt die „Erlöserbrücke“ über die Bahnstrecke, mit der Verkehrsfreigabe am 16. Dezember 2008 wurde die Sanierung für 5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurden Kriegsgefangene aus dem Lager Gronenfelde unter Leitung des Lagerkommandanten General Trützschler von Falkenstein an der Bahnstrecke eingesetzt, da der Streckenabschnitt Rosengarten auf Grund seines Gefälles besonders schwierig im Bau war. Am 17. Dezember 1925 wurde die Bahnstrecke durch einen Erdrutsch verschüttet.[5] Der Rangier- und Güterbahnhof, dessen Bau schon 1911 begann, um ihn herum ein kleiner Wohnplatz, wurde 1917 fertiggestellt. Das Waldhaus Rosengarten wurde 1931 errichtet. Es beherbergte neben der Försterwohnung eine Gaststätte und ein Tanzlokal. Die Terrasse und der Kinderspielplatz sowie ab 1935 das angeschlossene Tiergehege und die Waldbühne in der Nähe waren ein beliebtes Ausflugsziel. Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Waldhaus vollständig. Die Entwicklung des Dorfes hatte die Einwohnerzahl 1939 auf 423 ansteigen lassen.

Mit dem Kriegsende erfolgten wie in anderen Orts auch, Enteignungen und Neuaufteilungen des Landes. Das Gutsschloss wurde 1946 ein Kinderheim und blieb dies bis Mitte 1993. Im Jahre 1971 erhielt es den Namen des Lehrers Martin Schwantes, der am 5. Februar 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Im Jahre 1947 wurde Rosengarten nach Frankfurt (Oder) eingemeindet, die Schule wurde erweitert und auf dem Gelände des ehemaligen Waldhauses entstand ein Wohnhaus mit Gaststätte. Ab 1950 gehört auch Pagram zu Rosengarten. 1953 wurde wie in den umliegenden Dörfern eine LPG Typ I gegründet, 1954 war sie bereits Typ II und 1960 Typ III. Ihre Angliederung an die bestehende LPG in Kliestow erfolgte 1972. Wegen der nötigen Mitarbeit der Frauen wurde ein Erntekindergarten eingerichtet, der ab 1955 ein dauerhaft eingerichteter Kindergarten wurde. Bis 1991 gab es im Ort eine Kinderkrippe, und trotz der Schließung des Schulstandortes 1975 blieb der Schulhort bis 1977 bestehen.

Die neu entstandene Eigenheimsiedlung wurde 1994 mit 122 Häusern fertiggestellt, und so zählte Rosengarten zur 500-Jahr-Feier im Jahre 1995 bereits 800 Einwohner.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Rosengarten

In der Liste der Baudenkmale von Rosengarten stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Näpfchenstein
Kanzelstein

Rosengarten bietet Wanderern und Naturliebhabern zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, so kann man die unter Naturschutz stehenden erratischen Steine im Frankfurter Stadtwald aufsuchen. In der Nähe des Forsthauses Eduardspring liegen nach ihren Formen als Pilzstein und Kappe bezeichneten Granitblöcke. Weitere Steine sind der Zwillingsstein Rosengarten mit 70 Tonnen, der Kanzelstein mit 150 Tonnen, der Näpfchenstein, der Große Stein, der große und kleine Försterstein, der Findling am Stern und der Trassenstein. Diese Steine wiegen zwischen 5 und 28 Tonnen. Im Stadtwald gibt es den Wildpark zu entdecken, welcher auf einem ehemaligen Schießplatzgelände entstand. Wanderer auf den Wanderpfaden des Stadtwaldes können alte Stieleichen besuchen[6], Badegäste die umliegenden Seen nutzen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Besuch der alten Dorfkirchen stehen Besuchern alle kulturellen Einrichtungen der Stadt Frankfurt (Oder) und des nahen Słubice zur Verfügung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen befinden sich in Frankfurt (Oder).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VII: Lebus. Bearb. von Peter P. Rohrlach. Weimar: Böhlau, 1983, Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam
  • Guttstadt: Die Böschungsrutschungen im Rosengartener Einschnitt der Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt (Oder) in: Die Bautechnik, 5. Jahrgang, Heft 15, 1. April 1927 und Heft 17, 15. April 1927, S. 223–226 und 251-253
  • Guttstadt: Die Böschungsrutschungen im Rosengartener Einschnitt der Eisenbahnlinie Berlin-Frankfurt (Oder) in: Die Bautechnik, 7. Jahrgang, Heft 39, 6. September 1929, S. 613–618

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rosengarten/Pagram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cathrin Knop, Henry Maus: Einwohner mit Hauptwohnsitz - Stadt Frankfurt (Oder) - Stadtteile - 31.12.2012. Einwohnermelderegister/Kommunale Statistikstelle der Stadt Frankfurt (Oder), 22. Mai 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013 (PDF, 26 kB).
  2. Claudia Theune/Franz Schopper: "das dorff pagerem": die mittelalterliche Wüstung Pagram bei Frankfurt (Oder), Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, 2008, ISBN 3910011489
  3. Sibylle Gramlich, Andreas Bernhard, Andreas Cante und Irmelin Küttner: Stadt Frankfurt (Oder) (Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Bd. 3), Worms am Rhein 2002, S. 369–371, ISBN 3-88462-190-4
  4. Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt a. d. Oder, Trowitzsch u. Sohn, Frankfurt a.d.O 1869, S. 172
  5. Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn
  6. Auflistung der geschützten Bäume (PDF; 20 kB)