Rudi Tröger

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Rudi Tröger (* 12. Oktober 1929 in Marktleuthen) ist ein deutscher Maler und Hochschullehrer. Er war von 1967 bis 1992 Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1946 an erhielt Tröger in seinem Heimatort Marktleuthen Mal- und Zeichenunterricht durch den Kunstmaler Wilhelm Beindorf. Durch diese frühen Studienjahre wurde ihm eine erste künstlerische Ausbildung zuteil.[2] Tröger erinnert sich: „Für mich Sechzehnjährigen war diese Zeit ein Geschenk, sie war anregend und wichtig.“[2] „Beindorf lebte zurückgezogen, ein stiller, freundlicher, umfassend gebildeter Mann, der seine Arbeit geliebt hat. Tagsüber hat er im Atelier gearbeitet und nachts an seinen Büchern geschrieben“, so Tröger über seinen frühen Lehrer.[2]

Im Jahr 1949 zog Tröger nach München und studierte dort bis 1957 an der Akademie der Bildenden Künste bei Hans Gött und Erich Glette.[1][3] Seit diesen Jahren ist er als freischaffender Maler tätig. Im Jahr 1967 wurde er selbst als Professor an die Akademie der Bildenden Künste in München berufen und lehrte hier bis 1992 insgesamt 25 Jahre lang.[1][3] Studenten bei ihm waren unter anderem Peter Casagrande, Wolfgang Eberlein, Cornelia Eichacker, Paul Havermann[3], Martin Gensbaur, Christoph Kern, Gerhard Merz, German Stegmaier, Horst Thürheimer und Richard Vogl. Im Jahr 1977 wurde Tröger zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gewählt.[3]

Erst relativ spät trat er mit seinen eigenen Werken auch an die Öffentlichkeit[1]: im Jahr 1977 präsentierte er in einer ersten Ausstellung eigene Bilder und Zeichnungen der Jahre 1963 bis 1976. Hermann Kern, der spätere Direktor im Haus der Kunst in München, organisierte die Schau im Kunstraum München.[4] Seit den 1980er Jahren wird Tröger durch die Münchner Galerie Fred Jahn vertreten.[5] In den 1990er und 2000er Jahren folgten daraufhin zahlreiche deutschlandweite und internationale Ausstellungen, unter anderem in München, Berlin, Zürich, St. Petersburg und New York.[6][7] Seit dem Jahr 2006 schmücken zehn große Gartenbilder des Künstlers den Hubertussaal in Schloss Nymphenburg in München.[5]

Tröger lebt und arbeitet seit den 1970er Jahren in Westerholzhausen, einem Ortsteil von Markt Indersdorf, im Dachauer Land nordwestlich von München.[8]

Künstlerisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Es sind die Sujets von Landschaft, Bildnis und Stillleben, welche sich Rudi Tröger seit Beginn der Sechzigerjahre zur Aufgabe gemacht hat. Klassische Themen, die seine Arbeit bis heute bestimmen“, fasst der Kunsthistoriker Michael Semff das Œuvre Trögers zusammen.[7] Zudem ist der Künstler für seine Werkgruppe der Badebilder bekannt. Die Übergänge zwischen den einzelnen Gattungen sind fließend. Stillleben werden in seinen Werken sich teils vor Landschaften befindend dargestellt, Gartenbilder weisen einen offenen Übergang zu weiten Landschaften auf. Seine Malerei wird dabei sowohl als gegenständlich, als auch als expressiv, sowohl als realistisch, als auch als abstrakt beschrieben. Insofern lässt sich Tröger nur schwer einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. Die Kunsthistorikerin Bärbel Schäfer bezeichnet Tröger als Grenzgänger zwischen den Welten[9]: Seine Kunst beschwöre Poesie und Melancholie, schildere Schönheit und zerbrochene Illusionen, drücke neben der Harmonie das Einsame und Verlorene des Menschen, seine Ausgesetztheit in der Welt aus.[9]

Tröger favorisiert die zurückgezogene Arbeit als Künstler und intensive Auseinandersetzung mit dem Malprozess und scheut die große Bühne des Kunstbetriebs.[5] So ist Tröger der Entstehungsprozess seiner Werke grundsätzlich wichtiger als das Resultat. Ein relativ abgeschlossenes Bild könne durch kleinste Veränderungen wieder neu angetrieben werden; es müsse so lange angetrieben werden, bis es sich allein bewege, so Tröger.[5] Bildthemen wie Stillleben, Landschaften und Badefiguren des französischen Malers Paul Cézanne beeinflussten sein künstlerisches Wirken ebenso wie die Arbeiten von Adolf Hölzel und Oskar Coester.[5] Das sich Mitte der 1950er Jahre entfaltende Informel nahm Tröger zwar wahr, ließ sich davon jedoch nicht ablenken und setzte seinen eigenen Weg als Künstler unbeirrt fort. In den Jahren von 1965 bis 1968 entstand neben der Malerei ein nicht minder beachtliches druckgraphisches Werk.[5]

Tröger selbst legt Wert darauf, die Dinge, die er in seinen Werken wiedergibt und darstellt, nicht einzeln für sich zu betrachten, sondern stets in Bezugnahmen und gegenseitigen Abhängigkeiten.[1] Demnach schwinge alles in Beziehung zueinander, so Tröger.[1] Sein Schaffensprozess ist geprägt von wiederholten Überarbeitungen und Unterbrechungen, stets kritisch auf der Suche, Bildausdehnung zu definieren und Bildraum darzustellen. Nicht die Gegenständlichkeit für sich genommen interessiert Tröger, sondern die Metamorphose eines Seherlebnisses in eine Bildidee.

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke in Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Werke des Künstlers befinden sich im Besitz öffentlicher Häuser, wie der Pinakothek der Moderne, der Staatlichen Graphischen Sammlung in München (Bayerische Staatsgemäldesammlungen) und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.[12] Auch das British Museum in London, Vereinigtes Königreich[13], das Saint Louis Art Museum in Saint Louis, USA[14] und das Museum of Modern Art in New York, USA[15] verfügen über Lithographien und Radierungen des Künstlers.

Darüber hinaus sind die Werke Trögers in renommierten Privatsammlungen vertreten, wie in der ehemaligen Kunstsammlung des deutsch-amerikanischen Geschäftsmanns Walter Bareiss[15], der Kunstsammlung von Christian Graf Dürckheim und der Sammlung S. K. H. Herzog Franz von Bayern, der die Werke Trögers als "zu den wichtigsten Kunstwerken seiner Sammlung"[9] gehörend bezeichnet.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977: Bilder und Zeichnungen 1963 bis 1976. Kunstraum, München
  • 1983/1984: Bilder und Zeichnungen 1982 bis 1983. Galerie Tanit, München
  • 1985: Druckgraphik 1965 bis 1968. Galerie Fred Jahn, München
  • 1987: Zeichnungen 1957 bis 1985. Städtisches Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich
  • 1987: Druckgraphik. Städtische Galerie im Cordonhaus, Cham
  • 1988: Bilder 1959 bis 1987. Villa Stuck, München
  • 1989: Rudi Tröger. Bayerische Akademie der Schönen Künste, München
  • 1990: Wasserfarben 1963 bis 1967. Galerie Jahn und Fusban, München
  • 1993: Badebilder. Galerie Fred Jahn, München
  • 1993: Figuren und Stilleben in der Landschaft. Bilder, Zeichnungen und Grafiken. Galerie Zell am See, Schloss Rosenberg, Österreich
  • 1994: Bildnisse. Bayerische Akademie der Schönen Künste, München
  • 1994: Bilder 1963 bis 1993. Galerie im Rathaus, Kulturreferat der Landeshauptstadt, München
  • 1994: Landschaftsbilder. Galerie Fred Jahn, München
  • 1994: Druckgraphik 1964 bis 1968. Neue Galerie, Dachau
  • 1994: Gemälde. Tiroler Kunstpavillon, Innsbruck, Österreich
  • 1994: Zeichnungen. Galerie im Stadtturm, Innsbruck, Österreich
  • 1995: Rudi Tröger und Katharina von Werz. Saint Petersburg Stieglitz State Academy of Art and Design, Sankt Petersburg, Russland
  • 1996: A Personal History in Portraits 1963 bis 1993. Nolan / Eckman Gallery, New York, USA
  • 1997: Bildnisse und Figuren 1963 bis 1993. Galerie Fred Jahn, München
  • 1999: Arbeiten auf Papier. Staatliche Graphische Sammlung, München
  • 1999: Arbeiten auf Papier. Galerie Zell am See, Schloss Rosenberg, Zell am See, Österreich
  • 1999: Wasserfarben 1995 bis 1997. Galerie Fred Jahn, München
  • 2000: Radierungen und Lithographien. Galerie Fred Jahn Studio, München
  • 2002: Stilleben 1963 bis 2002. Galerie Fred Jahn, München
  • 2004: Pastelle. Galerie Fred Jahn, München
  • 2006: Gartenbilder. Kunstmuseum Dieselkraftwerk, Cottbus
  • 2006: Gartenbilder. Bayerische Akademie der Schönen Künste, München
  • 2006: Bilder und Gouachen. Völcker & Freunde, Berlin
  • 2007: Bilder und Arbeiten auf Papier. Galerie Josephski – Neukum, Issing am Ammersee
  • 2008/2009: Zeichnen und Malen. Galerie Rolf Ohse, Bremen
  • 2009: Heinz Butz und Rudi Tröger. Galerie Lelong, Zürich, Schweiz
  • 2010: Bilder und Arbeiten auf Papier 1958 bis 2008. Schönewald Fine Arts, Düsseldorf
  • 2010: Rudi Tröger. Galerie Maier, Innsbruck, Österreich
  • 2010/2011: Maler der Akademie. Bayerische Akademie der Schönen Künste, München
  • 2012: Bildnisse 1960 bis 2000. Galerie Fred Jahn, München
  • 2013: Werke 1960 bis 2012. Schloss Dachau, Dachau
  • 2014: Blumenbilder. Galerie Fred Jahn, München
  • 2016: Bilder 1960 bis 2016. Karl & Faber, München und Galerie Fred Jahn, München
  • 2018: Rudi Tröger. Galerie Michael Haas, Berlin[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bilder und Zeichnungen 1963 – 1976. (1977). Hermann Kern und Rudi Tröger. Kunstraum, München.
  • Druckgraphik 1965 – 1968. (1985). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Zeichnungen 1957–1985. (1987). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Bilder 1959 – 1987. (1988). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Villa Stuck, München.
  • Wasserfarben 1963 – 1967. (1990). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Jahn und Fusban, München.
  • Badebilder. (1993). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Landschaftsbilder. (1994). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Wasserfarben 1995 – 1997. (1999). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Arbeiten auf Papier. (1999). Rudi Tröger. Staatliche Graphische Sammlung, München.
  • Stilleben 1963 – 2002. (2002). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Pastelle. (2004). Rudi Tröger. Verlag Fred Jahn. Galerie Fred Jahn, München.
  • Gartenbilder. (2006). Rudi Tröger. Kunstmuseum Dieselkraftwerk, Cottbus.
  • Bilder, Aquarelle, Zeichnungen. (2007). Karl Bohrmann | Heinz Butz | Erwin Pfrang | Friedrich G. Scheuer | Rudi Tröger | Katharina von Werz. Karl & Faber, München und Galerie Fred Jahn, München.
  • Bilder 1958 – 1974. (2009). Rudi Tröger. Galerie Fred Jahn, München.
  • Bilder und Arbeiten auf Papier 1958 – 2008. (2010). Rudi Tröger. Schönewald Fine Arts, Düsseldorf.
  • Landschaften. (2010). Georg Baselitz | Karl Bohrmann | Heinz Butz | Günther Förg | George Grosz | Per Kirkeby | Markus Lüpertz | Otto Modersohn | Kirsten Ortwed | Norbert Tadeusz | Rudi Tröger. Karl & Faber, München und Galerie Fred Jahn, München.
  • Bildnis und Figur. (2011). Oskar Coester | Frank Günzel | Walter Klose | Erwin Pfrang | Rudi Tröger | Katharina von Werz. Karl & Faber, München und Galerie Fred Jahn, München.
  • Rudi Tröger. Werke 1960 – 2012. (2013). Rudi Tröger. Kunst und Bank 5, Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG, Schloss Dachau.
  • Rudi Tröger. (2018). Galerie Michael Haas, Berlin.
  • Siegfried Gohr: Malerei 1956-2018, München : Sieveking Verlag 2019, ISBN 978-3-947641-03-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Annette Krauß: Farbenrausch der Acryltuben und der Vegetation. Donaukurier, 2. Juni 2006, abgerufen am 17. Oktober 2018.
  2. a b c Andre Zitterbart: Marktleuthen im Naturpark Fichtelgebirge - Künstler. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  3. a b c d e f g Kunst und Bank - Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  4. Rudi Tröger auf artnet. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  5. a b c d e f Rudi Tröger. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  6. a b Künstler Rudi Tröger. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  7. a b c Jahn und Jahn. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  8. Künstlergeburtstag: Rudi Tröger steht für höchste Malkultur. In: https://www.merkur.de. 11. Oktober 2009 (merkur.de [abgerufen am 17. Oktober 2018]).
  9. a b c Bärbel Schäfer: Rudi Tröger. Werke 1960 – 2012. In: Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG (Hrsg.): Kunst und Bank. Band 5. Dachau 2013.
  10. Ars Viva
  11. Pressemitteilung 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  12. Sammlung Pinakothek München: Rudi Tröger - Werke. In: Sammlung Pinakothek München. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  13. Collection search: You searched for Rudi Tröger. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (britisches Englisch).
  14. Results – Search Objects – Saint Louis Art Museum. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (englisch).
  15. a b Search | MoMA. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (englisch).