SMS Victoria

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SMS Victoria
Das Typschiff SMS Augusta

Das Typschiff SMS Augusta

Schiffsdaten
Flagge PreußenPreußen (Kriegsflagge) Preußen
Norddeutscher BundNorddeutscher Bund (Kriegsflagge) Norddeutscher Bund
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
andere Schiffsnamen
  • Osakka
Schiffstyp Korvette
Klasse Augusta-Klasse
Bauwerft L’Arman Frères, Bordeaux
Stapellauf 1864
Indienststellung 14. September 1864
Verbleib 1892 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
81,5 m (Lüa)
75,2 m (KWL)
Breite 11,1 m
Tiefgang max. 5,62 m
Verdrängung Konstruktion: 1.827 t
Maximal: 2.272 t
 
Besatzung 230
Maschine
Maschine 4 Kofferkessel
2-Zyl.-Dampfmaschine
Maschinen-
leistung
1.300 PS (956 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
13,5 kn (25 km/h)
Propeller 2 zweiflügelig ∅ 4,28 m
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 1600 m²
Bewaffnung
  • 8 × 24-Pfünder Geschütz
  • 6 × 12-Pfünder Geschütz

ab 1872:

  • 4 × 15,0 cm L/22 Rk (440 Schuss)
  • 6 × 12,0 cm L/23 Rk (660 Schuss)
  • 1 × 8,0 cm L/23 Rk

Die SMS Victoria war eine preußische Glattdeckskorvette. Sie wurde 1864 in Frankreich gebaut und im selben Jahr später von Preußen erworben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff wurde ursprünglich von den Konföderierten Staaten unter dem (scheinbar japanischen) Namen Osakka für den Einsatz im Sezessionskrieg bestellt. Der tatsächliche Name wäre Louisiana gewesen. Die Ablieferung wurde durch das Eingreifen Kaiser Napoleons III. unterbunden, der eine Verwicklung Frankreichs in den Krieg vermeiden wollte. Dies führte dazu, dass sie von der Bauwerft an das Königreich Preußen verkauft wurde, wo sie als Victoria 1864 in Dienst kam.

Seine erste größere Fahrt unter preußischer Flagge unternahm das Schiff nach Mittel- und Südamerika, wo es von 1868 bis 1869 als Stationär auf der Westindien-Station diente. Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde es zur Küstensicherung abkommandiert. Es folgte ein weiterer Einsatz auf der Westindienstation von 1875 bis 1876. 1877 nahm die Victoria Kurs auf Palästina, um Deutsche Besitztümer in dieser Gegend zu sichern. Später nahm die Korvette an mehreren Flottenschauen und kleineren europäischen Einsätzen (wie z. B. Albanien) teil.

Von 1880 bis 1881 führte ein Einsatzbefehl die Victoria unter dem Kommando von Korvettenkapitän Victor Valois für eine Strafaktion in die Nähe der alten Kurbrandenburgischen Kolonie Großfriedrichsburg im heutigen Ghana. Ein deutsches Handelsschiff war gestrandet und von Einheimischen angegriffen und ausgeraubt worden. Als Antwort darauf feuerte die Victoria mit ihren Geschützen auf das Dorf der Einheimischen, und ein Landungstrupp wurde an Land gesetzt. Danach fuhr sie wiederum als Stationär nach Mittel- und Südamerika und besuchte unter anderem Deutsche Auswanderer. 1884 wurde die Victoria als Kreuzerkorvette umklassifiziert.

Kurz vor seiner Außerdienststellung wurde das Schiff als Schul- und Fischereischutzschiff verwendet. Am 14. April 1891 wurde es aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, 1892 verkauft und in Hamburg abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Graetz, Mirko: Prinz Adalberts vergessene Flotte. Die Norddeutsche Bundesmarine 1867–1871. Lulu Enterprises Inc. Morrisville, NC (USA) 2008, ISBN 978-1-4092-2509-6, S. 69-70.