Funchal
| Funchal | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Autonome Region: | Madeira | |||||
| Concelho: | Funchal | |||||
| Koordinaten: | 32° 39′ N, 16° 55′ W | |||||
| Einwohner: | 112.015 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 76,14 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 1471 Einwohner pro km² | |||||
| Postleitzahl: | 9000 | |||||
| Kreis Funchal | ||||||
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| Einwohner: | 112.015 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 76,14 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 1471 Einwohner pro km² | |||||
| Anzahl der Gemeinden: | 10 | |||||
| Verwaltung | ||||||
| Adresse der Verwaltung: | Câmara Municipal do Funchal (Geral) Praça do Município 9000-011 Funchal |
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| Webpräsenz: | www.cm-funchal.pt | |||||
| Funchal | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Funchal [fũˈʃaɫ] ist eine Stadt auf der portugiesischen Insel Madeira. Sie ist Hauptstadt der Autonomen Region Madeira.
Zur Autonomen Region Madeira gehören außer der Inselgruppe Madeira (Hauptinsel Madeira, die Insel Porto Santo und die Desertas-Inseln) auch die weiter südlich gelegenen Selvagens-Inseln. Kfz-Kennzeichen: M. Funchal war früher zudem der Name des Distrikts Funchal. Funchal hat 111.892 Einwohner (Stand 2011).[3]
Funchal bedeutet sinngemäß „viel Fenchel“ (portugiesisch funcho „Fenchel“, dazu das Adjektiv funchal „fenchelig“). Die Stadt erhielt ihren Namen, weil die Portugiesen bei der Entdeckung der Insel dort außerordentlich viel Fenchel vorfanden.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
João Gonçalves Zarco und seine Männer ließen sich im Jahr 1419 im benachbarten Câmara de Lobos nieder, da diese das Gebiet um Funchal mit der günstigen Bucht zunächst roden mussten.
1421 wurde die Stadt durch João Gonçalves Zarco gegründet, 1508 erhielt sie die Stadtrechte durch Manuel I. 1450 wurde Zarco zum Legatskapitän der westlichen Inselhälfte bestimmt, während der Osten mit dem Hauptort Machico an seinen Gefährten Tristão Vaz Teixeira fiel.
Seit dem 16. Jahrhundert ist Funchal Bischofssitz. Im 16. Jahrhundert war Funchal wichtiger Hafen für die Schiffe, die von Portugal und Europa in Richtung zu den Kolonien in Afrika und Südamerika aufbrachen, und versorgte die Schiffe mit Lebensmitteln und Handelswaren. Zur damaligen Zeit war die Stadt mit erheblichem Reichtum gesegnet. Daneben diente der Hafen als Umschlagplatz für Zucker und Wein. Die begehrten Waren wurden an die Höfe Europas gebracht. Als der Zuckerhandel aufgrund der Konkurrenz aus den Kolonien in der Karibik und in Brasilien und wegen der zunehmend ausgelaugten Böden nicht mehr rentabel war, konzentrierte sich Funchals und Madeiras Wirtschaft auf den Madeirawein, der wegen seiner Haltbarkeit auf den Transkontinentalrouten der Seefahrer überaus beliebt war. Zuckerrohr und Wein werden auf Madeira noch heute angebaut.
1803 wurde Funchal durch eine Überschwemmung fast vollständig ausgelöscht. 600 Menschen fanden dabei den Tod. Daraufhin wurden die drei Flüsse in Kanälen befestigt und begradigt.
Dennoch führten außergewöhnliche Regenfälle im Februar 2010 zu großen Schäden mit zahlreichen Opfern.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein sehr elitärer Tourismus des europäischen Adels, der den ewigen Frühling genoss und im gesunden Klima seine Krankheiten zu kurieren suchte. 1891 eröffnete der aus Schottland stammende William Reid das Luxushotel Reid’s Palace, das zu den Leading Hotels of the World gehört. Ab 1950 wurde Madeira mit dem Bau von Mittelklassehotels in der Hotelzone westlich von Funchal auch für andere Urlauber ein erschwingliches Ferienziel.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt ist der Tourismus. Zwar wurde Funchal bereits etwa seit den zwanziger Jahren von Fahrgastschiffen angelaufen, diese mussten damals noch auf Reede vor Anker gehen. Der eigentliche Kreuzfahrttourismus entwickelte sich aber erst nach 1950. In zunehmendem Maße wird der Hafen heute regelmäßig und fast täglich von Kreuzfahrtschiffen der verschiedensten Nationen angelaufen.
Des Weiteren ist Funchal der wichtigste Verkehrsknoten der Insel und mit dem Flughafen Madeira, der für seinen schwierigen Anflug bekannt ist, ans internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Die Verbindung zur Nachbarinsel Porto Santo wird per Schiff und Flugzeug angeboten.
Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Stadt befindet sich die Universität Madeira, die einzige Universität der Insel.
Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Funchal ist Heimat dreier Fußballvereine der Liga Sagres: CD Nacional Funchal, CS Marítimo Funchal sowie União Madeira. Nacional spielt im Estádio da Madeira, Marítimo im Estádio dos Barreiros. Mit drei Vereinen im portugiesischen Profifußball liegt die Stadt damit hinter Lissabon an zweiter Stelle, welche vier Vereine (Benfica, Sporting, Belenenses und Atlético CP) in den obersten beiden Spielklassen hat.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Funchal hat folgende 14 Städtepartnerschaften geschlossen:[4]
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Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Mercado dos Lavradores, eine große Markthalle mit Fischmarkt
- Kathedrale Sé
- Kirche Nossa Senhora do Monte
- Jesuitenschule und Kirche Igreja do Colégio
- Forte de São Tiago
- Hafenanlagen mit der Mikronation Fürstentum Pontinha
- Botanischer Garten
- Madeira Wine Lodge
- Casino des Architekten Oscar Niemeyer (besonders nachts)
- tropischer Garten in Monte/Funchal
- Luftseilbahn Monte – Botanischer Garten
- Museu de Arte Sacra
- Museu Photographia Vicentes
- Museu de Electricidade – Casa da Luz
- Das Zollhaus aus den 1940er Jahren. mit einer deutlich von Wera Muchinas Monumentalstatue Arbeiter und Kolchosbäuerin beeinflussten Figurengruppe.
- britischer Friedhof, der "Cemitério Britânico"; dort ist noch heute das gut gepflegte Grab des berühmten deutschen Pathologen Paul Langerhans (1847–1888) zu besichtigen, der die letzten 13 Jahre seines kurzen Lebens auf Madeira lebte, ein vielgelesenes "Handbuch für Madeira" verfasste und schließlich in Funchal verstarb, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.[5]
- eine 2,40 m hohe Statue des Fußballspielers Cristiano Ronaldo, die der Bildhauer Ricardo Velosa schuf und im Dezember 2014 eingeweiht wurde
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Funchal sind eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten geboren, darunter Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller und Sportler. Bekanntester zeitgenössischer Sohn der Stadt dürfte der Fußballspieler Cristiano Ronaldo sein, doch auch der Zoologe Barbosa du Bocage, Hollywood-Schauspieler Virgílio Teixeira, US-Senator Charles W. Cathcart, Opernsänger Lomelino Silva, der Architekt Paulo David, der Filmschaffende António da Cunha Telles, die Modedesignerin Fátima Lopes oder der Tischtennis-Europameister Marcos Freitas wurden international bekannt.
Kreis Funchal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Funchal ist Hauptstadt der Região Autónoma da Madeira sowie Sitz des Kreises Funchal. Die folgenden Gemeinden gehören sowohl zur Stadt als auch zum Kreis Funchal:
| Gemeinden | Einwohner | Fläche | Bevölkerungsdichte | Höhe | Geografische Lage |
|---|---|---|---|---|---|
| Imaculado Coração de Maria | 6.951 | 1.35 km² | 5148.9/km² | – | - |
| Monte | 7.444 | 18.65 km² | 399.1/km² | 314 m | 32°40′ N 16°54′ W |
| Santa Luzia | 6.695 | 1.34 km² | 4996.3/km² | 88 m | 32°39′ N 16°54′ W |
| Santa Maria Maior | 13.970 | 4.88 km² | 2862.7/km² | 100 m | 32°38′ N 16°50′ W |
| Santo António | 21.931 | 22.21 km² | 987.4/km² | 195 m | 32°39′ N 16°56′ W |
| São Gonçalo | 7.232 | 7.08 km² | 1021.5/km² | etwa 100 m | 32°38′ N 16°50′ W |
| São Martinho | 20.636 | 8.06 km² | 2560.3/km² | Atlantischer Ozean | 32°38′ N 16°57′ W |
| São Pedro | 7.681 | 1.49 km² | 5155/km² | 182 m | 32°41′ N 16°48′ W |
| São Roque | 9.284 | 7.52 km² | 1233.2/km² | etwa 350 m | 32°40′ N 16°49′ W |
| Sé | 2.148 | 3.67 km² | 585.3/km² | – | - |
Nachbarkreise:
| Norden: Santana | Nordosten: Machico | |
| Westen: Câmara de Lobos | Funchal | Osten: Santa Cruz |
| (Süden: Atlantik) |
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Webauftritt von Funchal (portugiesisch/englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
- ↑ a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
- ↑ http://censos.ine.pt/xportal/xmain?xpid=CENSOS&xpgid=censos2011_apresentacao Resultados Provisórios dos Censos 2011 .
- ↑ Partnerstädte von Funchal Offizielle Webseite Funchal
- ↑ Paul Langerhans - am Grab des deutschen Pathologen. Thieme. Abgerufen am 12. Januar 2011.

