Sabrina Janesch

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Sabrina Janesch (2011)

Sabrina Janesch (* 1985 in Gifhorn) ist eine deutsch-polnische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janesch studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim und zwei Semester Polonistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Seit ihrem Diplom im Sommer 2009 arbeitet sie als Schriftstellerin und Publizistin.

Die deutsch-polnische Abstammung der Autorin beeinflusste ihren literarischen Werdegang: Nachdem sie durch den ersten Preis beim O-Ton-Literaturwettbewerb des NDR 2005 auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde Janesch 2009 durch ein Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa erste Stadtschreiberin in Danzig.[1] Außerdem erhielt sie ein Arbeitsstipendium vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und war Stipendiatin des Stuttgarter Schriftstellerhauses und des Literarischen Colloquiums Berlin. 2010 nahm sie am Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis teil[2] und erhielt den Mara-Cassens-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt. 2011 erhielt sie den Nicolas-Born-Förderpreis der Niedersächsischen Landesregierung[3] und den Anna Seghers-Preis sowie 2012 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler. 2014 erhielt sie das Jahresstipendium des Landes Niedersachsen[4] und 2017 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

Janesch lebt heute in Münster.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janeschs Debütroman Katzenberge handelt von einer jungen Frau, die aus Anlass des Todes ihres Großvaters eine Reise nach Niederschlesien unternimmt, um die deutsch-polnischen Ursprünge ihrer Familie zu ergründen. Damit nimmt sich Sabrina Janesch eines heiklen Themas der neueren Geschichte – der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg – an. In schlichten Sätzen erzählt sie vom Leben eines Bauern aus Galizien, der am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Übergabe ehemals polnischer Gebiete an die Ukraine nach Niederschlesien umgesiedelt wird, um dort die Höfe getöteter oder vertriebener deutscher Siedler zu übernehmen. Dabei entdeckt er auf dem Dachboden eines verlassenen Bauernhofs den deutschen Eigentümer, der sich erhängt hat. Nachts meint er daraufhin Stimmen und Schritte zu hören und beschließt, die Leiche wegzuschaffen. Janeschs Erzählhaltung wurde auch in der Nähe eines modernen, magischen Realismus beschrieben.

Hanns-Josef Ortheil nannte das Buch einen „wunderbar erzählten Debütroman, der federleicht zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin- und herpendelt“, Günter Grass schrieb über Janeschs Debüt: „Diesem Buch sind viele Leser zu wünschen.“

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sabrina Janesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Rezensionen, Porträts

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Schulz: Sabrina Janesch: Stadtschreiberin Danzig 2009. 24. Juli 2009; abgerufen am 21. Juli 2017.
  2. Sabrina Janesch. Radio Kärnten; abgerufen am 21. Juli 2017.
  3. Literaturpreise für Peter Waterhouse und Sabrina Janesch. Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 27. Juli 2011; abgerufen am 21. Juli 2017.
  4. Das Jahresstipendium des Landes Niedersachsen geht an Sabrina Janesch. BuchMarkt Verlag, 10. April 2014; abgerufen am 21. Juli 2017.