Saratov Airlines

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Saratov Airlines
Saratov Airlines logo.png
Antonow An-148 der Saravia
IATA-Code: 6W
ICAO-Code: SOV
Rufzeichen: SARATOV AIR
Gründung: 1993
Betrieb eingestellt: 2018
Sitz: Saratow, RusslandRussland Russland
Heimatflughafen: Flughafen Saratow
Fluggastaufkommen: 796.386 (2017)[1]
Frachtaufkommen: 1242 t (2017)[2]
Flottenstärke: 13
Ziele: national
Website: www.saratovairlines.ru
Saratov Airlines hat den Betrieb 2018 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Saratov Airlines (zuvor auch Sarawia), Markenname Ivolga Airlines, war eine russische Fluggesellschaft mit Sitz in Saratow und Basis auf dem Flughafen Saratow.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot reorganisiert und ihre regionalen Abteilungen als eigenständige Unternehmen ausgelagert. Von den Umstrukturierungen war auch die im Jahr 1931 in Saratow eingerichtete Aeroflot-Division betroffen, aus der im Jahr 1993 die Fluggesellschaft Sarawia – Saratowskie Awialinii hervorging. Das Unternehmen, das sich anfangs zu 51 Prozent in Staatsbesitz befand, setzte zunächst von Aeroflot gemietete Antonow An-24 und Jakowlew Jak-42 in deren Farbgebung ein und führte dabei auch Sub-Charter für andere Fluggesellschaften durch.[3][4][5]

Ab dem 26. Oktober 2015 untersagte die russische Aufsichtsbehörde Rosawiazija Saratov Airlines internationale Flüge wegen unerlaubter Anwesenheit Dritter im Cockpit.[6]

Ab April 2018 flog die Gesellschaft unter dem Markennamen Ivolga Airlines, der Name des Unternehmens blieb aber unverändert. Der russische Begriff иволга (iwolga) steht für die Vogelart Pirol.[7]

Am 30. Mai 2018 wurde der Fluggesellschaft ein Flugverbot erteilt.[8]

Der Besitzer suchte nach einem Weg, unter dem gleichen Namen eine Nachfolgegesellschaft einzurichten, ohne die 1.200 Beschäftigten entlassen zu müssen. [9]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saratov Airlines flog vom Heimatflughafen Saratow nach Sankt Petersburg, Moskau-Domodedowo, Krasnojarsk, Surgut, Sotschi, Anapa und Mineralnyje Wody sowie auch von Simferopol zu verschiedenen russischen Zielen. Daneben flog sie auch von Domodedowo nach Omsk, Kirow sowie Orsk und bediente weitere Verbindungen von Pensa, Kaluga, Orenburg, Ufa und Gelendschik.[10]

Früher wurden auch Verbindungen nach Hannover und Frankfurt angeboten und bis zur bis zur Sanktionierung flog Saratov Airlines international nach Tivat (Montenegro), Kiew (Ukraine), Qəbələ und Lənkəran in Aserbaidschan sowie Gjumri (Armenien).[6]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2018 bestand die Flotte der Saratov Airlines aus 13 aktiven Flugzeugen:[11]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unglücksflugzeug, eine Jakowlew Jak-42D mit dem Kennzeichen RA-42390
Unglücksmaschine An-148 100W, RA-61704
  • Am 20. November 1993 verunglückte eine für die mazedonische Gesellschaft Avioimpex betriebene Jak-42D (Kennzeichen RA-42390) unterwegs von Genf nach Skopje. An Bord der Jak-42D befanden sich 108 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Aufgrund starken Schneefalls in Skopje wurde der Flug nach Ohrid umgeleitet. Dort zerschellte das Flugzeug beim zweiten Landeversuch zwei Kilometer vor dem Flughafen an einem Berg. Ein Passagier überlebte zunächst den Zwischenfall und verstarb später im Krankenhaus, die übrigen Insassen verstarben bereits am Unfallort.[13]
  • Hauptartikel: Saratov-Airlines-Flug 703
    Am 11. Februar 2018 stürzte eine Antonow An-148 (RA-61704) sechs Minuten nach dem Start von Moskau-Domodedowo nach Orsk kurz vor der Stadt Woskressensk ab. An Bord befanden sich 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, alle Insassen kamen ums Leben.[14][15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saratov Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russische Luftfahrtagentur: Passagierstatistik russischer Fluglinien 2016/2017. Abgerufen am 30. Januar 2018 (PDF, 236 kB, russisch).
  2. Russische Luftfahrtagentur: Frachtstatistik russischer Fluglinien 2016/2017. Abgerufen am 30. Januar 2018 (PDF, 238 kB, russisch).
  3. JP airline-fleets international, Edition 95/96
  4. Aviation Safety Network, Saravia - Saratov Airlines
  5. Flight International, 18. März 1998
  6. a b Ch-aviation: Rosaviatsia sanctions Saratov Airlines for safety violations (englisch), abgerufen am 14. Oktober 2015
  7. Stefan Eiselin: Saratov tauft sich um. aerotelegraph.com vom 13. April 2018
  8. Saratov Airlines darf nicht mehr fliegen. AeroTelegraph, 31. Mai 2018.
  9. Der Besitzer von "Saratov Airlines" hat eine Anfrage an Rosaviatsiya eingereicht, um eine neue Firma mit demselben Namen zu gründen, Nowaja Gaseta, 2. Juni 2018
  10. saratovairlines.ru (russisch) abgerufen am 15. Januar 2017
  11. aerotransport.org - Profile for: Saratov Airlines (englisch) abgerufen am 14. Februar 2018
  12. Rossiya legt AN-148 still. In: Austrian Wings. (austrianwings.info [abgerufen am 28. Februar 2018]).
  13. Flugunfalldaten und -bericht Yakovlev 42D RA-42390 Ohrid Airport (OHD) im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. November 2016
  14. SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: Russisches Flugzeug nahe Moskau abgestürzt - SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 11. Februar 2018.
  15. Deutsche Welle (www.dw.com): Russisches Flugzeug bei Moskau abgestürzt | Aktuell Europa | DW | 11.02.2018. Abgerufen am 11. Februar 2018.