Jakowlew Jak-42

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Jakowlew Jak-42
Jak-42D
Typ: Dreistrahliges Verkehrsflugzeug
Entwurfsland:

SowjetunionSowjetunion Sowjetunion

Hersteller: OKB Jakowlew
Erstflug: 7. März 1975
Indienststellung: 1980
Produktionszeit:

1979 bis 2003

Stückzahl: 183[1]

Die Jakowlew Jak-42 (russisch Яковлев Як-42) ist ein von 1979 bis 2003 produziertes, dreistrahliges, ziviles Verkehrsflugzeug für bis zu 126 Passagiere, das vom OKB Jakowlew in der Sowjetunion entwickelt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jak-42 übernahm Mitte der 1970er Jahre das Konzept des Vorgängers Jak-40, war aber um einiges größer. Der zu Beginn der Entwicklung noch eingebaute gerade Flügel der Maschine mit dem Kennzeichen СССР-1974 wich dabei einem Gepfeilten beim zweiten Prototyp. Alle Prototypen verfügten über Hauptfahrwerke mit jeweils zwei Rädern, mit der ersten Serienmaschine wurden Hauptfahrwerke mit jeweils vier Rädern eingeführt.[2] Die Jak-42 wurde in Saratow und Smolensk gebaut und nahm 1980 den Flugbetrieb auf. Bis 1993 wurden 188 Stück ausgeliefert. Kurz nach dem Beginn des Flugbetriebs gab es eine Zahl von Unfällen auf Grund von Vibrationen in der Hecksektion des Flugzeugs. Daraufhin wurde der Flugbetrieb eingestellt, bis Jakowlew 1985 die notwendigen Modifikationen durchgeführt hatte. Zu einer weiteren zeitweisen Einstellung des Flugbetriebs kam es nach dem Unfall einer Jak-42 auf dem YAK-Service-Flug 9633 im September 2011.[3] Der NATO-Codename des Flugzeugtyps ist „Clobber“.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jak-42 ist als Schmalrumpfflugzeug in Tiefdeckerauslegung konzipiert und bedient die Kurz- und kleinere Mittelstrecke. Sie weist gewisse Ähnlichkeiten mit der Boeing 727 auf (beispielsweise in Rumpfdurchmesser, Triebwerkskonfiguration und Reichweite), auch wenn sie deutlich kürzer ist und damit eine geringere Kapazität besitzt.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jak-142 von Lukoil, RA-42424

Die Jak-42D mit einer höheren Zuladung wird seit 1990 gebaut.

Von der zunächst als Jak-42A, später als Jak-142 oder Jak-42D-100 bezeichneten verbesserten Version mit neuen Triebwerken des Typs Iwtschenko Progress D-436T1 und digitaler westlicher Avionik von Allied Signal sowie einem EFIS-Cockpit[4] wurde lediglich ein Prototyp gebaut, der auf dem Aerosalon 1993 in Paris ausgestellt wurde.[5] Diese Maschine wird von Lukoil als Firmenjet eingesetzt.[6][7]

Das Projekt einer Jak-42D mit nur zwei Perm-PS-90A12-Triebwerken mit je 117 kN Schub unter den Tragflächen wurde als Jak-242 bezeichnet. Aus diesem Projekt ging später die Irkut MS-21 hervor.[8]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genauen Unfallzahlen sowjetischer Flugzeugtypen sind im Vergleich zu westlichen Typen schwer zu ermitteln. Es sind keine gesicherten Informationen über Unfälle vor der Wendezeit vorhanden. Ein unvollständiger Vergleich ist jedoch u. a. über die Webseiten des Aviation Safety Network möglich. Demnach kam es vom Erstflug 1975 bis März 2020 mit Jakowlew Jak-42 zu 9 Totalschäden. Bei 8 davon kamen 570 Menschen ums Leben.[9] Auszüge:

  • Am 28. Juni 1982 starben 132 Menschen beim Absturz einer Jak-42 der Aeroflot (Luftfahrzeugkennzeichen СССР-42529). Der Flugbetrieb mit diesem Typ wurde bis Ende 1984 eingestellt und die Konstruktion der Höhenleitwerkstrimmung geändert (siehe Aeroflot-Flug 8641).
  • Am 7. September 2011 stürzte eine Jak-42D der russischen YAK Service (RA-42434) kurz nach dem Start vom Flughafen Jaroslawl ab. Die Maschine hob erst 400 Meter hinter dem Ende der 3000 Meter langen Startbahn ab, da einer der Piloten die Füße auf die Bremspedale gedrückt hielt. Von den 45 Insassen überlebte nur ein Besatzungsmitglied. Die Maschine war auf dem Flug von Jaroslawl nach Minsk (siehe YAK-Service-Flug 9633).[12][13][14]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jak-42D der Gazpromavia
Jak-42D der Sudan Airways
Jak-42D der ehemaligen Donbassaero
Kenngröße Daten[15][16]
Hersteller Jakowlew
Typ Mittelstrecken-Verkehrsflugzeug
Besatzung 2
Passagiere 90–126
Länge 36,38 m
Spannweite 34,88 m
Höhe 9,83 m
Flügelfläche 150 m²
Flügelstreckung 8,1
Leermasse 34.500 kg
max. Startmasse 57.000 kg
Reisegeschwindigkeit 750 km/h (Mach 0,69)
Dienstgipfelhöhe 9.600 m
Reichweite 2.800 km
Triebwerke drei Iwtschenko Progress D-36-Mantelstromtriebwerke, je 63,7 kN

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jak-42 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Як-42 Скорость. Размеры. Вместимость. Расход топлива. История. Дальность полета. oruzhie.info, abgerufen am 10. August 2020 (russisch).
  2. Jefim Gordon, Dmitri Komissarow, Sergei Komissarow: OKB Yakovlev: A History of the Design Bureau and Its Aircraft. ISBN 978-1-85780-203-0.
  3. David Kaminski-Morrow: Yak-42 flights suspended after fatal Yaroslavl crash. In: flightglobal.com. 7. September 2011, abgerufen am 27. September 2011 (englisch).
  4. RA-42424 Yakovlev Yak-42D Lukoil-Avia. (JPG) In: jetphotos.com. Abgerufen am 30. Juli 2018 (englisch).
  5. Airliners.net. (JPG) In: airliners.net. Abgerufen am 29. Oktober 2017 (englisch).
  6. Yakovlev Yak-142. Foto. Die Geschichte und Eigenschaften. In: de.avia.pro. 1. April 2015, abgerufen am 30. Juli 2018.
  7. Yakovlev Yak-142 production list. In: rzjets.net. Abgerufen am 29. Oktober 2017 (englisch).
  8. Jakowlew Jak-242 (Suchoi)
  9. Unfallstatistik Yakovlev Yak-42, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2020.
  10. Unfallbericht Jak-42 B-2755, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Dezember 2018.
  11. Unfallbericht Jak-42 RA-42390, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2020.
  12. Flugzeug mit Eishockey-Team an Bord abgestürzt, Der Standard, 7. September 2011
  13. Russland: 44 Menschen sterben bei Flugzeugabsturz, Focus, 7. September 2011
  14. Unfallbericht Jak-42 RA-42434, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2020.
  15. Yak-42D Passenger Aircraft auf der Webpräsenz von Jakowlew (englisch)
  16. Rechner für Schallgeschwindigkeit und Machzahl, auf cactus2000.de